Arbeitslosigkeit im Juni 2021: Erholung macht sich auch langfristig bemerkbar

IHK-Bewertung

Im IHK-Bezirk Frankfurt am Main ist die Zahl der Arbeitslosen im Juni 2021 im Vergleich zum Vormonat abermals gesunken (-2,3 Prozent). Erstmals lässt sich nun auch ein Rückgang gegenüber dem Vorjahresmonat feststellen: Gegenüber dem Juni 2020 geht die Arbeitslosigkeit um 5,4 Prozent zurück. Zum Vergleich: Im April 2021 lag die Arbeitslosigkeit noch rund 15 Prozent über dem Niveau des Krisenmonats April 2020.

 

Aktuelle Arbeitsmarktzahlen aus dem IHK-Bezirk

Arbeitsmarkt im Juni 2021

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Die Erholung ist notwendig, ist die Region doch vergleichsweise stark betroffen. Das zeigt sich beim Vergleich mit dem Landes- und Bundesdurchschnitt: Die Arbeitslosenquote im IHK-Bezirk sinkt abermals leicht auf nun 5,8 Prozent. Sie liegt damit über dem Landesdurchschnitt in Hessen (5,1 Prozent) und leicht über dem Bundesdurchschnitt (5,7 Prozent). In Hessen und Deutschland ist die Arbeitslosigkeit zudem im Vergleich zum Vorjahresmonat Juni 2020 stärker zurückgegangen (-9,8 bzw. -8,4 Prozent). Innerhalb des IHK-Bezirks liegen die Arbeitslosenquoten in den beiden Landkreisen Hochtaunuskreis und Main-Taunus-Kreis im Niveau weiterhin unterhalb der Stadt Frankfurt am Main.

 

Die Neu-Anzeigen auf Kurzarbeit hatten ihren Höhepunkt im April 2020 (erster Lockdown) erreicht. Anschließend setzte im Zuge der Lockerungen über den Sommer 2020 eine Entspannung ein und die Neu-Anzeigen gingen immer weiter zurück. Von August 2020 bis Januar 2021 stiegen die Zahlen wieder an. Der Anstieg ist im Vergleich zum ersten Lockdown aber moderat gewesen. Seit Februar 2021 sinken die Anzeigen wieder. Im Juni 2021 wurden im IHK-Bezirk 68 Anzeigen auf Kurzarbeit bei den Arbeitsagenturen aufgegeben. Darin enthalten waren 439 Personen. Im Juni 2020 waren es noch 594 Anzeigen mit 6.730 darin enthaltenen Personen.

 

Beim Blick auf die kommenden Monate bleiben die Auswirkungen der Virus-Mutationen und die Wirksamkeit der Impfkampagne abzuwarten. Die Wiederaufnahme der Insolvenzantragspflicht wird in den nächsten Monaten zudem einen besseren Blick auf die bisherigen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die regionale Wirtschaft ermöglichen. Hier erwarten die Forschungsinstitute vor allem bei kleineren Firmen und Einzelunternehmen einen Anstieg der Insolvenzen. Die Metropolregion FrankfurtRheinMain – und damit auch der IHK-Bezirk – sind aufgrund ihrer Branchenstruktur stärker als andere Regionen von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen. Wenn im Herbst aufgrund der Delta-Variante erneute Beschränkungen eingeführt werden sollten, wäre dies besonders für die Wirtschaft in FrankfurtRheinMain und damit auch den regionalen Arbeitsmarkt kritisch. Die sich derzeit verstärkende Erholung am Arbeitsmarkt würde dadurch jäh unterbrochen und die angestiegenen Zahlen im Bereich der Langezeitarbeitslosigkeit sich manifestieren.

 

Fazit

Die Arbeitslosigkeit befindet sich unverändert auf einem hohen Niveau. Die Erholung macht sich im Juni 2021 erstmals langfristig bemerkbar. Gegenüber dem Landes- und Bundesdurchschnitt könnte die Erholung jedoch deutlicher ausfallen. Inwieweit sich die Arbeitslosigkeit weiter und nachhaltig abbauen lässt, hängt vor allem von der Wirksamkeit der Impfstrategie und der Entwicklung im Herbst 2021 ab.

 

Weitere Informationen

Pressemeldungen für den Agenturbezirk Frankfurt am Main

Pressemeldungen für den Agenturbezirk Bad Homburg (HTK und MTK)

 

Ansprechpartner/in

Simon Peschges Wirtschaftspolitik und Metropolenentwicklung
Telefon: 069 / 2197-1508