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Neuigkeiten und Veranstaltungen zu China

AHK Greater China Interview mit Oliver Oehms zum Arbeitsmarkt- und Gehaltsbericht

Einmal im Jahr veröffentlicht die Deutsche Handelskammer in China (AHK Greater China) ihren Arbeitsmarkt- und Gehaltsbericht (Labour Market & Salary Report), mittlerweile in der 19. Auflage. Der Report gibt Einblicke in die Personalplanung der Unternehmen vor Ort und deckt Themen wie Gehaltserhöhungen, Recruiting und vieles mehr ab. Wir haben mit Oliver Oehms, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Deutschen Handelskammer in Nordchina, zur aktuellen Ausgabe gesprochen.
Mit prognostizierten 2,95 Prozent liegt die erwartete Gehaltssteigerung für 2027 erstmals unter der Drei-Prozent-Marke. Warum fallen die Erwartungen für das kommende Jahr seit mehreren Jahren zunehmend geringer aus?
Die seit Jahren schwache Binnennachfrage setzt deutschen Unternehmen in China zu. Hinzu kommt der starke Preisdruck auf dem chinesischen Markt. In unseren Umfragen sehen wir zwar einen leichten Anstieg bei der Einschätzung der wirtschaftlichen Entwicklung Chinas. Der traditionell hochdynamische Personalbereich in China wird allerdings zunehmend von Konservatismus geprägt. Dies betrifft die Gehalts- ebenso wie die gesamte Personalplanung.
Gibt es regionale Unterschiede innerhalb Chinas?
Signifikante Ausreißer gibt es nicht. Im Vergleich der drei Wirtschaftszentren Peking, Shanghai und Guangzhou rechnen die Unternehmen in Peking mit der größten Gehaltserhöhung im kommenden Jahr, gefolgt von Guangzhou und Shanghai (3,18%, 3,04% und 2,82%). Am optimistischsten sind unsere Mitglieder in Shenzhen und in anderen südlichen Regionen Chinas (3,36% und 3,66%).
Welche Herausforderungen sehen Sie, wenn immer weniger ausländische Personen in deutschen Unternehmen in China beschäftigt werden?
Die Lokalisierung hat den Personalbereich bereits vor einigen Jahren erreicht. Gerade in der komplexen Geschäftsumgebung ist es für viele deutsche Unternehmen inzwischen essenziell, über gute lokale Netzwerke auf Managementebene zu verfügen. Wichtig ist dabei allerdings auch, die regelmäßige Kommunikation mit der Zentrale in Deutschland transparent und vertrauensvoll aufrechtzuerhalten. Aber ganz klar - der Hauptgrund für den Austausch von so genannten Expats sind im Übrigen die Kosten.
KI scheint bisher nicht zum Wegfall zahlreicher Arbeitsplätze zu führen. Wird das so bleiben?
Ja, das stimmt: Aktuell fallen kaum Arbeitsplätze aufgrund von KI weg. Da wir die Frage im Rahmen des Labour Market & Salary Report zum ersten Mal gestellt haben, liegen uns noch keine Trends vor. In China sind KI und ihre Anwendungen jedoch in sämtlichen unternehmerischen Bereichen in aller Munde – nicht zuletzt, um Kosten zu sparen. Wir rechnen vor allem damit, dass verstärkt in die Weiterbildung von Mitarbeitenden investiert wird, um die Effizienz zu steigern. Damit einhergehen wird vermutlich auch, dass zukünftig einige Positionen wegfallen oder umgestaltet werden.
China ist für deutsche Unternehmen zunehmend ein wichtiger Innovationsstandort. Wie steht es um die Talentgewinnung in diesem Bereich?
In China ist der Wettbewerb um die besten Köpfe bei den großen Zukunftsthemen KI und Robotik hart. Denn in diesen Bereichen werden auch in China attraktive Gehälter gezahlt – und unsere Unternehmen stehen in Konkurrenz mit den chinesischen Tech-Giganten. Die Suche nach Talenten für forschungsnahe Positionen (Research & Development, R&D) ist deswegen eine Herausforderung für unsere Mitglieder. Nach Vertriebspositionen sind R&D-Stellen am schwierigsten zu besetzen. Einige unserer Mitglieder begegnen dieser Herausforderung beispielsweise durch Kooperationen mit Universitäten, um früh an der Talentgewinnung beteiligt zu sein. Da unterscheidet sich China kaum von Deutschland.
Den vollständigen Report finden Sie hier: Labor Market and Salary Report | AHK Greater China


