Aktuelles
- Besuch der National Development and Reform Commission (NDRC)
- Partnerships Reloaded - Deutsche Wirtschaft in China baut auf Kooperation
- AHK Greater China Interview mit Oliver Oehms zum Thema Lokalisierung 3.0
- Women in Leadership – Pretty Powerful: Ein Rückblick
- Besuch des Hunan Department of Commerce
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Neuigkeiten und Veranstaltungen zu China
Besuch der National Development and Reform Commission (NDRC)
Am 9. Dezember 2025 hatten wir hochrangingen Besuch bei uns im CCC:
Zhongguo Ling, stellvertretender Direktor des Bureau for Private Economy Development, sowie Xiaojiang Wang, dritter Forschungsrat derselben Abteilung der chinesischen 𝗡𝗮𝘁𝗶𝗼𝗻𝗮𝗹 𝗗𝗲𝘃𝗲𝗹𝗼𝗽𝗺𝗲𝗻𝘁 𝗮𝗻𝗱 𝗥𝗲𝗳𝗼𝗿𝗺 𝗖𝗼𝗺𝗺𝗶𝘀𝘀𝗶𝗼𝗻 (𝗡𝗗𝗥𝗖), machten bei uns Halt auf ihrer Europareise. Die Kommission ist dem Staatsrat der Volksrepublik China direkt unterstellt und eine bedeutende Aufsichtsbehörde für die wirtschaftliche Entwicklung der Volksrepublik. Sie formuliert wirtschaftspolitische Strategien wie den Fünfjahresplan und veröffentlicht und überprüft nationale Richtlinien für Unternehmen. Ihrem Einflussbereich unterliegen u.a. nationale Strukturreformen, Auslandsinvestitionen, Konsumpolitik, innovationsgetriebene Entwicklung sowie wissenschaftliche und technologische Infrastruktur.
Die im Jahr 2023 neu gegründete Abteilung für Privatwirtschaft dient dabei als zentrale Anlaufstelle für chinesische Privatunternehmen und betreibt auch eine eigene Außenwirtschaftsplattform. Damit verfolgt die NDRC das Ziel, Hürden für Unternehmen im internationalen Geschäft abzubauen und neue Kooperationsmöglichkeiten zu erschließen.
Spannend war auch der Blick auf aktuelle Trends: Südostasien und die EU gelten für international investierende chinesische Unternehmen derzeit als besonders attraktive Regionen. Ein Grund ist sicherlich die aktuell angespannte Lage mit den USA. Deutschland sticht dabei durch starke Industriecluster, unter anderem in der Automobil- und Tech-Branche, als relevanter Partner hervor.
Ein wertvoller Austausch und ein vielversprechender Auftakt für weitere Gespräche.
Zhongguo Ling, stellvertretender Direktor des Bureau for Private Economy Development, sowie Xiaojiang Wang, dritter Forschungsrat derselben Abteilung der chinesischen 𝗡𝗮𝘁𝗶𝗼𝗻𝗮𝗹 𝗗𝗲𝘃𝗲𝗹𝗼𝗽𝗺𝗲𝗻𝘁 𝗮𝗻𝗱 𝗥𝗲𝗳𝗼𝗿𝗺 𝗖𝗼𝗺𝗺𝗶𝘀𝘀𝗶𝗼𝗻 (𝗡𝗗𝗥𝗖), machten bei uns Halt auf ihrer Europareise. Die Kommission ist dem Staatsrat der Volksrepublik China direkt unterstellt und eine bedeutende Aufsichtsbehörde für die wirtschaftliche Entwicklung der Volksrepublik. Sie formuliert wirtschaftspolitische Strategien wie den Fünfjahresplan und veröffentlicht und überprüft nationale Richtlinien für Unternehmen. Ihrem Einflussbereich unterliegen u.a. nationale Strukturreformen, Auslandsinvestitionen, Konsumpolitik, innovationsgetriebene Entwicklung sowie wissenschaftliche und technologische Infrastruktur.
