Arbeitslosigkeit im IHK-Bezirk Frankfurt: Ein Blick auf die Jahresentwicklungen sowie im vierten Quartal 2025

IHK-Bewertung: Leichte Entlastung, aber keine Trendwende am Arbeitsmarkt zum Ende des Jahres 2025
Der Arbeitsmarkt im vierten Quartal 2025 bleibt bundesweit und regional angespannt. Zwar zeigen sich leichte Entlastungen im Quartalsverlauf, doch die Arbeitslosigkeit verharrt auf hohem Niveau – besonders in Frankfurt am Main und im Hochtaunuskreis mit einem deutlichen Anstieg im Jahresvergleich.
Aktuelle Arbeitsmarktzahlen aus dem IHK-Bezirk:


Arbeitslosigkeit
2025 (Q4)
Arbeitslosenquote¹
2025 (Q4) in Prozent
Durchschnittliche
Arbeitslosenquote
Okt Nov Dez Okt Nov Dez Q4
FFM 30.899 30.257 30.622 6,9 6,8 6,9 6,9
HTK 5.972 5.907 5.945 4,8 4,7 4,7 4,7
MTK 7.316 7.106 7.033 5,4 5,2 5,2 5,3
IHK-Bezirk 44.187 43.270 43.600 6,2 6,1 6,2 6,2
Arbeitslosigkeit
Vorjahresmonat
Prozentuale Veränderung
(Stand Dez 2025) zum
Dez 24 Quartalsbeginn Vorjahresmonat
FFM 28.495 -0,9 7,5
HTK 5.388 -0,5 10,3
MTK 6.927 -3,9 1,5
IHK-Bezirk 40.810 -1,3 6,8
¹ bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen
Datenquelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit
Lage auf dem deutschen Arbeitsmarkt im Jahr 2025
Trotz einzelner konjunktureller Impulse bleibt die Situation auf dem deutschen Arbeitsmarkt auch im Gesamtjahr 2025 angespannt. Laut DIHK wirken sich die strukturellen Herausforderungen – insbesondere durch den demografischen Wandel und die wirtschaftliche Transformation – weiterhin deutlich auf die Beschäftigung sowie Fach- und Arbeitskräftesicherung aus. Die wichtigsten Entwicklungen im Überblick:
  • Arbeitslosigkeit: Im Jahresdurchschnitt waren 2,948 Millionen Menschen arbeitslos, das sind 161.000 mehr als 2024 (plus 5,8 Prozent). Die durchschnittliche Arbeitslosenquote lag bei 6,3 Prozent (2024: 6,0 Prozent). Die Langzeitarbeitslosigkeit stieg auf 1,036 Millionen, ein Plus von 64.000 gegenüber dem Vorjahr.
  • Erwerbstätigkeit und Beschäftigung: Die Zahl der Erwerbstätigen lag bei 45,98 Millionen und blieb damit nahezu unverändert (minus 5.000). Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nahm leicht um 48.000 auf 34,89 Millionen zu (plus 0,1 Prozent).
  • Beschäftigungsstruktur: Die Vollzeitbeschäftigung ging um 168.000 Personen (minus 0,7 Prozent) auf 24,02 Millionen zurück, während die Teilzeitbeschäftigung um 216.000 (plus 2,0 Prozent) auf 10,86 Millionen stieg. Damit erhöhte sich der Anteil der Teilzeitbeschäftigung auf 31,1 Prozent (2024: 30,6 Prozent).
  • Branchentrends: 2025 verzeichnete der Bereich Pflege und Soziales den größten Beschäftigungszuwachs mit einem Plus von 70.000 Stellen, vor allem aufgrund der steigenden Nachfrage durch den demografischen Wandel. Im Gegensatz dazu gab es im Verarbeitenden Gewerbe den stärksten Rückgang mit einem Minus von 147.000 Stellen, bedingt durch wirtschaftliche Schwäche und strukturelle Transformation.
  • Kurzarbeit und offene Stellen: Die Zahl der Kurzarbeitenden lag nach ersten Schätzungen der Bundesagentur für Arbeit bei 300.000 – und damit nahezu unverändert zum Jahr 2024. Die Zahl der gemeldeten Arbeitsstellen betrug 632.000, das sind 62.000 weniger als im Vorjahr.