Besuch des Generaldirektors des Hebei Provincial Foreign Affairs Office

Am 22. Juli 2026 durften wir eine Delegation aus der Provinz Hebei in Nordchina empfangen. Sie setzte sich aus mehreren Beamten des Foreign Affairs Office, des Department of Commerce und des Amts für Kultur und Sport zusammen. Leiter war Generaldirektor WANG Lei, Hebei Foreign Affairs Office.
Im Mittelpunkt des Austauschs stand die Ausrichtung des World Table Tennis Champions Turnier in der Süwag Arena in Frankfurt Anfang November 2026. Das Turnier findet bereits zum vierten Mal in Frankfurt statt. Erstmals soll nun ein Wirtschaftsdialog mit Unternehmensvertretern aus Hebei und der Region Frankfurt Rhein Main an das große Sportevent angegliedert werden. Ziel des Formates ist es, den bilateralen Dialog zu den Themen Logistik, Import- und Exportprozesse sowie globale Lieferketten zu fördern.
Mit rund 73 Millionen Einwohnern und einer starken industriellen Basis gehört Hebei zu den wirtschaftlich bedeutenden Provinzen Chinas. Bereits heute bestehen enge Wirtschaftsbeziehungen zu Deutschland: Ende 2025 waren dort 81 Unternehmen mit deutscher Kapitalbeteiligung engagiert.
Besonders interessant war bei dem Termin auch der Einblick in die wirtschaftliche Entwicklung Hebeis. Die Provinz war lange eine der wichtigsten Stahlregionen Chinas und hat damit entscheidend zum nationalen Bruttoinlandsprodukt beigetragen. Heute entwickelt sich die Region aber zunehmend in Richtung Zukunftsindustrien. Dazu zählen unter anderem Biomedizin, Elektronik und Informationstechnologie, Luft- und Raumfahrt, Robotik sowie neue Energien und intelligente Mobilität. Das ist staatlich so gewollt, denn Hebei grenzt direkt an die Hauptstadt Peking an und soll in der neu entwickelten Xiong'an New Area wichtige Funktionen der Pekinger Stadtverwaltung übernehmen, um diese zu entlasten.

Delegation aus Ningde mit CATL zu Gast in der IHK Frankfurt

Ende Juni begrüßte die IHK Frankfurt am Main eine hochrangige Delegation aus der Stadt Ningde zu einem Austausch mit Vertreterinnen und Vertretern der regionalen Wirtschaft. Die Delegation war anlässlich der „3rd Sino-European ESG Best Practice Conference“ in Mainz angereist.
Angeführt wurde die Delegation von Oberbürgermeister PAN Guoqiang, begleitet von weiteren Lokalbeamten sowie der Wirtschafts- und Entwicklungsbehörden Ningdes und Unternehmensvertretern von CATL. Die südostchinesische Stadt gilt als wichtiger Standort für neue Energien, innovative Fertigung und nachhaltige Industrieentwicklung und ist insbesondere als Hauptsitz des Batterieherstellers CATL international bekannt.
Um den Dialog zwischen Unternehmen aus der Region Frankfurt Rhein Main und den Gästen aus China zu fördern, hatte die IHK auch lokale Unternehmensvertreter zu einem gemeinsamen Gespräch eingeladen. Dabei standen aktuelle Entwicklungen in den Bereichen Elektromobilität, Energiewende und nachhaltige Transformation der Industrie im Mittelpunkt.
Das Treffen bot beiden Seiten die Gelegenheit, Kontakte zu vertiefen, Erfahrungen zu teilen und mögliche Ansätze für eine zukünftige Zusammenarbeit zu diskutieren.
Gruppenfoto

Als Trainee bei uns im Team einsteigen – geht das?