Die im Jahr 2023 neu gegründete Abteilung für Privatwirtschaft dient dabei als zentrale Anlaufstelle für chinesische Privatunternehmen und betreibt auch eine eigene Außenwirtschaftsplattform. Damit verfolgt die NDRC das Ziel, Hürden für Unternehmen im internationalen Geschäft abzubauen und neue Kooperationsmöglichkeiten zu erschließen.
Spannend war auch der Blick auf aktuelle Trends: Südostasien und die EU gelten für international investierende chinesische Unternehmen derzeit als besonders attraktive Regionen. Ein Grund ist sicherlich die aktuell angespannte Lage mit den USA. Deutschland sticht dabei durch starke Industriecluster, unter anderem in der Automobil- und Tech-Branche, als relevanter Partner hervor.
Ein wertvoller Austausch und ein vielversprechender Auftakt für weitere Gespräche.
Treffen der NDRC-Delegation mit Veronique Dunai (links) und Melanie Miller (rechts).
Partnerships Reloaded - Deutsche Wirtschaft in China baut auf Kooperation
Mit 45 Teilnehmern haben wir am 4. Dezember 2025 gespannt dem Update des Delegierten der deutschen Wirtschaft für Nordchina, Oliver Oehms, gelauscht. Er hat die neuesten Ergebnisse der Geschäftsklimaumfrage der AHK Greater China vorgestellt.
Die Umfrage zeigt: Nach dem Rekordtief 2024 ist 𝗱𝗶𝗲 𝗦𝘁𝗶𝗺𝗺𝘂𝗻𝗴 𝗱𝗲𝗿 𝗱𝗲𝘂𝘁𝘀𝗰𝗵𝗲𝗻 𝗨𝗻𝘁𝗲𝗿𝗻𝗲𝗵𝗺𝗲𝗻 𝗶𝗻 𝗖𝗵𝗶𝗻𝗮 𝘄𝗶𝗲𝗱𝗲𝗿 𝗴𝗲𝘀𝘁𝗶𝗲𝗴𝗲𝗻. Rund die Hälfte der Unternehmen plant, ihre Investitionen in China zu erhöhen, und die große Mehrheit hat keine Pläne, den Markt zu verlassen.
Gleichzeitig bleiben die Herausforderungen im chinesischen Markt groß:
🔸𝗣𝗿𝗲𝗶𝘀- 𝘂𝗻𝗱 𝗞𝗼𝘀𝘁𝗲𝗻𝗱𝗿𝘂𝗰𝗸 sind die größten Pain Points, gefolgt von der „𝗕𝘂𝘆 𝗖𝗵𝗶𝗻𝗮“-𝗣𝗼𝗹𝗶𝘁𝗶𝗸 und zunehmendem Wettbewerb mit chinesischen Unternehmen.
🔸𝗜𝗻𝗻𝗼𝘃𝗮𝘁𝗶𝗼𝗻 𝘄𝗶𝗿𝗱 𝘇𝘂𝗺 𝗦𝗰𝗵𝗹ü𝘀𝘀𝗲𝗹𝘁𝗵𝗲𝗺𝗮: Zwei Drittel der Befragten erwarten, dass chinesische Wettbewerber in den nächsten fünf Jahren Innovationsführer in ihrer jeweiligen Branche werden. Die deutschen Unternehmen reagieren darauf mit strategischen Partnerschaften zu chinesischen Firmen, um Wachstum und Wissenstransfer zu sichern.
🔸𝗚𝗹𝗼𝗯𝗮𝗹𝗶𝘀𝗶𝗲𝗿𝘂𝗻𝗴 𝗮𝗹𝘀 𝗖𝗵𝗮𝗻𝗰𝗲: Zwei Drittel sind bereits mit chinesischen Firmen im Auslandsgeschäft aktiv – Kooperation ergänzt auch hier den Wettbewerb.
Nicht zuletzt zeigt die Umfrage, wie wichtig 𝘀𝘁𝗮𝗯𝗶𝗹𝗲 𝗽𝗼𝗹𝗶𝘁𝗶𝘀𝗰𝗵𝗲 𝗕𝗲𝘇𝗶𝗲𝗵𝘂𝗻𝗴𝗲𝗻 sind: Für drei Viertel der Unternehmen hängt der Geschäftserfolg in China direkt von den bilateralen Beziehungen zwischen Deutschland und China ab.
