Klimaschutz
Die IHK Frankfurt am Main fordert in ihrer Klimaschutz-Position eine Neuausrichtung der Energie- und Klimaschutzpolitik. Sie soll technologieoffen, marktbasiert und international anschlussfähig sein.
Viele Vorgaben des Bundes und der EU sind aus Sicht der IHK wirtschaftlich nicht umsetzbar und gefährden die internationale Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Unternehmen. Dass die Energiepreise in Deutschland deutlich höher sind als im übrigen Europa sowie in Asien und Amerika, insbesondere für Strom und Gas, liegt an hohen Systemkosten, höheren Steuern und Abgaben sowie einer umfangreichen Regulierung. Darunter leiden insbesondere energieintensive Industrien wie die Chemie und Grundstoffindustrie, die Automobilindustrie, der Luftverkehr sowie die Logistikbranche.
Vor diesem Hintergrund fordert die IHK eine Entlastung der Unternehmen bei Kosten und Bürokratie. Die Energie und Klimaschutzpolitik muss konsequent auf marktwirtschaftliche Instrumente und Technologieoffenheit setzen. Klimaschutz muss stärker an der Kosteneffizienz ausgerichtet, flexibler ausgestaltet und international besser abgestimmt werden.
Die IHK setzt sich dafür ein, den europäischen Emissionshandel (ETS) mit EU weit sinkenden CO₂ Obergrenzen und handelbaren Emissionszertifikaten als zentrales Lenkungsinstrument des Klimaschutzes zu stärken. Bund und Europäische Union sollen sich auf die Rolle eines verlässlichen Rahmensetzers konzentrieren, detaillierte Regulierung zurückführen und den Technologiewettbewerb stärken.
Die IHK fordert zeitlich realistische Emissionsminderungspfade und eine stärkere internationale Abstimmung der Energie und Klimapolitik der großen Wirtschaftsräume. So lassen sich Wettbewerbsverzerrungen sowie die Verlagerung von Produktion und CO₂ Emissionen in Staaten mit geringeren Klimaschutzanforderungen vermeiden. Trotz der geopolitischen Spannungen spricht sich die IHK für verstärkte internationale Anstrengungen beim Klimaschutz aus. Bleiben substanzielle Fortschritte aus, sollte das deutsche CO₂ Budget nach Auffassung der Mehrheit der deutschen Wirtschaft am Benchmark einer Vergleichsgruppe wichtiger Wirtschaftsräume ausgerichtet werden.
Darüber hinaus befürwortet die IHK die Ablösung jahresscharfer Emissionsziele durch einen übergeordneten Budgetansatz. Starre Jahresziele führen häufig zu ineffizienten und kostenintensiven Maßnahmen, weil Unternehmen gezwungen werden, auch noch nicht ausgereifte Technologien kurzfristig einzusetzen. Ein Budgetansatz schafft mehr Flexibilität und ermöglicht es, Klimaziele kosteneffizienter zu erreichen.
Mit ihrer Klimaschutzposition unterstützt die IHK Frankfurt am Main die Klimaschutzbeschlüsse der DIHK Vollversammlung aus November 2025 und März 2026.
