Selbständige und unselbständige Zweigniederlassung

Rechtsform-Informationen zur Niederlassung: Selbständige  und unselbständige Zweigniederlassung
I. Möglichkeiten gewerblicher Betätigung insbesondere ausländischer Unternehmen

Viele Unternehmen wollen expandieren und gründen einen neuen Standort. Dies wirft die Frage auf, wie die neue Niederlassung im Unternehmensgefüge rechtlich organisiert werden kann.
Hierzu stehen drei Alternativen zur Verfügung:
  • die Gründung eines Tochterunternehmens mit eigener Rechtspersönlichkeit Informationen zu den einzelnen deutschen Rechtsformen finden Sie unter der Rubrik Recht und Steuern
  • die Errichtung einer unselbständigen Niederlassung
  • die Errichtung einer selbständigen Niederlassung (Zweigniederlassung) 
     
1. Unselbständige Niederlassung

Dasselbe Unternehmen kann mehrere Geschäftslokale (Niederlassungen, Filialen) haben. Eine solche unselbstständige Niederlassung ist in jeder Beziehung von der Hauptstelle abhängig. Auch Rechnungen werden im Namen der Zentrale ausgestellt. Da hier ein einheitlicher Geschäftbetrieb an lediglich räumlich verschiedenen Stellen vorliegt, dürfen Filialen keine, von der Hauptniederlassung abweichende eigene Firma führen. Jede unselbstständige Niederlassung muss beim zuständigen Gewerbeamt angemeldet werden, sie wird nicht im Handelsregister eingetragen. Sie weist keine Eigenständigkeit im Verhältnis zur Hauptniederlassung des Unternehmens auf. Sie ist lediglich dem Gewerbeamt bei der Gemeinde eine Gewerbeanzeige einzureichen (Gewerbeanmeldung).  
 
Auf Geschäftsbriefen muss neben der Firma das Registergericht des Hauptsitzes mit Handelsregisternummer angegeben werden. Bei nicht im deutschen Handelsregister eingetragenen Niederlassungen sind die Registerangaben für die ausländische Gesellschaft selbst anzugeben.
 
Für die unselbstständige Zweigniederlassung gelten die selben ausländerrechtlichen und steuerrechtlichen Erfordernisse (siehe Ziffer V. und VI. wie für die selbstständige Zweigniederlassung).
 
 
2. Selbständige Zweigniederlassung

Eine Zweigniederlassung ist keine eigene, vom Unternehmen der Hauptniederlassung getrennte juristische Person. Sie ist rechtlich und organisatorisch Teil des Unternehmens der Hauptniederlassung und insoweit dem Recht der Hauptniederlassung unterworfen. Ist die Zweigniederlassung von einem ausländischen Unternehmen errichtet, so richtet sich ihre innere Verfassung nach dem Gesellschaftsstatut und dem zuständigen ausländischen Recht.

Sie nimmt trotz interner Abhängigkeit von der Hauptniederlassung selbständig am Geschäftsverkehr teil. Die Rechtsbeziehungen der Zweigniederlassung mit ihren Kunden unterliegen deutschem Recht.
Auch für die rechtliche Behandlung der Zweigniederlassung in Deutschland (insbesondere Eintragung im Handelsregister) ist deutsches Recht anzuwenden.

Nach §§ 13 ff. HGB (Handelgesetzbuch) ist eine Zweigniederlassung eine vom Hauptgeschäft räumlich getrennte Niederlassung, die als zusätzlicher, auf Dauer gedachter Mittelpunkt des Unternehmens geschaffen ist und die in das Handelsregister eingetragen werden muss.