Nachdem wir in den vergangenen Monaten stark mit der Vorbereitung und Durchführung unserer Veranstaltungen beschäftigt waren, bleibt nun wieder mehr Raum, um den Fokus auch auf andere Themen zu legen. Umso schöner war es, dass wir uns letzte Woche Zeit nehmen konnten, unseren neuen DIHK‑Trainee Benedikt Retsch persönlich bei uns im CCC‑Büro willkommen zu heißen. Benedikt kam direkt aus Shanghai zu uns nach Frankfurt und kennt sich bei den China-Themen schon ganz gut aus.
Wir haben ihm einen Einblick in unseren Arbeitsalltag gegeben und ein wenig aus dem Nähkästchen geplaudert: von der Konzeption und Umsetzung unserer Formate über die inhaltliche Zusammenarbeit mit Partnern bis hin zu strategischen Fragestellungen, die uns im Team beschäftigen.
Anschließend ging es direkt ans Eingemachte. Gemeinsam planen wir ein längst überfälliges Update unserer CCC‑Website, inklusive einer grundlegenden Überarbeitung. Umso mehr freuen wir uns über die zusätzliche Unterstützung und die neuen Perspektiven, die Benedikt in das Team International der IHK Frankfurt einbringt.
Jedes Jahr schreibt unsere Dachorganisation, die DIHK, mehrere Traineestellen aus. Das Traineeprogramm richtet sich an Hochschulabsolventinnen und Hochschulabsolventen und bietet einen strukturierten Berufseinstieg innerhalb der Kammerorganisation.
Im Rahmen des zwölfmonatigen Programms durchlaufen die Trainees mehrere Stationen. Dazu gehören eine feste Phase beim DIHK in Berlin sowie eine Stage bei einer der Auslandshandelskammern weltweit. Ergänzt wird das Programm durch weitere Einsätze bei ausgewählten Industrie‑ und Handelskammern. Die Trainees arbeiten in unterschiedlichen Fachbereichen mit und gewinnen umfassende Einblicke, unter anderem wie in Benedikts Fall Internationales.
Wir freuen uns schon auf die Zusammenarbeit und die tollen Projekte, die wir in den nächsten Monaten gemeinsam umsetzen können.
Weitere Informationen zum Programm unter: https://www.dihk.de/de/karriere

Rückblick auf unser Webinar „Compliance im Chinageschäft“

Mit der erfolgreichen Durchführung unseres Webinars „Compliance im Chinageschäft“ am 14. April haben wir einen weiteren wichtigen Punkt auf unserer Agenda 2026 abgehakt. Das Thema gewinnt angesichts zunehmender regulatorischer Dynamik und geopolitischer Entwicklungen weiter stark an Bedeutung. Das Webinar bot somit die Gelegenheit, sich über aktuelle rechtliche, technologische und strategische Herausforderungen für Unternehmen mit China Bezug zu informieren.
Unseren Expertinnen und Experten beleuchteten zentrale Compliance Fragestellungen und ordneten sie praxisnah ein:
Dr. Thomas Pattloch eröffnete mit einem Einblick in den Schutz geistigen Eigentums in China. Deutlich wurde: Innovation und IP Strategie lassen sich heute nicht mehr vom Datenschutz , Datenexport und Cybersicherheitsrecht trennen. Wer Forschung, Entwicklung oder Technologietransfer in China betreibt, muss die chinesischen Datenschutzgesetze aktiv managen, frühzeitig und strukturiert.
Susann Lüdtke nahm die Teilnehmenden mit in die Welt von Normierung und De Risking in der Halbleiterindustrie. Ein Satz der bei uns hängen geblieben ist: Der lange gepflegte Glaube, China sei nicht innovationsfähig, ist längst ein Wettbewerbsnachteil. Chinas technologische Dynamik und Standardsetzung nehmen rasant zu und mit ihr auch der Schutz geistigen Eigentums im Zuge des staatlich geförderten Innovationsausbaus.
Stefanie Eich gab ein kompaktes Update zu CBAM. Mit dem Eintritt in die Regelphase wird es nun ernst für Unternehmen, auch finanziell. Besonders relevant für Unternehmen ist die Anpassung der de minimis Schwelle, die darüber entscheidet, ab wann eine Zertifikatspflicht greift.
Den Abschluss bildete Ralph Koppitz mit einem Überblick über neue chinesische Gesetzesregelungen, darunter das neue Umweltgesetzbuch, das ab August 2026 in Kraft tritt. Es verschärft nicht nur Umweltanforderungen, sondern auch die persönliche Haftung von Geschäftsführern, Vorständen und verantwortlichen Personen erheblich.
Das Webinar hat eindrucksvoll gezeigt: Compliance im Chinageschäft ist komplex und ihre Bedeutung wird weiter zunehmen. Unternehmen, die in China langfristig erfolgreich und rechtssicher agieren möchten, sollten sich frühzeitig informieren, Risiken realistisch einschätzen und Compliance konsequent als strategischen Faktor mitdenken.