Alle Ergebnisse der AHK-Geschäftsklimaumfrage finden Sie hier: https://china.ahk.de/en/news/business-confidence-survey-2025-26
Die Umfrage zeigt: Nach dem Rekordtief 2024 ist 𝗱𝗶𝗲 𝗦𝘁𝗶𝗺𝗺𝘂𝗻𝗴 𝗱𝗲𝗿 𝗱𝗲𝘂𝘁𝘀𝗰𝗵𝗲𝗻 𝗨𝗻𝘁𝗲𝗿𝗻𝗲𝗵𝗺𝗲𝗻 𝗶𝗻 𝗖𝗵𝗶𝗻𝗮 𝘄𝗶𝗲𝗱𝗲𝗿 𝗴𝗲𝘀𝘁𝗶𝗲𝗴𝗲𝗻. Rund die Hälfte der Unternehmen plant, ihre Investitionen in China zu erhöhen, und die große Mehrheit hat keine Pläne, den Markt zu verlassen.
Gleichzeitig bleiben die Herausforderungen im chinesischen Markt groß:
🔸𝗣𝗿𝗲𝗶𝘀- 𝘂𝗻𝗱 𝗞𝗼𝘀𝘁𝗲𝗻𝗱𝗿𝘂𝗰𝗸 sind die größten Pain Points, gefolgt von der „𝗕𝘂𝘆 𝗖𝗵𝗶𝗻𝗮“-𝗣𝗼𝗹𝗶𝘁𝗶𝗸 und zunehmendem Wettbewerb mit chinesischen Unternehmen.
🔸𝗜𝗻𝗻𝗼𝘃𝗮𝘁𝗶𝗼𝗻 𝘄𝗶𝗿𝗱 𝘇𝘂𝗺 𝗦𝗰𝗵𝗹ü𝘀𝘀𝗲𝗹𝘁𝗵𝗲𝗺𝗮: Zwei Drittel der Befragten erwarten, dass chinesische Wettbewerber in den nächsten fünf Jahren Innovationsführer in ihrer jeweiligen Branche werden. Die deutschen Unternehmen reagieren darauf mit strategischen Partnerschaften zu chinesischen Firmen, um Wachstum und Wissenstransfer zu sichern.
🔸𝗚𝗹𝗼𝗯𝗮𝗹𝗶𝘀𝗶𝗲𝗿𝘂𝗻𝗴 𝗮𝗹𝘀 𝗖𝗵𝗮𝗻𝗰𝗲: Zwei Drittel sind bereits mit chinesischen Firmen im Auslandsgeschäft aktiv – Kooperation ergänzt auch hier den Wettbewerb.
Nicht zuletzt zeigt die Umfrage, wie wichtig 𝘀𝘁𝗮𝗯𝗶𝗹𝗲 𝗽𝗼𝗹𝗶𝘁𝗶𝘀𝗰𝗵𝗲 𝗕𝗲𝘇𝗶𝗲𝗵𝘂𝗻𝗴𝗲𝗻 sind: Für drei Viertel der Unternehmen hängt der Geschäftserfolg in China direkt von den bilateralen Beziehungen zwischen Deutschland und China ab.
Alle Ergebnisse der AHK-Geschäftsklimaumfrage finden Sie hier: https://china.ahk.de/en/news/business-confidence-survey-2025-26
AHK Greater China Interview mit Oliver Oehms zum Thema Lokalisierung 3.0
Wie die Ergebnisse der Business Confidence Survey 2024 der AHK Greater China zeigen, ist „Lokalisierung 3.0“ für deutsche Unternehmen in China längst mehr als nur ein Schlagwort. Sie beschreibt eine neue Phase, in der sich deutsche Firmen noch enger mit dem chinesischen Markt, seinen Partnern und Innovationsdynamiken verflechten. Im folgenden Interview erklärt Oliver Oehms, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Deutschen Handelskammer in Nordchina, was hinter diesem Begriff steckt und warum das Thema viele deutsche Unternehmen in China aktuell besonders beschäftigt.
