Förderinstrumente / Finanzhilfen infolge des Coronavirus

Förderinstrumente / Finanzhilfen infolge des Coronavirus

Der Bund und das Land Hessen bieten Unternehmen in der gegenwärtigen Coronapandemie verschiedene Förderprogramme an.

1. Zuschüsse 

 

1.1. Neustarthilfe

  • Mit der Neustarthilfe werden Soloselbständige und Gesellschafter unterstützt, deren wirtschaftliche Tätigkeit im Förderzeitraum Januar 2021 bis Juni 2021 coronabedingt eingeschränkt ist.
  • Die Neustarthilfe beträgt einmalig 50 Prozent eines sechsmonatigen Referenzumsatzes, der auf Basis des Jahresumsatzes 2019 berechnet wird, maximal aber 7.500 Euro. 
  • Die Neustarthilfe wird als Liquiditätsvorschuss ausgezahlt.

  • Antragsberechtigt sind Soloselbständige, Gesellschafter von Ein-Personen-Gesellschaften und Mehr-Personen-Gesellschaften aller Branchen, die weniger als eine Vollzeitkraft beschäftigen, keine Fixkosten in der Überbrückungshilfe III geltend gemacht haben und die Geschäftstätigkeit vor dem 01.05.2020 aufgenommen haben.

  • Während Soloselbstständige einen Antrag direkt stellen können, sind Anträge für Kapitalgesellschaften über prüfende Dritte zu stellen.

  • Hotline für Soloselbstständige: 030 - 1200 21034
  • Anträge können bis zum 31.10.2021 gestellt werden.

Zur Neustarthilfe des Bundes  

 

 

1.2. Neustarthilfe plus

  • Mit der Neustarthilfe plus werden Soloselbständige und Gesellschafter unterstützt, deren wirtschaftliche Tätigkeit in den Förderzeitäumen Juli 2021 bis September 2021 bzw. Oktober 2021 bis Dezember 2021 coronabedingt eingeschränkt ist.
  • Die Neustarthilfe beträgt einmalig 50 Prozent eines dreimonatigen Referenzumsatzes, der auf Basis des Jahresumsatzes 2019 berechnet wird, maximal 4.500 Euro für jeden der beiden Förderzeiträume.
  • Die Neustarthilfe wird als Liquiditätsvorschuss ausgezahlt.

Zur Neustarthilfe plus

 

 

1.3. Überbrückungshilfe III

  • Für die Monate November 2020 bis Juni 2021erhalten Unternehmen einen nicht zurückzahlbaren Zuschuss für Betriebsausgaben. 
  • Voraussetzung ist ein Umsatzeinbruch von min. 30 Prozent in einem Monat im Vergleich zum Referenzmonat im Jahr 2019.
  • Unternehmen können bis zu 1,5 Mio. Euro Überbrückungshilfe pro Monat erhalten.
  • Es gibt einen Musterkatalog fixer Kosten, der erstattet werden kann.
  • Hotline für prüfende Dritte: 030 – 530 199 322
  • Anträge können bis zum 31.10.2021 gestellt werden.
  • Eine so genannte Überbrückungshilfe III Plus für die Monate Juli bis September 2021 ist in Vorbereitung.

Zur Überbrückungshilfe III des Bundes

 

 

1.4. Überbrückungshilfe III plus

  • Für die Monate Juli 2021 bis Dezember 2021 erhalten Unternehmen einen nicht zurückzahlbaren Zuschuss für Betriebsausgaben. 
  • Voraussetzung ist ein Umsatzeinbruch von min. 30 Prozent in einem Monat im Vergleich zum Referenzmonat im Jahr 2019.
  • Der maximale Zuschuss beträgt 10.000.000 Euro pro Fördermonat. 
  • Die Überbrückungshilfe III Plus erstattet einen Anteil in Höhe von

    • bis zu 100 Prozent der förderfähigen Fixkosten bei Umsatzeinbruch > 70 Prozent

    • bis zu 60 Prozent der förderfähigen Fixkosten bei Umsatzeinbruch ≥ 50 Prozent und ≤ 70 Prozent

    • bis zu 40 Prozent der förderfähigen Fixkosten bei Umsatzeinbruch ≥ 30 Prozent und < 50 Prozent

  • im Fördermonat im Vergleich zum entsprechenden Monat des Jahres 2019.