Die typischen Merkmale einer Zweigniederlassung:
  • Es muss eine räumliche Trennung zur Hauptniederlassung bestehen.
  • Die Zweigniederlassung muss so organisiert sein, dass eine selbständige    Teilnahme am Geschäftsverkehr möglich ist. Dies wird vor allem durch eine gesonderte Buchführung gewährleistet. 
  • Sie erledigt Geschäfte, die typisch für das ganze Unternehmen sind, aber nicht unbedingt alle gleichartigen Geschäfte und nicht nur bloße Hilfs- oder Ausführungsgeschäfte.
  • Die Zweigniederlassung muss eine gewisse Selbständigkeit aufweisen, in dem sie eine eigene Leitung mit eigener Dispositionsfreiheit und ein eigenes, von der Hauptniederlassung zugewiesenes Geschäftsvermögen hat. Die Geschäftsvorfälle der Zweigniederlassung werden in der Bilanz der Hauptniederlassung gesondert aufgeführt.
  • Die Zweigniederlassung ist nicht selbständig insolvenzfähig.

Errichtung

Die Zweigniederlassung entsteht durch den tatsächlichen Vorgang ihrer Errichtung. Die Eintragung in das Handelsregister hat nur deklaratorische Bedeutung. Der Beschluss über die Errichtung der Zweigniederlassung ist durch die entsprechenden Geschäftsführungsgremien der Hauptniederlassung zu treffen. Auch die Aufhebung der Zweigniederlassung ist im Handelsregister anzumelden.


Kapital

Die rechtliche Stellung einer selbständigen Zweigniederlassung erfordert eine eigene Kapitalausstattung. Ein Mindestkapital ist allerdings nicht erforderlich. Der Betrag der Kapitalausstattung wird auch nicht im Handelsregister eingetragen.


Gegenstand

Eine selbständige Zweigniederlassung kann nur von einem kaufmännischen Unternehmen gegründet werden. Ein nicht kaufmännisches Unternehmen kann nur eine unselbständige Niederlassung errichten.


Innere Verfassung

Der Leiter der Zweigniederlassung vertritt sie nach außen hin selbständig.
Schuldnerin von Verbindlichkeiten ist jedoch immer die Hauptniederlassung, auch wenn der Zweigniederlassung bestimmte Vermögensrechte intern als eigenes Geschäftsvermögen zugewiesen sind. Typischerweise wird dem Leiter der Zweigniederlassung zumindest Handlungsvollmacht oder Prokura, welche außenwirksam auf den Betrieb einer von mehreren Niederlassungen des Geschäftsinhabers beschränkt werden kann, erteilt.


Firma

Die Firma der Zweigniederlassung kann mit der Firma der Hauptniederlassung übereinstimmen, kann jedoch auch von ihr abweichen, wobei dann ein Hinweis auf die Zweigniederlassung zwingend ist (ABC GmbH Zweigniederlassung Frankfurt; XY Dienstleistungen Zweigniederlassung der ABC GmbH). Die Firma der Hauptniederlassung und damit auch der Zweigniederlassung richtet sich nach dem Recht des Staates, in dem sich die Hauptniederlassung befindet. Die Eintragung der Zweigniederlassung ist allerdings dann zurückzuweisen, wenn die Firma gegen den deutschen Ordre public (Art.6 EG BGB) verstößt, weil sie mit den wesentlichen Grundsätzen des deutschen Rechts offensichtlich nicht vereinbar ist.

In dem Unternehmensnamen der Zweigniederlassung eines in- oder ausländischen Unternehmens muss die Firma der Hauptniederlassung grundsätzlich unverändert (ggf. auch in ausländischer Sprache) einschließlich Rechtsformzusatz erscheinen. Ist nach dem jeweiligen ausländischen Recht die Führung eines Gesellschaftszusatzes nicht erforderlich oder ist dieser Gesellschaftszusatz im Inland nicht geläufig oder unverständlich, dann ist zur Vermeidung möglicher Irrtümer ein klarstellender Zusatz erforderlich. Außerdem kann der Firma der Zweigniederlassung ein Zusatz beigefügt werden (z. B. Zweigniederlassung Frankfurt).