Oliver Oehms, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Deutschen Handelskammer in Nordchina
Herr Oehms, dass deutsche Unternehmen in China lokalisieren, ist kein neuer Trend. Wieso sollte man sich heute dennoch damit beschäftigen?
Das ist richtig - die Lokalisierung deutscher Unternehmen in China hat sich in verschiedenen Wellen vollzogen. Diese Entwicklung begann bereits vor ein paar Jahrzehnten mit dem Markteintritt vieler Firmen und der damit verbundenen Notwendigkeit, Joint Ventures mit chinesischen Unternehmen einzugehen. Die zweite Welle setzte etwa in den 2010er-Jahren mit der „Made in China“-Strategie ein: Unternehmen wurden verpflichtet, lokal zu produzieren, um ihre Produkte in China verkaufen zu können. In den letzten Jahren beobachten wir, dass Marktdynamiken eine neue Welle der Lokalisierung auslösen, die mit einer noch tieferen Verflechtung mit dem chinesischen Ökosystem einhergeht als zuvor. Wir nennen das Lokalisierung 3.0.
Was genau meinen Sie mit Lokalisierung 3.0?
Der intensive Wettbewerb in China sowie der damit verbundene Preisdruck stellen bereits seit Längerem Herausforderungen deutscher Unternehmen dar. Für unsere Mitglieder bedeutet das, dass sie neben ihrer ‚in China, für China‘-Strategie zunehmend mit dem Mindset eines chinesischen Unternehmens agieren. Das zeigt sich beispielsweise in der Unabhängigkeit von den Zentralen in Deutschland und in vereinfachten, beschleunigten Prozessen. Entscheidend ist ebenfalls, dass die Forschung- und Entwicklungstätigkeiten deutscher Unternehmen in China deutlich zugenommen haben. In China werden wichtige Zukunftstrends gesetzt. Damit deutsche Unternehmen ihre globale Wettbewerbsfähigkeit sichern können, müssen sie Teil dieses Innovationsökosystems sein. Also ‚in China für China’, aber auch ‘in China für die Welt‘.
Wie sichern sich die Unternehmen ihren Platz hier?
Unternehmen setzen auf Partnerschaften mit innovativen chinesischen Firmen. Wir stellen fest, dass sich diese Partnerschaften verändert haben. Unternehmen konzentrieren sich jetzt auf qualitative Kooperationen, was bedeutet, dass sie gezielt Partner suchen, um ihre hochwertigen Produkte mit der bekannten “China Speed” und Innovationskraft chinesischer Firmen zu kombinieren. Während in Deutschland Produkte für den Launch perfekt sein müssen, stehen in China Flexibilität und Schnelligkeit im Fokus. Joint Ventures, die früher als Zwang angesehen wurden, sind für viele Unternehmen inzwischen kein Hindernis mehr, solange sie die Mehrheitsbeteiligung halten und somit über die strategische Ausrichtung entscheiden können. Wir beobachten also eine smarte Form der Lokalisierung.
Das klingt jedoch so, als ob sich Unternehmen zunehmend von den Zentralen in Deutschland loslösen. Welche Rolle spielen die Mutterhäuser noch?
Das ist in der Tat ein Trend, den wir in unseren Umfragen und Gesprächen mit unseren Mitgliedern feststellen. Die Unternehmen möchten sich jedoch nicht vollständig von ihren Zentralen loslösen – im Gegenteil. Statt „Decoupling“ steht vielmehr „Enablement“ auf der Tagesordnung vieler Firmen. Mitgliedsunternehmen sagen uns sehr direkt, dass es ihnen nichts nützt, wie der lokale Wettbewerber zu werden. Vielmehr ist es die Unterstützung aus dem Mutterhaus, die deutschen Unternehmen zum Geschäftserfolg in China verhilft. Damit meine ich zum Beispiel Trainings für lokale Angestellte durch Experten aus der Zentrale, Wissenstransfer oder der Zugang zu Produktdatenbanken. Gleichzeitig ist eine tiefgreifende Lokalisierung mit viel Freiraum unabdingbar, um mit dem lokalen Wettbewerb Schritt halten zu können. Ideal ist deshalb eine smarte Kombination aus beidem.
