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Außenwirtschaftsausschuss: Ganz vernetzt, ganz global

Der Außenwirtschaftsausschuss ist ein Spiegelbild der globalen Aufstellung und der Branchenvielfalt der Unternehmen im IHK-Bezirk Frankfurt. Während der Sitzungen stehen vor allem auch die von der Politik vorgegebenen Rahmenbedingungen der unterschiedlichen Auslandsmärkte im Fokus.

 

Das wirtschaftliche Wohlergehen der Region FrankfurtRheinMain hängt ganz wesentlich davon ab, dass die Produkte und Lösungen der Unternehmen von Kunden aus aller Welt nachgefragt werden. Für die Akteure am Finanzplatz Frankfurt und die Logistiker rund um den Flughafen ist das offensichtlich. Es gilt aber auch für das verarbeitende Gewerbe, das im IHK-Bezirk rund 61 000 Beschäftigte zählt und 61 Prozent seines Umsatzes im Ausland macht.

 

Von überragender Bedeutung ist dabei das Geschäft mit unseren Nachbarn. 58 Prozent der hessischen Exporte gehen in die EU. Die Errungenschaften des Binnenmarktes, also zum Beispiel einheitliche Standards und Zulassungsvorschriften, keine Zollformalitäten und für die Eurozone sogar die Beseitigung jeglichen Währungsrisikos, machen diese Region gerade für den Mittelstand zum wichtigen Heimatmarkt. Das gilt genauso für die Beschaffungsseite; grenzüberschreitende Wertschöpfungsketten haben parallel zur Vertiefung und Erweiterung des Binnenmarktes massiv an Bedeutung gewonnen.

 

Aber auch jenseits der EU sind unsere Unternehmen erfolgreich. Der wichtigste Auslandsmarkt für die hessische Exportwirtschaft sind die USA mit einem Exportvolumen von sieben Milliarden Euro. Nummer zwei außerhalb der EU ist heute China mit Ausfuhren in Höhe von 3,7 Milliarden Euro. Alle drei Zielmärkte – EU, USA und China – stehen für 75 Prozent der hessischen Exporte. Hier also spielt die Hauptmusik, aber auch in allen anderen Regionen, wie etwa Osteuropa, Südostasien oder im Mittleren Osten, genießen Produkte und Lösungen „made in Germany“ einen erstklassigen Ruf.

 

Die Vielfalt der globalen Aufstellung der hiesigen Unternehmen spiegelt sich im Außenwirtschaftsausschuss der IHK Frankfurt wider. Die 30 Mitgliedsunternehmen decken nicht nur regional praktisch alle Märkte ab, sondern repräsentieren auch die ganze Branchenvielfalt: Chemie, Pharma und Medizintechnik, Mess- und Regeltechnik, Maschinen- und Anlagenbau, Werkzeuge, Lebensmittel, Verpackungen, Glas und Porzellan, Banken und Leasing, Logistik und Messe. Die halbjährlichen Sitzungen fußen dabei inhaltlich in der Regel auf zwei Säulen, einmal einem externen Vortrag zu Fragen des Auslandsgeschäfts in einem bestimmten Land. Der andere nicht minder wichtige Teil der Sitzungen dient dem Austausch untereinander über die Geschäftsentwicklung auf den jeweiligen Auslandsmärkten.

 

Nicht selten sind es dann Änderungen der von der Politik gesetzten Rahmenbedingungen, die der Ausschuss aufgreift, um sich ein klares Bild zu verschaffen. Beispiel USA: Die Initiative zum Abschluss eines umfassenden transatlantischen Freihandelsabkommens (TTIP), die Ende 2012 von der US-Regierung und der EU-Kommission aufs Gleis gehoben wurde, war in zwei Ausschusssitzungen 2013 und 2014 Diskussionsthema. In einer sich zunehmend aufheizenden öffentlichen Debatte über TTIP, die vor allem von Gegnern mitunter laut und unsachlich geführt wurde, positionierte sich der Außenwirtschaftsausschuss klar für den Abschluss eines solchen Abkommens.

 

Statt des davon erhofften Rückenwindes baut sich gerade veritabler Gegenwind für die transatlantischen Handelsbeziehungen auf. Die Entschlossenheit der Trump-Regierung, eine Reduzierung des US-Handelsbilanzdefizits über bilaterale Deals, unter Androhung von Strafzöllen und Umgehung von WTO-Regeln, durchzudrücken, birgt im Eskalationsfall erhebliches Schadenrisiko für beide Seiten. Der Ausschuss griff das Thema früh auf; schon kurz nach Amtsantritt der neuen Regierung berichtete der Geschäftsführer der AHK New York im Frühjahr 2017 über deren Vorhaben, die aus Sicht deutscher Unternehmen neben Risiken aber auch Chancen bieten, etwa im Zuge der Unternehmensteuerreform.

