Geldwäschegesetz - Handlungspflichten für Unternehmen

Das Geldwäschegesetz (GWG) hat das Ziel, Unternehmen vor dem Missbrauch durch Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung zu schützen und den Wirtschaftsstandort Deutschland nicht durch illegale Geldströme zu gefährden. Unter Geldwäsche versteht man in diesem Zusammenhang die Verschleierung der wahren Herkunft von illegal erzielten Einnahmen des organisierten Verbrechens.

 

Aber warum betrifft das nahezu alle Unternehmen und nicht nur Banken?
In den letzten Jahren wurde der Finanzbereich bereits sehr streng geregelt, sodass es für Kriminelle viel schwieriger geworden ist, auf diesen Wegen illegales Geld in den Wirtschafts- und Finanzkreislauf einzuführen. Daher ist das organisierte Verbrechen auf andere Unternehmen ausgewichen.

 

Unternehmen müssen prüfen, ob sie vom Geldwäschegesetz betroffen sind, welche Mitwirkungspflichten (Sorgfaltspflichten und organisatorische Pflichten) sie im Geschäftsverkehr mit ihren Kunden beachten müssen und welche Strafen bei Nichtbeachtung drohen.

 

Am 25. Juni 2015 ist die 4. EU-Geldwäscherichtlinie in Kraft getreten, die von den EU-Mitgliedstaaten innerhalb von zwei Jahren in nationales Recht umzusetzen ist. In Deutschland wird das Geldwäschegesetz entsprechend angepasst werden. Eine entscheidende Änderung betrifft dabei die Absenkung der Identifizierungsschwelle bei Barzahlungen von derzeit 15.000 Euro auf dann 10.000 Euro im Bereich des Güterhandels.