Überbrückungshilfe für kleine und mittlere Unternehmen

Die Überbrückungshilfe des Bundes ist ein Zuschussprogramm, das finanzielle Unterstüzung für kleine und mittlere Unternehmen bietet, die von Umsatzrückgängen wähend der Corona-Krise betroffen sind. 

 

Die Phase 1-Förderung umfasst die Fördermonate Juni bis August 2020 und muss spätenstens bis zum 09.10.2020 beantragt werden. 

  • Für die Antragsberechtigung sind die Umsätze der Monate April und Mai 2020 relevant. Eine Antragsberechtigung liegt nur vor, wenn zusammengenommen ein Umsatzeinbruch von mindestens 60 Prozent gegenüber den gleichen Vorjahresmonaten (April und Mai 2019) vorliegt.
     
  • Ist das 60 Prozent-Kriterium erfüllt, dann erstattet die Überbrückungshilfe für die Monate Juni, Juli und August 2020 jeweils einen Anteil in Höhe von
    • 80 Prozent der förderfähigen Fixkosten bei mindestens 70 Prozent Umsatzrückgang,
    • 50 Prozent der förderfähigen Fixkosten bei einem Umsatzrückgang zwischen 50 Prozent und und 70 Prozent,
    • 40 Prozent der förderfähigen Fixkosten bei Umsatzrückgang zwischen 40 Prozent und 50 Prozent im jeweiligen Fördermonat im Vergleich zum Vorjahresmonat.
  • Die maximale Höhe des Zuschusses beträgt pro Monat
    • 3.000,00 € für Unternehmen mit bis zu 5 Beschäftigten,
    • 5.000,00 € für Unternehmen mit bis zu 10 Beschäftigten,
    • 50.000,00 € für Unternehmen mit mehr als 10 Beschäftigten

Vertiefende Informationen zur Phase 1-Förderung finden Sie hier:

Bundessteuerberaterkammer FAQ Überbrückungshilfen

 

 

Die Phase 2-Förderung umfasst die Fördermonate September bis Dezember 2020 und kann voraussichtlich ab Mitte Oktober beantragt werden. Je nach Höhe der betrieblichen Fixkosten können Unternehmen für die vier Monate bis zu 200.000 Euro an Förderung erhalten. 

 

Wer kann Anträge zur Phase 2-Förderung stellen?

  • Kleine und mittelständische Unternehmen und Organisationen aus allen Wirtschaftsbereichen, soweit sie sich nicht für den Wirtschaftsstabilisierungsfonds qualifizieren, Soloselbstständige, selbstständige Angehörige der Freien Berufe im Haupterwerb, gemeinnützige Unternehmen und Organisationen, die dauerhaft wirtschaftlich am Markt tätig sind.

 

Flexibilisierung der Eintrittsschwelle

Zur Antragstellung berechtigt sind Antragsteller, die entweder

  • einen Umsatzeinbruch von mindestens 50 Prozent in zwei zusammenhängenden Monaten im Zeitraum April bis August 2020 gegenüber den jeweiligen Vorjahresmonaten oder
  • einen Umsatzeinbruch von mindestens 30 Prozent im Durchschnitt in den Monaten April bis August 2020 gegenüber dem Vorjahreszeitraum verzeichnet haben.

 

Höhe und Verwendungszweck der Phase 2-Förderung

  • 90 Prozent der Fixkosten bei mehr als 70 Prozent Umsatzeinbruch (bisher 80 Prozent der Fixkosten),
  • 60 Prozent der Fixkosten bei einem Umsatzeinbruch zwischen 50 Prozent und 70 Prozent (bisher 50 Prozent der Fixkosten) und
  • 40 Prozent der Fixkosten bei einem Umsatzeinbruch von mehr als 30 Prozent (bisher bei mehr als 40 Prozent Umsatzeinbruch).
  • Ersatzlose Streichung der KMU-Deckelungsbeträge der Phase 1 von 9.000 Euro bzw. 15.000 Euro.

 

Was wird erstattet?

Förderfähig sind fortlaufende, im Förderzeitraum anfallende vertraglich begründete oder behördlich festgesetzte und nicht einseitig veränderbare Fixkosten gemäß der folgenden Liste, die auch branchenspezifischen Besonderheiten Rechnung trägt:

  1. Mieten und Pachten für Gebäude, Grundstücke und Räumlichkeiten, die in unmittelbarem Zusammenhang mit der Geschäftstätigkeit des Unternehmens stehen. Kosten für Privaträume sind nicht förderfähig.
  2. Weitere Mietkosten
  3. Zinsaufwendungen für Kredite und Darlehen
  4. Finanzierungskostenanteil von Leasingraten
  5. Ausgaben für notwendige Instandhaltung, Wartung oder  Einlagerung von Anlagevermögen und gemieteten Vermögensgegenständen, einschließlich der EDV
  6. Ausgaben für Elektrizität, Wasser, Heizung, Reinigung und Hygienemaßnahmen
  7. Grundsteuern
  8. Betriebliche Lizenzgebühren
  9. Versicherungen, Abonnements und andere feste Ausgaben
  10. Kosten für Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer, die im Rahmen der Beantragung der CoronaÜberbrückungshilfe anfallen.
  11. Kosten für Auszubildende
  12. Personalaufwendungen im Förderzeitraum, die nicht von Kurzarbeitergeld erfasst sind, werden pauschal mit 20 % der Fixkosten der Ziffern 1 bis 10 gefördert. Lebenshaltungskosten oder ein Unternehmerlohn sind nicht förderfähig.
  13. Um der besonderen Betroffenheit der Reisebüros angemessen Rechnung zu tragen, sind auch Provisionen, die Inhaber von Reisebüros den Reiseveranstaltern aufgrund Corona-bedingter Stornierungen zurückgezahlt haben, den Fixkosten nach Nr. 1 bis 12 gleichgestellt.

 

Was wird nicht gefördert?

  • Lebenshaltungskosten/Unternehmerlohn
  • Kosten für Privaträume
  • Fixkosten an verbundene Unternehmen

 

Antragstellung

  • Es handelt sich um ein digitales Antragsverfahren durch Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder vereidigte Buchprüfer. Zuständig für die Durchführung sind die Länder.

  • Einen Steuerberater finden Sie beispielsweise über die Steuerberaterkammer Hessen oder den bundesweiten Steuerberater-Suchdienst

 

Weitere Informationen: 

Bundesfinanzministerium Verlängerung der Überbückungshilfe
FAQ-Katalog und Checklisten der Bundessteuerberaterkammer

Informations- und Registrierungsportal des Bundes