Nachbericht der Inklusionsveranstaltung am 5. Mai 2017

Personal. Fachkräfte. Diversity.

Chancen der Inklusion für Unternehmen

Anbei finden Sie die Begleitbroschüre zur Veranstaltung, welche Ihnen
einen Überblick über alle teilnehmenden Institutionen und Arbeitgeber
verschafft.

Nachbericht zur Veranstaltung aus der Juli-Ausgabe des IHK-WirtschaftsForums

 

Sich auf den Weg machen

Inklusion auf dem Arbeitsmarkt ist kein Randthema mehr, sondern in vielen Unternehmen bereits gelebter Alltag. Dies zeigte auch die Veranstaltung „Personal.Fachkräfte.Diversity. – Chancen der Inklusion für Unternehmen“ in der IHK Frankfurt.

 

Zu hohe bürokratische Hürden, bestehende Vorbehalte, mangelnde Barrierefreiheit in den Betrieben, fehlendes Wissen sowie Unkenntnis über staatliche Fördermöglichkeiten: Wenn es um das Thema Inklusion in den Arbeitsmarkt geht, tauchen oftmals noch große Fragezeichen auf. Dabei zeigen sowohl Studien als auch die Erfahrungen von zahlreichen Unternehmen: Richtig gemachte Inklusion hat zahlreiche positive Auswirkungen auf die Unternehmensperformance und leistet darüber hinaus einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Fachkräftesicherung.

 

Um dieses Bewusstsein zu stärken und Unternehmen wichtige Unterstützungsmöglichkeiten vorzustellen, fand am 5. Mai unter dem Motto „Chancen der Inklusion für Unternehmen“ das Forum „Personal.Fachkräfte.Diversity.“ in der IHK Frankfurt statt. Gastgeber der Veranstaltung waren neben der IHK Frankfurt das Netzwerk Inklusion Deutschland, die Stadt Frankfurt, Good Growth sowie die Aktion Mensch. Unternehmen und Experten gaben wertvolle Tipps und Institutionen präsentierten ihre Angebote im Bereich Inklusion.

Jobsuchende Menschen mit Behinderung und jobbietende Arbeitgeber begegneten sich in persönlichen Gesprächen und über die Ausstellung von Lebensläufen und Bewerbervideos.

 

Haupterkenntnis der Veranstaltung: Inklusion leistet nicht nur einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Fachkräftesicherung, sondern kann darüber hinaus auch eine neue Kultur der Vielfalt in Unternehmen schaffen. „Menschen mit Behinderung stechen oftmals hervor durch Loyalität, Empathie und Teamgeist, aber insbesondere auch durch Kreativität“, sagte Karen Hoyndorf, stellvertretende IHK-Präsidentin. Denn wer im Alltag mit Herausforderungen zu kämpfen habe, bringe häufig auch am Arbeitsplatz innovative Denkansätze mit.“ Dr. Alexandra von Winning, Geschäftsführerin, Good Growth, fügte hinzu: „Inklusion ist nicht nur ein wichtiger Akt der Fürsorge, sondern auch der betriebswirtschaftlichen Vernunft und der volkswirtschaftlichen Notwendigkeit.“ Alle vielfältigen Talente in der Gesellschaft würden benötigt. Prof. Daniela Birkenfeld, Stadträtin, Frankfurt, wies ebenfalls auf die zahlreichen handfesten Argumente pro Inklusion hin – nicht zuletzt stellen etwa 80 Prozent der Arbeitgeber keinen Leistungsunterschied zwischen Beschäftigten mit und ohne Behinderung fest. Sie macht aber auch darauf aufmerksam, dass nach wie vor Menschen mit Behinderung fast doppelt so oft arbeitslos sind wie der Durchschnitt der Bevölkerung.

 

Was Inklusion in der Praxis bedeuten kann, erläuterte Alexander Kraemer, Head of Social Business Development and Corporate Responsibility, AfB social & green IT Deutschland: „In unserem Unternehmen ist Inklusion kein blumiges Randthema, sondern Kern der Geschäftsstrategie.“ Aktuell bestehe die Belegschaft zu 49 Prozent aus Mitarbeitern mit Beeinträchtigung. „Gemeinsam erbringen wir erfolgreich professionelle IT-Dienstleistungen an 18 Standorten für über 680 Unternehmen in Europa“, so Kraemer. „Geschäfte barrierefreier zu gestalten, erschließt Inhabern durchaus eine weitere Zielgruppe“, betonte Oliver Schwebel, Geschäftsführer, Wirtschaftsförderung Frankfurt. Aber nicht nur Menschen mit Behinderung profitieren von weniger Hindernissen: Auch ältere Menschen und Familien mit kleinen Kindern profitieren davon. Oft seien es gerade auch Kleinigkeiten, die mehr Teilhabe ermöglichen.

 

Für viele Betriebe stellt Inklusion aber noch eine Herausforderung dar. Hier setzte die Veranstaltung an und unterstützte Unternehmen auf dem Weg zur Ausbildung und Beschäftigung von Menschen mit Behinderung. „Damit dauerhafte Teilhabe am Arbeitsmarkt gelingt, braucht es Beratung, Vermittlung, Förderung und Offenheit bei allen Beteiligten“, sagte Marco Schöppner, Arbeitsagentur Frankfurt. Wie diese Förderung aussehen kann, schilderte das Integrationsamt interessierten Arbeitgebern bei einem Workshop zum Thema „Fördermittel für die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung“.

Dagmar Greskamp, Aktion Mensch, stellte fest: „Die Zahl der Beschäftigten mit Behinderung steigt, wenn auch nur langsam.“ Und um weiter vorwärts zu kommen, braucht es für Alexandra Cremer, Netzwerk Inklusion Deutschland, hauptsächlich Engagement: „Inklusion ist in vielen Bereichen recht simpel: Erstmal machen, und dann nach und nach optimieren.“ Es gebe den Spruch: „Wenn man will, findet man Wege – wenn man nicht will, findet man Gründe.“ Die Veranstaltung mit fast 300 Teilnehmern belegte: Es gibt viele Unternehmen, die nach Wegen suchen.

 

Ansprechpartner

Anfragen aus dem IHK-Bezirk beantwortet:
Malte Hischemöller Wirtschaftspolitik und Metropolenentwicklung
Telefon: 069 / 2197-1367