Was sind derzeit die größten Stolpersteine auf dem Weg zu mehr Lokalisierung in China?
Die rote Linie für mehr Lokalisierung ist klar der Schutz geistigen Eigentums. Wir appellieren regelmäßig an die chinesische Regierung, die Gesetze zum Schutz des geistigen Eigentums konsequenter umzusetzen. Mehr Lokalisierung kann im Austausch mit Partnern wertvolle Lernerfahrungen bringen. Fest steht jedoch: 100 % Lokalisierung ist selten das Ziel. Unternehmen prüfen genau, wie viel Lokalisierung dem Geschäftserfolg guttut – und welche Technologien und Produkte eben nicht nach China gebracht werden. Es geht jetzt also um die smarte Verbindung deutscher Technologiekompetenz mit den Stärken des chinesischen Marktes und seiner Akteure.
Der intensive Wettbewerb in China sowie der damit verbundene Preisdruck stellen bereits seit Längerem Herausforderungen deutscher Unternehmen dar. Für unsere Mitglieder bedeutet das, dass sie neben ihrer ‚in China, für China‘-Strategie zunehmend mit dem Mindset eines chinesischen Unternehmens agieren. Das zeigt sich beispielsweise in der Unabhängigkeit von den Zentralen in Deutschland und in vereinfachten, beschleunigten Prozessen. Entscheidend ist ebenfalls, dass die Forschung- und Entwicklungstätigkeiten deutscher Unternehmen in China deutlich zugenommen haben. In China werden wichtige Zukunftstrends gesetzt. Damit deutsche Unternehmen ihre globale Wettbewerbsfähigkeit sichern können, müssen sie Teil dieses Innovationsökosystems sein. Also ‚in China für China’, aber auch ‘in China für die Welt‘.
Wie sichern sich die Unternehmen ihren Platz hier?
Unternehmen setzen auf Partnerschaften mit innovativen chinesischen Firmen. Wir stellen fest, dass sich diese Partnerschaften verändert haben. Unternehmen konzentrieren sich jetzt auf qualitative Kooperationen, was bedeutet, dass sie gezielt Partner suchen, um ihre hochwertigen Produkte mit der bekannten “China Speed” und Innovationskraft chinesischer Firmen zu kombinieren. Während in Deutschland Produkte für den Launch perfekt sein müssen, stehen in China Flexibilität und Schnelligkeit im Fokus. Joint Ventures, die früher als Zwang angesehen wurden, sind für viele Unternehmen inzwischen kein Hindernis mehr, solange sie die Mehrheitsbeteiligung halten und somit über die strategische Ausrichtung entscheiden können. Wir beobachten also eine smarte Form der Lokalisierung.
Das klingt jedoch so, als ob sich Unternehmen zunehmend von den Zentralen in Deutschland loslösen. Welche Rolle spielen die Mutterhäuser noch?
Das ist in der Tat ein Trend, den wir in unseren Umfragen und Gesprächen mit unseren Mitgliedern feststellen. Die Unternehmen möchten sich jedoch nicht vollständig von ihren Zentralen loslösen – im Gegenteil. Statt „Decoupling“ steht vielmehr „Enablement“ auf der Tagesordnung vieler Firmen. Mitgliedsunternehmen sagen uns sehr direkt, dass es ihnen nichts nützt, wie der lokale Wettbewerber zu werden. Vielmehr ist es die Unterstützung aus dem Mutterhaus, die deutschen Unternehmen zum Geschäftserfolg in China verhilft. Damit meine ich zum Beispiel Trainings für lokale Angestellte durch Experten aus der Zentrale, Wissenstransfer oder der Zugang zu Produktdatenbanken. Gleichzeitig ist eine tiefgreifende Lokalisierung mit viel Freiraum unabdingbar, um mit dem lokalen Wettbewerb Schritt halten zu können. Ideal ist deshalb eine smarte Kombination aus beidem.
