IHK Frankfurt lehnt Mietspiegel 2026 ab - grundsätzliche Korrekturen nötig
03. Juni 2026
Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Frankfurt am Main lehnt den vom Magistrat vorgelegten Mietspiegel 2026 in der aktuellen Fassung ab und fordert grundsätzliche Korrekturen. Aus Sicht der gewerblichen Wirtschaft ist die neue Systematik fehlerhaft und setzt falsche Signale für den Frankfurter Wohnungsmarkt.
„Frankfurt braucht dringend mehr beziehbaren Wohnraum, um die Standortattraktivität für die Wirtschaft zu sichern und um im Wettbewerb um Arbeitskräfte bestehen zu können. Dafür sind verlässliche Rahmenbedingungen für Neubau, Bestandserhalt und Modernisierung unerlässlich“, sagt Ulrich Caspar, Präsident der IHK Frankfurt am Main. „Der Mietspiegel 2026 wird diesem Anspruch in der vorliegenden Fassung nicht gerecht. Er schafft zusätzliche Unsicherheit in einem ohnehin stark belasteten Markt.“
Die IHK betont, dass ein qualifizierter Mietspiegel Transparenz, Rechtssicherheit und Orientierung schaffen soll. Voraussetzung dafür ist jedoch eine Systematik, die nicht allein statistisch hergeleitet, sondern auch marktnah, nachvollziehbar und praxistauglich ist. Aus Sicht der IHK bestehen erhebliche Zweifel, ob die neue Struktur die tatsächliche Marktrealität und die Investitionsbedingungen in Frankfurt angemessen abbildet.
Besonders kritisch bewertet die IHK die neue, adressgenaue Wohnlagenlogik. Zwar werden die Lagekategorien in der Broschüre als nicht wertende Preisklassen beschrieben. In der praktischen Wirkung können die neuen Kategorien jedoch zu erheblichen Verschiebungen bei der Ermittlung der ortsüblichen Vergleichsmieten führen. Die Folgen sollten gerade für äußere Stadtteile und Standorte mit Entwicklungspotenzial nachvollziehbar und marktnah begründet sein. „Investitionen sollten nicht ausgerechnet dort erschwert werden, wo neue Wohnungen entstehen können“, so Caspar. „Wenn Standorte mit Entwicklungspotenzial durch eine neue Bewertungslogik wirtschaftlich unattraktiver werden, ist das wohnungs- und standortpolitisch das falsche Signal.“
Die IHK Frankfurt am Main fordert daher, die Bewertungslogik für den Mietspiegel 2026 im weiteren Verfahren erneut zu überprüfen. Ulrich Caspar betont: „Wohnpolitik ist auch Wirtschaftspolitik. Ein Mietspiegel sollte zu Stabilität und Verlässlichkeit beitragen. Der vom Magistrat vorgelegte Mietspiegel 2026 erfüllt diese Funktion aus Sicht der IHK in seiner aktuellen Fassung nicht.“
