Überbrückungshilfe II und III für kleine und mittlere Unternehmen

Die Überbrückungshilfe des Bundes ist ein Zuschussprogramm, das eine finanzielle Unterstüzung für kleine und mittlere Unternehmen bietet, die von Umsatzrückgängen wähend der Corona-Krise betroffen sind.

 

Überbrückungshilfe II

 

Die 2. Phase-Förderung, auch Überbrückungshilfe II genannt, umfasst die Fördermonate September bis Dezember 2020. Die Antragsfrist endet am 31. März 2021.

 

Wer kann Anträge stellen?

  • Kleine und mittelständische Unternehmen und Organisationen aus allen Wirtschaftsbereichen, soweit sie sich nicht für den Wirtschaftsstabilisierungsfonds qualifizieren, Soloselbstständige, selbstständige Angehörige der Freien Berufe im Haupterwerb, gemeinnützige Unternehmen und Organisationen, die dauerhaft wirtschaftlich am Markt tätig sind.
  • Überbrückungshilfe können nur Unternehmen in Anspruch nehmen, die vor dem 1. November 2019 gegründet wurden.

 

Antragsvoraussetzung

  • Mindestens 50% Umsatzeinbruch in zwei zusammenhängenden Monaten im Zeitraum April bis August 2020 gegenüber den jeweiligen Vorjahresmonaten oder
  • Mindestens 30% Umsatzeinbruch im Durchschnitt der Monate April bis August 2020 gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum.

 

Höhe und Verwendungszweck 

  • Die Überbrückungshilfe II wird für die vier Monate September bis Dezember 2020 gewährt. Die Förderhöhe bemisst sich nach den erwarteten Umsatzeinbrüchen der Fördermonate September, Oktober, November und Dezember 2020 im Verhältnis zu den jeweiligen Vergleichsmonaten im Vorjahr.
  • 90% der Fixkosten bei Umsatzeinbruch mehr als 70% 
  • 60% der Fixkosten bei Umsatzeinbruch zwischen 50% und 70%
  • 40% der Fixkosten bei Umsatzeinbruch von mehr als 30%
  • Die maximale Förderung beträgt 50.000 Euro pro Monat.

 

Was wird erstattet?

Förderfähig sind fortlaufende, im Förderzeitraum anfallende vertraglich begründete oder behördlich festgesetzte und nicht einseitig veränderbare Fixkosten gemäß der folgenden Liste, die auch branchenspezifischen Besonderheiten Rechnung trägt:

  1. Mieten und Pachten für Gebäude, Grundstücke und Räumlichkeiten, die in unmittelbarem Zusammenhang mit der Geschäftstätigkeit des Unternehmens stehen. Kosten für Privaträume sind nicht förderfähig.
  2. Weitere Mietkosten
  3. Zinsaufwendungen für Kredite und Darlehen
  4. Finanzierungskostenanteil von Leasingraten
  5. Ausgaben für notwendige Instandhaltung, Wartung oder  Einlagerung von Anlagevermögen und gemieteten Vermögensgegenständen, einschließlich der EDV
  6. Ausgaben für Elektrizität, Wasser, Heizung, Reinigung und Hygienemaßnahmen
  7. Grundsteuern
  8. Betriebliche Lizenzgebühren
  9. Versicherungen, Abonnements und andere feste betriebliche Ausgaben
  10. Kosten für Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer, die im Rahmen der Beantragung der Überbrückungshilfe II anfallen.
  11. Personalaufwendungen im Förderzeitraum, die nicht von Kurzarbeitergeld erfasst sind, werden pauschal mit 20 % der Fixkosten der Ziffern 1 bis 10 gefördert. 
  12. Kosten für Auszubildende
  13. Provisionen für Reisebüros und Margen für Reiseveranstalter 

 

Was wird nicht gefördert?

  • Lebenshaltungskosten/Unternehmerlohn
  • Kosten für Privaträume
  • Fixkosten an verbundene Unternehmen

 

Antragstellung

  • Es handelt sich um ein digitales Antragsverfahren durch Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder vereidigte Buchprüfer. Zuständig für die Durchführung sind die Länder.