Handelnde Organe

Die Bestellung der handelnden Organe (Niederlassungsleiter) richtet sich nach dem Recht der Gesellschaft, insbesondere ausländischen Gesellschaftsstatut. Es ist jedoch gesetzlich nicht vorgeschrieben, einen Niederlassungsleiter zu bestimmen.

Zur Vertretung der Zweigniederlassung kann auch ein Prokurist bestellt und in das Handelsregister eingetragen werden. Die Vertretungsvollmacht (Prokura) kann auf den Betrieb der Zweigniederlassung beschränkt werden. Hier gilt deutsches Recht.


Angaben auf Geschäftsbriefen
 

Auf Geschäftsbriefen muss die Zweigniederlassung die vollständige Firma angeben. Weiter ist das Register anzugeben, in dem die Zweigniederlassung eingetragen ist. Daneben sind die weiteren für die jeweilige Rechtsform vorgeschriebenen Pflichtangaben des Hauptsitzes anzugeben.

 

Inländische Zweigniederlassungen ausländischer Unternehmen müssen bei dem vom Inland ausgehenden Schriftverkehr auf Geschäftsbriefen bestimmte Mindestangaben machen:

- das Register, bei dem die Zweigniederlassung eingetragen ist
- die Registernummer
- die vollständige ausländische Firma mit Rechtsformzusatz
- das Register der ausländischen Gesellschaft
- die nach deutschen Recht für die jeweilige Rechtsform vorgeschrieben 
  Angaben auf Geschäftsbriefen, es sei denn das ausländische Recht schreibt 
  etwas anderes vor

Auf den Geschäftspapieren von ausländischen juristischen Personen außerhalb der EG oder EWR sind folgende Angaben zu machen: Firmennamen, Ort und Staat des satzungsmäßigen Sitz der Gesellschaft, gesetzliche Vertreter (Familienname mit mindestens einem Vornamen).


Notarielle Beglaubigung

Die Eintragung in das Handelsregister ist schriftlich bei dem örtlich zuständigen Amtsgericht anzumelden. Die Unterschrift und die Zeichnung der Firma müssen durch einen Notar beglaubigt werden.

Dem Notar unbekannte Gründer müssen sich durch gültige Ausweispapiere legitimieren. Für den Fall, dass eine erschienene Person nicht im eigenen Namen, sondern für eine andere Person handelt: schriftliche Vollmacht bzw. nachträgliche Einwilligung in notariell beglaubigter Form. Falls die Unterschrift unter einer Vollmacht von einem ausländischen Notar beglaubigt wird, ist je nach Herkunftsland die Legalisation (oder die Apostille) erforderlich. Erstere kann durch einen Konsul der Bundesrepublik Deutschland erteilt werden.

Falls eine juristische Person die selbständige Zweigniederlassung gründet, muss ihre Existenz durch beglaubigten Handelsregisterauszug (bei ausländischen Unternehmen: dementsprechende amtliche Registrierungsunterlagen) nachgewiesen werden.


Anmeldung zum Handelsregister
 
Die inländische Zweigniederlassung wird eim Registergericht des Hauptsitzes angemeldet.

Die Anmeldung zum Handelsregister einer selbständigen Zweigniederlassung eines ausländischen Unternehmens hat durch die zuständigen Organe zu erfolgen.

Wenn ein ausländisches Unternehmen in Deutschland mehrere Zweigniederlassungen gründen will, so kann ein Handelsregister als Hauptregister ausgewählt werden. Alle o. g. Unterlagen (komplett) brauchen nur diesem Handelsregister vorgelegt werden.

Ob die selbständige Zweigniederlassung der ausländischen Gesellschaft ins Handelsregister A oder B eingetragen wird, hängt davon ab, mit welcher Rechtsform die ausländische Gesellschaft vergleichbar ist.


