Wasserstoff
Wasserstoff ist ein wichtiger Baustein für eine klimaneutrale Energieversorgung und insbesondere für die Dekarbonisierung energieintensiver Industrieprozesse sowie solcher Bereiche des Verkehrs, die sich nur schwer direkt elektrifizieren lassen. Damit Unternehmen Wasserstoff künftig wirtschaftlich nutzen können, braucht es leistungsfähige Infrastrukturen, ausreichende Importkapazitäten und verlässliche politische Rahmenbedingungen.
Die Bundesregierung hat im Jahr 2020 die „Nationalen Wasserstoffstrategie“ verabschiedet und diese seitdem weiterentwickelt und aktualisiert (zuletzt 2023). Ziel dieser Strategie ist es, Deutschland zu einem führenden Anbieter und Nutzer von grünem Wasserstoff zu machen. Die Schwerpunkte liegen darin den Markthochlauf von Wasserstoff zu beschleunigen, Erzeugungskapazitäten aufzubauen, Infrastruktur zu schaffen und internationale Energiepartnerschaften zu stärken.
Ein zentraler Baustein ist das deutsche Wasserstoff-Kernnetz. Die Bundesnetzagentur hat das Kernnetz im Oktober 2024 genehmigt. Es soll zentrale Industriezentren, Speicher, Kraftwerke, Erzeugungsanlagen und Importkorridore verbinden. Bis 2032 sollen wichtige Wasserstoffinfrastrukturen in Betrieb gehen.
Das Wasserstoffkernnetz ist ein erster wichtiger Schritt, ersetzt aber nicht den weiteren Ausbau von Verteilnetzen, Anschlussleitungen, Speichern und Importinfrastruktur. Gerade für Unternehmen außerhalb großer Industriezentren bleibt entscheidend, ob Wasserstoff rechtzeitig, zuverlässig und zu wettbewerbsfähigen Preisen verfügbar wird.
Da Deutschland seinen künftigen Wasserstoffbedarf voraussichtlich nicht vollständig selbst decken kann, werden Importe eine wichtige Rolle spielen. Neben dem Ausbau inländischer Erzeugung sind daher internationale Partnerschaften, Importkorridore und wettbewerbsfähige Preise entscheidend.
Wasserstoff in Hessen
Auch Hessen treibt den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft aktiv voran. Grundlage ist die „Hessische Wasserstoffstrategie“, die 2022 veröffentlicht wurde. Sie beschreibt Maßnahmen zum Aufbau einer leistungsfähigen Wasserstoffwirtschaft entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von der Erzeugung über Transport und Speicherung bis hin zur Nutzung in Industrie, Verkehr und Energieversorgung.
Die Strategie wird kontinuierlich umgesetzt und weiterentwickelt. Ein Schwerpunkt liegt heute auf dem Aufbau einer leistungsfähigen Wasserstoffinfrastruktur und der Anbindung Hessens an das deutsche Wasserstoffkernnetz. Ergänzend werden regionale Studien zur Entwicklung von Wasserstoffverteilnetzen erstellt, um Unternehmen künftig den Zugang zu Wasserstoff zu erleichtern.
Eine zentrale Anlaufstelle ist die Landesstelle Wasserstoff der LEA Landes Energie Agentur Hessen. Sie unterstützt Unternehmen, Kommunen und weitere Akteure mit Informationen, Fördermittelberatung, Netzwerkangeboten und Praxisbeispielen rund um den Wasserstoffhochlauf.
Weiterführende Informationen
Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) informiert umfassend über den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft in Deutschland. Das Wasserstoff-Dossier bündelt aktuelle Informationen zu Einsatzmöglichkeiten von Wasserstoff, Infrastruktur, Markthochlauf, Förderprogrammen sowie politischen und regulatorischen Entwicklungen. Darüber hinaus finden Unternehmen dort Praxisbeispiele, Studien und Veranstaltungshinweise.
Weitere Informationen finden Sie im DIHK-Dossier „Erfolgreich mit Wasserstoff“ sowie in der DIHK-Übersicht zu Wasserstoff-Förderprogrammen.