  • Bei einem monatlichen Umsatzeinbruch von mindestens 50 Prozent werden Aufschläge gewährt (Eigenkapitalzuschuss).

  • Die sogenannte Restart-Prämie, eine Prämie beim Rückholen von Mitarbeitern aus der Kurzarbeit oder bei Neueinstellungen, läuft im September aus. 

Zur Überbrückungshilfe III plus

 

 

1.5. Notfallkasse Hessen

  • Unternehmen, nicht-öffentlichen Institutionen sowie Bürgerinnen und Bürger, die bislang nicht aus den vorhandenen wirtschaftlichen Hilfsprogrammen profitiert haben, können für erlittene wirtschaftliche Schäden und Nachteile eine Einmalzahlung aus der hessischen Notfallkasse beantragen.
  • Eine Einzelunterstützung soll 100.000 Euro nicht übersteigen. 

Zur Notfallkasse Hessen

 

 

1.6. BAFA-Beratungsförderungen Unternehmen in Schwierigkeiten

  • Im Rahmen der BAFA-Unternehmensberatungsförderung erhalten KMU, die in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten sind, einen Zuschuss für eine Beratungsleistung in Höhe von 90%, maximal jedoch 3.000 Euro, der in Rechnung gestellten Beratungskosten (Vollfinanzierung).
  • Gefördert werden Beratungen zur Sicherung bzw. Wiederherstellung der Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit.
  • Unternehmen müssen vor Antragstellung ein Informationsgespräch mit einem regionalen Ansprechpartner des BAFA führen.

Zur BAFA-Förderung Unternehmen in Schwierigkeiten 

 

 

1.7. RKW-Perspektivenberatung Mittelstand als Corona-Hilfe

  • Erarbeitet werden Ideen, wie Unternehmen eine Perspektive gewinnen, um über diese schwierige Zeit hinweg zu kommen. Dazu zählen Überlegungen zum Geschäftsmodell, Liquidität, Auslastung und spezifische Belastungen. Es werden mögliche Hilfen wie Kurzarbeitergeld, Förderkredite, Bürgschaften, Zuschüsse, aber auch kurzfristige Einsparmöglichkeiten beleuchtet und entsprechende Empfehlungen gegeben.
  • Zielgruppe sind alle kleinen Unternehmen, Selbstständigen und Freiberufler in Hessen mit bis zu zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Dabei gelten die KMU-Kriterien.

Zur RKW Perspektivenberatung 
 

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2. Kredite 

 

2.1 Hessen-Mikoliquidität

  • Antragsberechtigt sind natürliche Personen, die unternehmerisch tätig sind (Inhaber von Einzelunternehmen und Personengesellschaften, Gesellschafter-Geschäftsführer von GmbH und UG).
  • Mitfinanziert werden Betriebsmittel für die Aufrechterhaltung der Tätigkeit bzw. die Überbrückung des Zeitraumes bis zur Wiederaufnahme derselben.
  • Je Antragstellendem beträgt das maximale Kreditvolumen 35.000, - EUR.
  • Es sind keine banküblichen Sicherheiten erforderlich.
  • Die Vergabe von mehreren Darlehen an die gleiche antragsstellende Person ist ausgeschlossen. Aufstockungen bereits gewährter Darlehen sind nicht möglich.
  • Personen, die bereits Mikroliquidität erhalten haben, können keinen erneuten Antrag stellen.
  • Eine Steuerberatung ist bei der Antragstellung zu benennen und einzureichende wirtschaftliche Unterlagen sind von dieser zu bestätigen. 

Zur Hessen-Mikroliquidität

 

2.2 KfW-Schnellkredit für den Mittelstand

  • Förderkredit für Anschaffungen und laufende Kosten.
  • Max. 300.000 Euro für Unternehmen bis 10 Beschäftigte.
  • Max. 500.000 Euro für Unternehmen mit bis zu 50 Beschäftigten 
  • Max. 800.000 Euro für Unternehmen mit mehr als 50 Beschäftigten. 
  • Kreditbetrag maximal bis zu 25% des Jahresumsatzes 2019
  • Tilgung bis zu 10 Jahre, 2 Jahre tilgungsfrei.
  • Zinssatz: 3 Prozent.
  • 100% Risikoübernahme durch die KfW
  • Keine Risikoprüfung durch die Hausbank
  • Voraussetzung:
    • Das Unternehmen ist mindestens seit Januar 2019 am Markt tätig.
    • Es wurde im Durchschnitt der Jahre 2017 bis 2019 einen Gewinn erzielt - oder in einem kürzeren Zeitraum, bei Gündung nach 2017.