Gewerbeanmeldung

Zusätzlich muss für die Zweigniederlassung beim Gewerbeamt der jeweiligen Gemeinde ein Gewerbe angezeigt werden (Gewerbeanmeldung).


Stellungnahme der Industrie- und Handelskammer

Die zuständige Industrie- und Handelskammer nimmt in Zweifelsfällen dem Amtsgericht gegenüber zur Zulässigkeit des Firmennamens und zur Eintragungsfähigkeit (Selbständigkeit) der Zweigniederlassung Stellung. Um frühzeitig eine eventuelle Verwechslungsgefahr oder mögliche Bedenken hinsichtlich der Firmenwahrheit und Firmenklarheit auszuschließen, empfiehlt sich eine Kontaktaufnahme mit der zuständigen IHK.


Kontrolle und Jahresabschluss

Die Kontrolle der Geschäftstätigkeit durch die zuständigen Instanzen richtet sich nach dem Recht der Hauptniederlassung und damit ggf. nach dem ausländischen Recht der Hauptniederlassung.

Buchführungs- und Bilanzierungspflicht hinsichtlich der Zweigniederlassung unterliegen dem deutschen Recht. Im Zweifel sind die Vorschriften anzuwenden, die für die deutsche Rechtsform gelten, der die Rechtsform des ausländischen Unternehmens am ähnlichsten ist.


 
II. Formalitäten im Überblick

1. Gewerbeanmeldung

Alle gewerblichen Betätigungen einer Zweigniederlassung müssen gewerberechtlich beim zuständigen Gewerbeamt (in Frankfurt am Main ist dies das Gewerberegister beim Ordnungsamt, Kleyerstraße 86,
60326 Frankfurt am Main) angemeldet werden.


2. Handelsregistereintragung

Für eine Zweigniederlassung ist neben der Gewerbeanmeldung ebenfalls eine Eintragung in das Handelsregister erforderlich. Die Eintragung muss in notariell beglaubigter Form zum Handelsregister angemeldet werden.

Ob die Zweigniederlassung einer ausländischen Gesellschaft ins Handelsregister A oder B eingetragen wird, hängt davon ab, mit welcher Rechtsform die ausländische Gesellschaft vergleichbar ist.


3. Erforderliche Genehmigungen

Für verschiedene Gewerbe ist es erforderlich, vor Betriebsbeginn eine Erlaubnis bei der im Einzelfall zuständigen Behörde einzuholen. Sie ist bei der Gewerbeanmeldung vorzulegen.

Insbesondere ist die Aufnahme jedes handwerklichen Betriebes erlaubnispflichtig. Der Betrieb muss in die Handwerksrolle der regional zuständigen Handwerkskammer eingetragen werden. Voraussetzung für die Eintragung in die Handwerksrolle ist, dass der Betrieb von einem Handwerksmeister geführt wird. Ausnahmen von dem Erfordernis der Meisterprüfung sind nur im begrenzten Umfang zulässig.

Im übrigen herrscht Gewerbefreiheit. Insbesondere sind die meisten Handelsgewerbe (Groß- und Einzelhandel) nicht reguliert. Gegebenenfalls unterliegt die Ausübung des Gewerbes im Einzelfall einer Reihe spezieller Vorschriften.



III. Angaben und Unterlagen

1. Für die Gewerbeanmeldung

Dem Gewerbeamt sind bei einer Gewerbeanzeige folgende Unterlagen vorzulegen:


1.1. Ausweisdokumente für die Person des Antragsstellers:

-   Identitätsnachweis durch Personalausweis oder Reisepass
-   Ggf. (privatschriftlicher) Nachweis der Bevollmächtigung zum Handeln für einen
    Dritten (natürliche oder juristische Personen), bei Geschäftsführer, Vorstand oder
    Prokurist: Handelsregisterauszug des Unternehmens
-   Ggf. Erlaubnisse (z.B. Handwerkskarte, Maklererlaubnis etc.)
-   Ein ausländischer Staatsangehöriger hat eine Aufenthaltsgenehmigung der
    zuständigen Ausländerbehörde vorzulegen, welche die Erlaubnis beinhaltet,    
    eine selbständige Gewerbstätigkeit aufzunehmen