  • Bürokratiebelastung der Betriebe: Laut der IAB-Stellenerhebungen stellt Bürokratie für Unternehmen eine wachsende Hürde dar. Stand 2025 mussten elf Prozent der Betriebe zusätzliches Personal einstellen, um neue gesetzliche Anforderungen erfüllen zu können. 80 Prozent der Betriebe berichten von höheren Kosten seit 2022, 55 Prozent von Produktivitätsverlusten. Haupttreiber sind die DSGVO (68 Prozent), EU-Verordnung zur IT-Sicherheit (32 Prozent) und das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (14 Prozent). Auch das Fachkräfteeinwanderungsgesetz belastet zehn Prozent der Betriebe. Die DIHK fordert daher schnelle, transparente und unbürokratische Verfahren, insbesondere für die Fachkräftesicherung.
Arbeitslosigkeit im IHK-Bezirk Frankfurt am Main im vierten Quartal 2025
Im vierten Quartal 2025 zeigte sich die Arbeitslosigkeit im IHK-Bezirk Frankfurt am Main weiterhin auf einem erhöhten Niveau, jedoch mit einer leicht rückläufigen Tendenz. Die Zahl der Arbeitslosen sank von 44.187 im Oktober auf 43.600 Personen im Dezember. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote betrug 6,2 Prozent. Die wichtigsten Entwicklungen im Überblick:
  • Arbeitslosenquote im Quartalsverlauf: Sie bewegte sich zwischen 6,2 Prozent und 6,1 Prozent, was auf eine leichte Entspannung hindeutet. Allerdings ist weiterhin keine nachhaltige wirtschaftliche Belebung zum Jahresende ersichtlich.
  • Jahresvergleich: Im Dezember 2025 waren im IHK-Bezirk Frankfurt am Main 43.600 Personen arbeitslos gemeldet. Damit liegt die Zahl um rund 2.790 höher als im Dezember 2024 (40.810 Arbeitslose), was einem Anstieg von 6,8 Prozent entspricht. Dieser Zuwachs verdeutlicht, dass die Arbeitslosigkeit im Jahresverlauf gestiegen ist, trotz der saisonal bedingten leichten Entspannung im vierten Quartal.
Fokus: Arbeitsmarkt in Frankfurt am Main
Der Arbeitsmarkt in Frankfurt am Main zeigte im vierten Quartal 2025 eine stabile Entwicklung auf erhöhtem Niveau. Die Zahl der Arbeitslosen sank im Quartalsverlauf leicht von 30.899 im Oktober auf 30.622 Personen im Dezember. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote betrug 6,9 Prozent und liegt damit weiterhin über dem Wert des IHK-Bezirks insgesamt (6,2 Prozent). Die wichtigsten Entwicklungen im Überblick:
  • Jahresvergleich: Im Dezember 2025 waren in Frankfurt am Main 30.622 Personen arbeitslos gemeldet. Damit liegt die Zahl um rund 2.127 höher als im Dezember 2024 (28.495 Arbeitslose), was einem Anstieg von 7,5 Prozent entspricht. Frankfurt am Main weist damit nicht nur eine höhere Arbeitslosenquote, sondern auch eine stärkere prozentuale Zunahme gegenüber dem Vorjahr als der IHK-Bezirk auf. Dies verdeutlicht die strukturellen Herausforderungen des urbanen Arbeitsmarktes im Vergleich zur Gesamtregion.
  • Entwicklung nach Personengruppen: Laut Angaben der Agentur für Arbeit Frankfurt am Main stieg seit November die Arbeitslosigkeit bei fast allen Gruppen – einzige Ausnahme sind die unter 25-Jährigen. Im Vorjahresvergleich sind allerdings alle Personengruppen betroffen.
  • Rechtskreise: 35,9 Prozent der Arbeitslosen (10.998 Personen) gehören zum Rechtskreis SGB III, der meist kürzere Arbeitslosigkeitsphasen umfasst. Der deutliche Anstieg (plus 10,1 Prozent gegenüber Vorjahr) zeigt, dass zunehmend auch Beschäftigte aus regulären Arbeitsverhältnissen betroffen sind. 64,1 Prozent (19.624 Personen) entfallen auf den Rechtskreis SGB II (Bürgergeld). Der Zuwachs um 6,0 Prozent im Vorjahresvergleich deutet darauf hin, dass sich Langzeitarbeitslosigkeit und fehlende Qualifikationen weiter verfestigen.