Zum KfW-Schnellkredit

 

 

2.3 KfW-Sonderprogramm

  • Der Kredithöchstbetrag beträgt 100 Mio. Euro für Investitionen und Betriebsmittel 
  • Betriebsmittelfinanzierungen werden mit einer Laufzeit bis zu 5 Jahre mit einem tilgungsfreien Anlaufjahr und als endfällige Variante mit 2 Jahren Laufzeit angeboten
  • Die KfW bietet die Darlehen bis zu einer 90%-ige Risikoübernahme (Haftungsfreistellung) der Hausbank an, abgesichert durch eine vollumfängliche Bundesgarantie.
  • Zur beschleunigten Abwicklung der Verfahren wird die KfW bei Kreditbeträgen bis zu 3 Mio. Euro die Risikoprüfung der Finanzierungspartner übernehmen und auf eine eigene Risikoprüfung verzichten.
  • Der Zinssatz beträgt für KMU zwischen 1,00 bis maximal 1,46 Prozent p.a.

Zum KfW-Unternehmerkredit 

 

 

2.4 Liquiditätshilfe für kleine und mittlere Unternehmen in Hessen

  • Antragsberechtigt sind Unternehmen im Bereich der gewerblichen Wirtschaft.
  • Diese erhalten ein Darlehen zwischen 5.000 bis maximal 500.000 Euro
  • Die Laufzeiten betragen 2 Jahren mit endfälliger Tilgung oder 5 Jahre mit Quartalstilgung.
  • Der Endkreditnehmersollzinssatz 1,25 % p.a..
  • Es handelt sich um ein Nachrangdarlehen, für das keine Sicherheiten gestellt werden müssen.
  • Eine Hausbank muss eine zusätzliche Kofinanzierung von 20 % stellen.

Zur Liquiditätshilfe des Landes Hessen

 

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3. Beteiligungen

 

3.1 MBG H Kleinbeteiligung

  • Gefördert werden Investitionen und Aufwendungen im Rahmen der Entwicklung und Markteinführung neuer Produkte oder Verfahren, Umstrukturierungen, Wachstum, die Erweiterung eines Betriebes sowie Unternehmensübernahmen. Ebenso können Liquiditätsengpässe infolge der Corona-Krise gefördert werden.
  • Die maximale Beteiligungshöhe beträgt 100.000 Euro. 

MBG H-Kleinbeteiligung

 

 

3.2 Beteiligungen

  • Der hessische Mittelstand wird über verschiedene Beteiligungsfonds hauptsächlich mit stillen und in bestimmten Konstellationen auch mit offenen Beteiligungen unterstützt.
  • Diese werden von der BM H - einer Tochtergesellschaft der Helaba, die über die WIBank konzeptionell in die Wirtschaftsförderung des Landes Hessen integriert ist - verwaltet. 

Beteiligungen 

 

 

3.3 Mikromezzaninfonds Deutschland

  • Antragsberechtigt sind kleine und junge Unternehmen sowie Existenzgründerinnen und Existenzgründer.
  • Gefördert werden sämtliche Investitionen in die Errichtung eines neuen oder die Fortführung eines bestehenden Unternehmens. Auch Unternehmensnachfolgefinanzierungen oder Betriebsmittelfinanzierungen sind möglich

Mikromezzaninfonds Deutschland

 

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4. Bürgschaften 

Anträge können bei Banken und Sparkassen gestellt werden

 

4.1 Bürgschaft der Bürgschaftsbank Hessen

  • Wenn Förderbanken oder Hausbanken Sicherheiten verlangen, steht die Bürgschaftsbank Unternehmen zur Seite, damit eine Finanzierung möglich wird.
  • Der Bürgschaftshöchstbetrag wird auf 2,5 Mio. Euro verdoppelt. Die Bürgschaftsquote beträgt 80%. 

4.2 Express-Bürgschaft der Bürgschaftsbank Hessen

  • Wenn es einmal schnell gehen muss. Mittels eines standardisierten Verfahrens kann eine Expressbürgschaft durch die Hausbank online beantragt werden.
  • Hier beträgt der Bürgschaftshöchstbetrag 250.000 Euro. 

