Symposium „Wirtschaftsstandort FrankfurtRheinMain“
Die Region ist die Stadt der Zukunft


Das Symposium „Wirtschaftsstandort FrankfurtRheinMain: Nachhaltiges Wirtschaftswachstum erreichen“ in der IHK Frankfurt brachte die Entscheider der Region miteinander ins Gespräch. Unternehmer und Politiker diskutierten gemeinsam, welche Maßnahmen getroffen werden müssen, um FrankfurtRheinMain langfristig zu stärken.

„Wirtschaft braucht einen starken Standort mit funktionierender Innensteuerung und einem definierten Außenprofil“, erklärte Dr. Mathias Müller, Präsident der IHK Frankfurt, zum Auftakt des IHK-Symposiums „Wirtschaft trifft Politik“. Er forderte die Konferenzteilnehmer auf, gemeinsam neue Strategien zur künftigen Positionierung der Region zu entwickeln.

FrankfurtRheinMain ist ein dynamischer Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort mit hohen Wertschöpfungsraten und einer überdurchschnittlichen Gründerdynamik. Die Region ist attraktiv für kluge Köpfe und Unternehmen. Dennoch waren sich die 250 anwesenden Politiker und Unternehmer einig, dass es ein „Weiter so“ nicht geben kann, wenn FrankfurtRheinMain auch künftig im internationalen Vergleich eine Spitzenposition einnehmen will. Müller bot im Namen des IHK-Forums Rhein-Main als Gastgeber der Konferenz an, das Geschäftsmodell der Region auf den Prüfstand zu stellen, um es im Städtewettbewerb weiter zu optimieren.

Markus Frank, Wirtschaftsdezernent der Stadt Frankfurt, betonte, dass eine Zusammenarbeit zwischen Städten und Gemeinden nicht verordnet werden kann. Vielmehr müsse eine breite Akzeptanz für die Kooperation vorhanden sein. Er rief alle wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Kräfte dazu auf, den Wirtschaftsstandort FrankfurtRheinMain zu sichern. „In einem Punkt sind wir uns einig: Wir brauchen eine Politik, die schnelle Entscheidungen trifft und den richtigen Rahmen vorgibt“, sagte Frank. Besonders die aktuelle Wirtschaftslage biete Chancen, der Diskussion um die Region neue Impulse zu verleihen: „Ich bin mir sicher, dass die Motivation für eine gemeinsame Stärkung der Metropolregion durch die veränderte Situation auf den Weltmärkten steigt“.

Zuerst müsse der strategische Mantel für die Region geschaffen werden, bevor operative Ideen entwickelt werden könnten, meinte Arnd Zinnhardt, Vorstandsmitglied von Software und Vizepräsident der IHK Darmstadt. Horst Schneider, Oberbürgermeister in Offenbach, war ebenfalls der Meinung, die Region sei bisher nicht so verfasst, dass eine schnelle Abstimmung in wirtschaftspolitischen Themen möglich sei. Dabei bietet vor allem die polyzentrische Struktur der Region große Chancen, sich von Mitbewerbern abzusetzen.

Müller bezeichnete die Ausgangslage der Metropolregion mit ihren drei ökonomischen Achsen als hervorragend: „Internationaler Verkehrsknoten, europäischer Finanzplatz und leistungsfähige Industriezentren – dieses Konzept von koordinierten Zentrumsfunktionen hat sich als sehr tragfähig erwiesen und ist Vorbild für andere Regionen geworden“. Der Frankfurter IHK-Präsident mahnte allerdings, die Warnsignale für die Zukunft von FrankfurtRheinMain richtig zu deuten. Die Region könne nur dann Potenzial entfalten, wenn sie geschlossen auftrete und wahrgenommen werde. „Die Region ist die Stadt der Zukunft. Nachhaltiges Wachstum wird in FrankfurtRheinMain vor allem dadurch entstehen, dass die regionale Kooperation und Integration eine neue Qualität erreicht“, so Müller. Er verwies auf die Vielzahl der regionalen Einrichtungen und forderte, die regionale Wirtschaftsförderung zu optimieren. „Das IHK-Forum Rhein-Main bietet den Verantwortlichen der Region an, als Plattform zur Schaffung einer regionalen Wirtschaftspolitik zu fungieren.“ Dazu müsse ein Modus entwickelt werden, der auf die polyzentrische Struktur der Region passe. Er dürfe keine politische Ebene vernachlässigen und müsse zugleich die kommunalen Identitäten respektieren. Die Durchführung einer Internationalen Bauausstellung (IBA) in FrankfurtRheinMain bewertete Müller als „Identität stiftendes Großereignis“ und „Katalysator für das Zusammenwachsen der Region“. Der IHK-Präsident bot den beteiligten Akteuren die Unterstützung bei der Durchführung der IBA an.

Die Teilnehmer des IHK-Symposiums waren sich einig, dass die Durchführung einer IBA in FrankfurtRheinMain ein Beitrag zur geübten Praxis regionaler Kooperation werden kann. Eine TED-Umfrage unter den Teilnehmern ergab, dass 64 Prozent eine IBA in FrankfurtRheinMain begrüßen. Karen Hoyndorf, Geschäftsführerin von Accenture und Vizepräsidentin der IHK Frankfurt, sicherte die finanzielle und konzeptionelle Unterstützung der Unternehmen bei der Realisierung der IBA FrankfurtRheinMain zu. Auf die Unterstützung der Wirtschaft baut Steffen Saebisch, Staatssekretär im Hessischen Wirtschaftsministerium. Seiner Einschätzung nach kann die IBA nur gelingen, wenn sich alle Beteiligten ihrer Verantwortung bewusst werden und an einem Strang ziehen. Das Land Hessen könne die IBA nicht allein finanzieren. Zu dieser wichtigen Gemeinschaftsaufgabe bedarf es verbindlicher Zusagen des Landes, der Kommunen und der Wirtschaft. Saebisch bestätigte, dass das Land Hessen bereits Mittel für die IBA in den Haushaltsplan eingestellt habe.

Dr. Jürgen Dieter, Geschäftsführender Direktor des Hessischen Städtetags, appellierte, bei der Realisierung der IBA auf vorhandenes Know-how aus der Region zurückzugreifen. Offenbachs Oberbürgermeister kann sich vorstellen, dass der Planungsverband Ballungsraum Frankfurt/Rhein-Main die IBA managt. Heiko Kasseckert, Erster Beigeordneter des Planungsverbands, bekräftigte, dass der Planungsverband das nötige Expertenwissen besitze, ein solches Projekt zu realisieren.

IHK Frankfurt am Main
Unternehmenskommunikation



IHK-Präsident Dr. Mathias Müller (1) erinnerte daran, dass die Region FrankfurtRheinMain nur dann ihr Potenzial entfalten könne, wenn sie geschlossen auftrete. Nachhaltiges Wachstum könne vor allem durch regionale Kooperationen eine neue Qualität gewinnen, meinte er. Auf dem Podium diskutierten unter anderem Karen Hoyndorf (2), IHK-Vizepräsidentin und Geschäftsführerin, Accenture, Dr. Jürgen Dieter (3), Geschäftsführender Direktor, Hessischer Städtetag, Heiko Kasseckert (4), Erster Beigeordneter, Planungsverband Ballungsraum Frankfurt / Rhein-Main, Horst Schneider (5), Oberbürgermeister, Stadt Offenbach, und Arnd Zinnhardt (6), Vorstandsmitglied, Software, und IHK-Vizepräsident, Darmstadt.


IHK WirtschaftsForum
Juli - August 2009