Was sind derzeit die größten Stolpersteine auf dem Weg zu mehr Lokalisierung in China?
Die rote Linie für mehr Lokalisierung ist klar der Schutz geistigen Eigentums. Wir appellieren regelmäßig an die chinesische Regierung, die Gesetze zum Schutz des geistigen Eigentums konsequenter umzusetzen. Mehr Lokalisierung kann im Austausch mit Partnern wertvolle Lernerfahrungen bringen. Fest steht jedoch: 100 % Lokalisierung ist selten das Ziel. Unternehmen prüfen genau, wie viel Lokalisierung dem Geschäftserfolg guttut – und welche Technologien und Produkte eben nicht nach China gebracht werden. Es geht jetzt also um die smarte Verbindung deutscher Technologiekompetenz mit den Stärken des chinesischen Marktes und seiner Akteure.
Women in Leadership – Pretty Powerful: Ein Rückblick
Am 19. September 2025 verwandelte sich die IHK Frankfurt am Main in einen Ort voller Energie, Inspiration und Austausch. Unter dem Titel „Women in Leadership – Pretty Powerful“ brachte das China Competence Center gemeinsam mit dem China Council for the Promotion of International Trade (CCPIT) und dem Verein der Chinesischen Unternehmen Frankfurt e.V. über 70 Unternehmerinnen, Führungskräfte und Entscheider zusammen.
Die Referentinnen gewährten persönliche Einblicke in ihre Karrierewege und machten deutlich, dass Führungsstärke viele Facetten hat. Empathie, Authentizität und die Fähigkeit, Menschen zu inspirieren, sind keine „Soft Skills“, sondern strategische Kompetenzen, die Unternehmen nachhaltig prägen. Ob in der Automobilindustrie, in internationalen Architekturbüros oder in global agierenden Konzernen – die Geschichten der Speakerinnen zeigten, wie wichtig Sichtbarkeit, Mut und Netzwerke für den beruflichen Erfolg sind.
Die Resonanz war überwältigend: volle Reihen, intensive Diskussionen und ein Publikum, das sich aktiv einbrachte. Mit dieser Veranstaltung haben wir ein starkes Zeichen für Diversität und weibliche Führung gesetzt. Wir freuen uns darauf, die Reihe Women in Leadership fortzuführen und den Dialog weiter auszubauen.
Gruppenfoto der Organisatorinnen und Sprecherinnen des Women in Leadership Events mit Veronique Dunai (links, IHK Frankfurt) und Melanie Miller (rechts, IHK Frankfurt)
Besuch des Hunan Department of Commerce
Wussten Sie, dass es im alten China eine geheime Schriftsprache gab, die ausschließlich von Frauen benutzt wurde? Diese Geheimsprache heißt 女书 „nüshu“ und wurde im 15. Jahrhundert in der südchinesischen Provinz Hunan entwickelt. Nur noch sehr wenige Frauen beherrschen diese Schrift. Darüber sprachen wir am 18. Juli 2025 mit einer Delegation des Department of Commerce der Provinz Hunan bei einem persönlichen Austausch.
Vorrangig ging es bei dem Termin jedoch um die Partnerschaft zwischen Hessen und Hunan, die seit 1985 besteht und in diesem Herbst ihr 40-jähriges Jubiläum feiert. Weitere Themen waren Potentiale der Zusammenarbeit in den Bereichen E-Mobilität und Medizintechnik sowie das Interesse der Unternehmen aus Hunan an der internationalen Konsumgütermesse Ambiente in Frankfurt. Leiter der Delegation war Herr Liu Jianping, Director of Foreign Trade Division of Department of Commerce of Hunan Province.
Treffen zwischen der Delegation aus Hunan mit Veronique Dunai und Melanie Miller (IHK Frankfurt) und Norbert Noisser (IHK Gießen-Friedberg).