4.3 Landesbürgschaften

  • Das Land Hessen übernimmt in besonderen Fällen Landesbürgschaften i.d.R. über 2,5 Mio. Euro.
  • In Kooperation mit der Hausbank kann dadurch sowohl die Finanzierung von Investitionen als auch die finanzielle Überbrückung von Liquiditätsengpässen abgesichert werden. 

Zu den Bürgschaften des Landes Hessen

 

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5. Hessenfonds

  • Mit dem "HessenFonds für Wirtschaftsstabilisierungsmaßnahmen" hat das Land Hessen ein eigenes Programm für den Mittelstand aufgelegt. Es stellt eine wichtige Ergänzung zum Wirtschaftsstabilisierungsfonds des Bundes dar, der sich hauptsächlich an Großunternehmen richtet.
  • Die Hilfen werden als stille Beteiligungen oder als Bürgschaften für Bankkredite gewährt.
  • Anträge können von Unternehmen gestellt werden, deren Bilanzsumme mehr als 10 Millionen Euro beträgt. Zusätzlich müssen die Unternehmen Umsatzerlöse von mehr als 10 Millionen Euro und höchstens 50 Millionen Euro erwirtschaften oder zwischen 50 und 249 Mitarbeiter beschäftigen.

Zum Hessenfonds

 

 

6. Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF)

 

Der WSF richtet sich an große Unternehmen der Realwirtschaft, die in den letzten beiden bilanziell abgeschlossenen Geschäftsjahren vor dem 01.01.2020 mindestens zwei der folgenden Bedingungen erfüllten:

  • Bilanzsumme > 43 Mio. Euro
  • Umsatz > 50 Mio. Euro
  • Beschäftigte > 249 (im Jahresdurchschnitt)

Der WSF sieht zwei Stabilisierungsinstrumente vor (kombinierte Anwendung möglich):

  • Garantien des Bundes zur Absicherung von Krediten einschließlich Kreditlinien und Kapitalmarktprodukten im Fremdkapitalbereich
  • Rekapitalisierungen zur direkten Stärkung des Eigenkapitals

Konditionen:

  • Für Garantien und sonstige Gewährleistungen für Bankkredite, Garantien für Anleihen sowie Rekapitalisierungen bis zu einem Volumen von 100 Millionen Euro gelten im WSF standardisierte Konditionen
  • In den übrigen Fällen erfolgt eine individuelle Strukturierung im Rahmen der Vorgaben des Stabilisierungsfondsgesetzes sowie der Durchführungsverordnung zum Wirtschaftsstabilisierungsfondsgesetz

Ansprechpartner ist das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.


Zum Wirtschaftsstabilisierungsfonds

 

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Telefon-Hotlines und Checklisten für Unternehmen

 

Hotline des BMWi für allgemeine wirtschaftsbezogene Fragen zum Coronavirus

Telefon: 030 12002-1031 / -1032
 

Hotlines der Förderbank des Landes Hessen und der Bürgschaftsbank

der WIBank Hessen, Telefon: 0611 774-7333, sowie

der Bürgschaftsbank Hessen, Telefon: 0611 1507-77.

 

Überbrückungshilfe November- und Dezemberhilfe: Hotline für prüfende Dritte

Steuerberatung, Wirtschafts- oder Buchprüfung, Rechtsanwalt oder -anwältin wenden sich an den Service-Desk:
Service-Hotline 030 – 530 199 322 
 

Direktantrag Neustarthilfe: Hotline für Soloselbstständige

Wenden Sie sich an den Service-Desk für Solo-Selbständige:
Service-Hotline 030-1200 21034

 

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Informationen, Meldungen und Checklisten

 

Bundesministerium für Wirtschaft (BMWi) 
Informationen des BMWi zu den Unterstützungsmaßnahmen.

 

Landesregierung Hessen 
Zusammenfassung aller aktuellen Informationen zum Corona-Virus (SARS-CoV-2-Infektion) in Hessen.

 

HIHK
Mit der Corona-Checkliste für Unternehmen (2,8 MB) bietet der Hessische Industrie- und Handelskammertag (HIHK) Orientierung und Hilfestellung für Unternehmen.

 

DIHK
Die IHK-Organisation setzt sich für Sie als Unternehmerinnen  und Unternehmer ein. Frühzeitig und wiederholt mahnt der DIHK die Politik schnelle und unbürokratische Hilfen zu schaffen. 
 

Die IHK Frankfurt am Main steht Ihnen als Ansprechpartner gern zur Verfügung.

 

Stand: 09.09.2021