  • Einen Steuerberater finden Sie beispielsweise über die Steuerberaterkammer Hessen oder den bundesweiten Steuerberater-Suchdienst

Weitere Informationen: 

Informations- und Registrierungsportal des Bundes www.ueberueckungshilfe-unternehmen.de

FAQ-Katalog der Bundessteuerberaterkammer

 

------------------------------------------------------------------------------

 

Überbrückungshilfe III (Beantragung voraussichtlich im Januar 2021)

  • Laufzeit Anfang Januar 2021 bis Ende Juni 2021.

Wer kann Anträge stellen?

  • Die Überbrückungshilfe III richtet sich an Unternehmen, Soloselbstständige sowie selbständige Freiberuflerinnen und Freiberufler mit einem jährlichen Umsatz bis zu 500 Millionen Euro.

Antragsvoraussetzung

  • Unternehmen, die im Zeitraum von April bis Dezember 2020 in zwei zusammenhängenden Monaten Umsatzrückgänge von mindestens 50 Prozent oder im gesamten Zeitraum von durchschnittlich mindestens 30 Prozent im Vergleich zum entsprechenden Zeitraum 2019.
  • oder im November und/oder Dezember 2020 Umsatzrückgänge von mindestens 40 Prozent aufweisen, aber nicht direkt oder indirekt von den bundesweiten Schließungen seit 2. November betroffen sind.
  • oder im Dezember 2020 gemäß MPK-Beschluss vom 13. Dezember direkt oder indirekt von bundesweiten Schließungen betroffen sind und Umsatzrückgänge von mindestens 30 Prozent aufweisen. 
  • 2021 in einem Monat Januar bis Juni 2021 mit bundesweiten Schließungen durch einen MPK-Beschluss direkt oder indirekt betroffen sind und Umsatzrückgänge von mind. 30 Prozent aufweisen.
  • oder 2021 in einem Monat Januar bis Juni 2021 mit bundesweiten Schließungen Umsatzeinbrüche von mindestens 40 Prozent im Schließungsmonat aufweisen, aber nicht direkt oder indirekt von Schließungen betroffen sind.

Höhe der Förderung

  • 90% der Fixkosten bei Umsatzeinbruch mehr als 70% 
  • 60% der Fixkosten bei Umsatzeinbruch zwischen 50% und 70%
  • 40% der Fixkosten bei Umsatzeinbruch von mehr als 30%
  • Die maximale Förderung beträgt 500.000 Euro pro Monat.
  • Soloselbstständige können alternativ zur Fixkostenerstattung für den Zeitraum Dezember 2020 bis Juni 2021 eine einmalige Betriebskostenpauschale – „Neustarthilfe“ – in Höhe von 50 Prozent des Vergleichsumsatzes im Jahr 2019 bis maximal 7.500 Euro bekommen.
  • Für junge Unternehmen, die zwischen dem 01.08.2019 und 30.04.2020 gegründet worden sind, gilt als Vergleichszeitraum für Umsatzverluste das dritte Quartal 2020. Für den spezifischen Zugang zur Unterstützung für November beziehungsweise Dezember 2020 können solche jungen Unternehmen als Vergleichsumsatz den Monatsumsatz im Oktober 2020 oder den monatlichen Durchschnittsumsatz seit Gründung in Ansatz bringen.

Was wird erstattet?

  • Mieten und Pachten,
  • Finanzierungskosten,
  • Abschreibungen bis zu einer Höhe von 50 Prozent,
  • bauliche Modernisierungs-, Renovierungs- oder Umbaumaßnahmen für Hygienemaßnahmen bis zu 20.000 Euro,
  • Marketing- und Werbekosten.

 

Weitere Informationen:

Informations- und Antragsportal des Bundes

Bundesfinanzministerium: Umfangreiche Erweiterungen

Bundesfinanzministerium: Hilfe für von den erweiterten Schließungen betroffene Unternehmen (verbesserte Überbrückungshilfe III)

 

(Stand: 20.01.2021)