 

Auch in unserem Heimatmarkt sorgen politische Rahmensetzungen für Herausforderungen, Stichwort Brexit. Die Handelsbeziehungen zu unserem drittwichtigsten Auslandsmarkt innerhalb der EU werden sich mit dem Austritt der Briten für die meisten Unternehmen, die im UK-Geschäft aktiv sind, ändern. Die Herausforderung besteht darin, dass bis heute nicht klar ist, wie die konkreten Rahmenbedingungen nach dem Austritt aussehen werden. Gerade weil die Brexit-Entscheidung aus Sicht der hiesigen Unternehmen schwer zu verstehen ist, war es wichtig, dass der Geschäftsführer der AHK London bei der Herbstsitzung 2016 kurz nach der Abstimmung über Hintergründe informierte und als Sparringspartner für eine lebhafte Diskussion über die Perspektiven des deutsch-britischen Handels zur Verfügung stand.

 

Ein Thema im internationalen Geschäft, das hohe Aufmerksamkeit erfordert und bei den Sitzungen immer wieder angesprochen wird, umfasst Sanktionen und Exportkontrolle. Die prominentesten Fälle sind hier aus deutscher Sicht sicherlich Russland und Iran. Als Folge westlicher Sanktionen im Zuge der Krim-Annektion unterliegen bestimmte Exporte nach Russland Sanktionen. Das war auch eines der Hauptthemen beim Besuch des Geschäftsführers der AHK Moskau in der Sitzung im Herbst 2017. Schon zuvor im Frühjahr 2015 diskutierte der Ausschuss die wirtschaftlichen Auswirkungen der Krim-Krise auf das Ukraine- und Russlandgeschäft.

 

Einem Wechselbad gleichen auch die Wirtschaftsbeziehungen mit Iran, wo mit dem Atomabkommen ab Anfang 2016 große Hoffnungen auf eine Intensivierung der traditionell engen Wirtschaftsbeziehungen bestand, die aber nun durch die einseitige Aufkündigung des Abkommens und erneute Verschärfung der US-Sanktionen faktisch wieder zunichte gemacht werden. Iran war Schwerpunktthema im Herbst 2014 und wurde seither immer wieder beim Erfahrungsaustausch aufgegriffen.

 

Weitere Themen in jüngerer Zeit waren beispielsweise die strukturellen Veränderungen auf dem chinesischen Markt oder auch die Wirtschaftsreformen der Regierung Modi in Indien und die weitere Entwicklung in Thailand, einem wichtigen Handelspartner in Südostasien, nach der Übernahme der dortigen Regierung durch das Militär. Natürlich stehen im Ausschuss thematisch die Auslandsmärkte im Vordergrund. Aber Querschnittsthemen wie Digitalisierung und Industrie 4.0 verändern Märkte überall und damit auch das internationale Geschäft. Das Thema stand im Frühjahr auf der Agenda.

 

Nicht immer, aber sehr oft sind es die Vertreter der jeweiligen deutschen Auslandshandelskammer, die im Ausschuss über ihre Region berichten. Das globale AHK-Netz mit seinen mittlerweile rund 130 Standorten bietet enormes Know-how zu allen Fragen des Marktzugangs und ist gerade für den Mittelstand oft eine große Hilfe. Die IHK Frankfurt pflegt die Kontakte mit diesem Netzwerk intensiv, was auch dem Ausschuss zugutekommt. Kurzum, der Ausschuss ist mit seinen Themen nah am weltwirtschaftlichen Geschehen. Die Qualität und Vielschichtigkeit der Diskussionen lebt und profitiert dabei stark von der globalen Aufstellung und der breiten Branchenstruktur seiner Mitglieder. Und die Themen werden ihm auch in Zukunft nicht ausgehen.

 

Autor

 

Vizepräsident und Vorsitzender, Außenwirtschaftsausschuss, IHK Frankfurt

stefan.messer@messergroup.com

 

Ansprechpartner

Anfragen aus dem IHK-Bezirk beantwortet:
Dr. Jürgen Ratzinger International Geschäftsführer
Telefon: 069 2197-1211Fax: 069 2197-1541

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