1.2. Nachweise für das Unternehmen:

Ein im Handelsregister eingetragenes Unternehmen hat die Handelsregistereintragung durch Handelsregisterauszug nachzuweisen.
Ein in einem ausländischen Handelsregister eingetragenes Unternehmen hat ebenfalls die entsprechenden Eintragungsunterlagen vorzulegen. Außerdem ist eine deutsche Übersetzung vorzulegen, in der Regel ist eine Beglaubigung nicht erforderlich. In Zweifelsfällen, wenn z.B. die Anschrift der anmeldenden Person von der des Betriebes abweicht, muss das Bestehen der Betriebsstätte durch Vorlage eines Mietvertrages oder Bestätigung des Vermieters nachgewiesen werden. Bei begründetem Anlass kann die Anforderung eines Führungszeugnisses oder die Auskunft aus dem Gewerbezentralregister nötig sein.


2. Für die Handelsregisteranmeldung

2.1. Anmeldung einer Zweigniederlassung einer inländischen Personengesellschaft

Die Anmeldung erfolgt bei dem Gericht der Hauptniederlassung bzw. des Sitzes der Gesellschaft. Über die Zweigniederlassung sind die gleichen Angaben zu machen, die für die Eintragung der Hauptniederlassung auch erforderlich waren.


2.2. Anmeldung einer Zweigniederlassung einer inländischen Kapitalgesellschaft

Die Zweigniederlassung einer Kapitalgesellschaft wird beim Gericht der Hauptniederlassung zur Eintragung durch die Geschäftsführer/Vorstand angemeldet.

Dabei müssen die gleichen Angaben wie oben über die Niederlassung gemacht werden. Außerdem sind folgende Unterlagen beizufügen:

-   Der Gesellschaftsvertrag
-   Eine Liste der Gesellschafter bei einer GmbH


2.3. Anmeldung der Zweigniederlassung einer im Ausland ansässigen Gesellschaft in Deutschland

Die Anmeldung erfolgt durch den Niederlassungsleiter bei dem Gericht, in dessen Bezirk die Zweigniederlassung errichtet werden soll.

Folgende Angaben sind erforderlich:

Zur Muttergesellschaft:

-   Das Register, bei dem die Gesellschaft geführt wird, sofern nach dem Recht  
    des Staates, dem die Gesellschaft unterliegt, eine Eintragung vorgesehen ist
-   Die Rechtsform der Gesellschaft
-   Wenn die Gesellschaft nicht dem Recht eines Mitgliedstaates der Europäischen
    Gemeinschaft oder eines anderen Vertragstaates des Abkommens über den
    Europäischen Wirtschaftsraum unterliegt, das Recht des Staates, dem die
    Gesellschaft unterliegt
-   Die Firma und der Sitz der Gesellschaft
-   Der Gegenstand des Unternehmens
-   Der Tag des Abschlusses des Gesellschaftsvertrages
-   Die Personen der Geschäftsführung bzw. des Vorstandes sowie deren   
    Befugnisse
-   Die Höhe des Stammkapitals/Grundkapitals.
-   Eine eventuelle Befristung der Gesellschaft

Zur Zweigniederlassung:

-   Die Anschrift und der Gegenstand der Zweigniederlassung
-   Die Höhe des Geschäftskapitals
-   Der Tag des Errichtungsbeschlusses
-   Die Personen der Geschäftsführung bzw. des Vorstandes, welche die  
    Gesellschaft in der Zweigniederlassung gerichtlich und außergerichtlich   
    vertreten dürfen und der Umfang ihrer Vertretungsmacht
-   Eine eventuelle Befristung der Zweigniederlassung

Anlagen:

-   Ggf. Nachweis der Bevollmächtigung zum Handeln für einen
    Dritten (natürliche oder juristische Personen); bei Geschäftsführer,
    Vorstand oder Prokurist: Handelsregisterauszug;
-   Ein Nachweis über das Bestehen der Muttergesellschaft
-   Soweit deutsches Recht eine Genehmigung für den Betrieb bzw. den 
    Gegenstand der Gesellschaft vorsieht, ist ein Nachweis über das Vorliegen der
    Genehmigung beizufügen
-   Eine öffentlich beglaubigte Kopie des Gesellschaftsvertrages
    sowie, soweit der Vertrag im Original nicht in deutscher Sprache
    abgefasst ist, eine beglaubigte Übersetzung desselben


IV. Zweigniederlassung im Prozess
 
Zwar ist eine Zweigniederlassung kein eigenständiges Rechtssubjekt, allerdings wird gemäß § 21 ZPO ein besonderer Gerichtsstand eröffnet. Ein Kaufmann kann dann am Ort der Zweigniederlassung in Anspruch genommen werden, sofern es sich um eine vermögensrechtliche Streitigkeit handelt und diese im Betrieb der Zweigniederlassung begründet worden sind.
 
 
V. Ausländerrechtliche Erfordernisse

Sollen Tochterunternehmen, Zweigniederlassungen oder Betriebsstätten von ausländischen natürlichen Personen geführt werden, so benötigen diese nach dem Ausländergesetz eine zur Ausübung des beabsichtigten Gewerbes berechtigende Aufenthaltsgenehmigung. Diese wird durch einen entsprechenden Sichtvermerk im Pass dokumentiert. Diese Aufenthaltserlaubnis ist erforderlich, wenn die betreffende Person einen längerfristigen Aufenthalt in Deutschland nehmen will (zum Aufenthalt eines ausländischen Geschäftsführers). Soll die Tätigkeit unter Beibehaltung des gewöhnlichen Wohnsitzes im Ausland durch gelegentliche Einreisen in die Bundesrepublik durchgeführt werden, so ist die besondere Aufenthaltserlaubnis mit Erlaubnis der Erwerbstätigkeit nicht erforderlich.
Für EU-Ausländer, Bürger von nicht zur EU aber zum Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) gehörenden Staaten sowie für Bürger von Staaten mit denen besondere Vereinbarungen getroffen sind (z.B. USA, Schweiz, Kanada), gelten diese Erfordernisse nicht.


VI. Besteuerung einer ausländischen Betriebstätte oder Zweigniederlassung

Betreibt ein ausländisches Unternehmen in Deutschland eine Niederlassung (Geschäftsstelle, Fabrikationsstätte o.ä.), so müssen deren Gewinne in Deutschland versteuert werden. Die Steuern, die dabei anfallen, hängen von der Rechtsform des Unternehmens ab. Sie entsprechen den Steuern, die ein Unternehmen mit der entsprechenden deutschen Rechtsform zahlen müsste.

Der Gewinn der Niederlassung, der in Deutschland versteuert wird, ist in dem anderen Staat entweder von der Besteuerung ausgenommen oder er unterliegt dort der Besteuerung, wobei in diesem Fall der in Deutschland gezahlte Steuerbetrag auf die entsprechende Steuer des anderen Staates angerechnet wird. Einzelheiten ergeben sich aus dem Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung (DBA), das Deutschland mit dem anderen Staat geschlossen hat.

Es fallen insbesondere Einkommensteuer oder Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag, Lohnsteuer, Gewerbesteuer und Umsatzsteuer an.

Weiterführende Informationen finden Sie in unserer Broschüre Buchführung und Steuern – Hinweise für Existenzgründer.
 
 

Ansprechpartner

Anfragen aus dem IHK-Bezirk beantwortet:
Tanja Winkler Recht und Steuern
Telefon:069 2197 1273 Fax:069 2197 1575

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