  • Stellenmarkt: Laut Angaben der Agentur für Arbeit wurden im Dezember 1.517 neue Stellen gemeldet – ein leichter Anstieg gegenüber November (plus 5,8 Prozent), aber ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr (minus 1,9 Prozent). Der Stellenzugang im Gesamtjahr 2025 lag mit 18.733 Meldungen deutlich unter Vorjahresniveau (minus 11,1 Prozent). Die höchsten Stellenzugänge im Dezember gab es für Berufe im Verkauf, für Berufe im technischen Luftverkehrsbetrieb, für Servicefachkräfte im Luftverkehr sowie für Berufe in der Lagerwirtschaft.
Fokus: Arbeitsmarkt im Hochtaunus- und Main-Taunuskreis
Bereits das vierte Jahr in Folge steigt die Arbeitslosigkeit in den Landkreisen an. Gleichzeitig sinkt die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Vergleich zum Vorjahr. Die strukturelle Schwäche der deutschen Wirtschaft macht sich zunehmend bemerkbar. Laut Angaben der Agentur für Arbeit sind die Landkreise spürbar von den Effekten der konjunkturellen Schwäche und des demografischen Wandels betroffen. Aktuell scheiden mehr Menschen aus dem Berufsleben aus, als junge Menschen nachrücken können. Die wichtigsten Entwicklungen im Überblick:
  • Arbeitslosigkeit im Quartalsverlauf: Im Hochtaunuskreis blieb die Arbeitslosigkeit im vierten Quartal nahezu stabil. Die Zahl sank leicht von 5.972 im Oktober auf 5.945 im Dezember, die durchschnittliche Quote lag bei 4,7 Prozent (minus 0,5 Prozent gegenüber Quartalsbeginn). Im Main-Taunus-Kreis setzte sich eine moderate Entspannung fort: von 7.316 im Oktober auf 7.033 im Dezember. Die durchschnittliche Quote betrug 5,3 Prozent, ein Rückgang um 3,9 Prozent gegenüber Quartalsbeginn.
  • Jahresvergleich: Im Hochtaunuskreis stieg die Zahl der Arbeitslosen im Dezember 2025 auf 5.945 Personen – rund 557 mehr als ein Jahr zuvor (5.388), ein Plus von 10,3 Prozent. Damit verzeichnet der Kreis einen deutlich stärkeren Anstieg. Im Main-Taunus-Kreis waren 7.033 Menschen arbeitslos, gegenüber 6.927 im Vorjahr. Das entspricht einem moderaten Zuwachs von 1,5 Prozent, die Lage bleibt hier vergleichsweise stabil.
  • Rechtskreise: Laut Angaben der Agentur für Arbeit stieg in beiden Landkreisen die Zahl der Arbeitslosen im Rechtskreis SGB III (meist kurzfristige Arbeitslosigkeit) im Vergleich zum Vormonat und zum Vorjahr an. Im SGB II-Bereich (Bürgergeld) waren die Zahlen im Dezember in beiden Landkreisen im Vergleich zum Vormonat rückläufig. Im Jahresvergleich sanken die Zahlen im Main-Taunus-Kreis nur leicht.
  • Stellenmarkt: Im Dezember wurden im gesamten Agenturbezirk Bad Homburg (Groß-Gerau, Hochtaunus- und Main-Taunus-Kreis) 685 neue Stellen gemeldet – das sind 268 weniger als im Vorjahresmonat. Der aktuelle Stellenbestand liegt bei 3.983 offenen Stellen. Die meisten offenen Positionen finden sich in den Bereichen sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen, Handel und Instandhaltung von Kraftfahrzeugen, Gesundheits- und Sozialwesen sowie im Baugewerbe.
Fazit
Der Arbeitsmarkt im IHK-Bezirk Frankfurt bleibt angespannt. Trotz leichter Entlastungstendenzen im vierten Quartal steigen die Arbeitslosigkeit und insbesondere die Langzeitarbeitslosigkeit im Jahresvergleich weiter an. Gleichzeitig bleibt der Beschäftigungsstand der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten auf hohem Niveau oder steigt sogar, während die Stellenmeldungen deutlich rückläufig sind. Strukturelle Herausforderungen wie der demografische Wandel und die wirtschaftliche Transformation verstärken den Druck.
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