Rückblick auf unsere Veranstaltung Decoding China: What to Expect From the 15th Five Year Plan


Am 31.03.2026 stand bei uns in der IHK alles im Zeichen des 15. Fünfjahresplans Chinas und der Frage, welche konkreten Auswirkungen sich daraus für deutsche Unternehmen ergeben. Gemeinsam mit der CCPIT, dem Verein der chinesischen Unternehmen in Frankfurt und dem China-Institut brachte das China Competence Center über 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zusammen, die mit großem Interesse die Paneldiskussion verfolgten.

Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft beleuchteten die strategische Ausrichtung Chinas aus unterschiedlichen Perspektiven und ordneten deren Bedeutung für die deutsche Wirtschaft ein.

Im Mittelpunkt standen zentrale Entwicklungen, die den wirtschaftlichen Kurs Chinas prägen: Innovation als treibende Kraft, ein struktureller Wandel hin zu konsum- und technologiegetriebenem Wachstum sowie eine neue Erfolgslogik für internationale Unternehmen. Deutlich wurde, dass es künftig weniger darum geht, in China zu verkaufen, sondern vielmehr darum, gemeinsam mit China zu wachsen, eingebettet in lokale Ökosysteme und geprägt von hoher Geschwindigkeit in Innovation und Entscheidungsprozessen. Gleichzeitig wurde betont, dass traditionelle Industrien nicht ersetzt, sondern gezielt technologisch weiterentwickelt werden.

Für deutsche Unternehmen ergibt sich daraus ein klares Bild: Eine Abkehr vom chinesischen Markt ist weder realistisch noch sinnvoll. Vielmehr zeigt der 15. Fünfjahresplan konkrete Zukunftsfelder auf, darunter Greentech, Künstliche Intelligenz, neue Batteriesysteme und kommerzielle Raumfahrt. Gerade in diesen Bereichen eröffnen sich vielfältige Kooperationspotenziale.

Neujahrsempfang des chinesischen Generalkonsulates in der IHK Frankfurt


Mehr als 300 Gäste aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft kamen am 13. Februar in der Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main zusammen, um gemeinsam mit dem Generalkonsulat der Volksrepublik China in Frankfurt und der Stadt Frankfurt am Main das chinesische Neujahr und den Start ins Jahr des Feuerpferdes zu feiern.

Im Mittelpunkt des Abends stand der Dialog in bewegten Zeiten. IHK-Präsident Ulrich Caspar und Bürgermeisterin Dr. Nargess Eskandari-Grünberg betonten die Bedeutung verlässlicher Gesprächsformate, gerade angesichts globaler Spannungen, Handelskonflikte und wachsender geopolitischer Unsicherheiten. Die enge Verbindung zur Partnerstadt Guangzhou wurde dabei besonders hervorgehoben.

China bleibt trotz anspruchsvoller Rahmenbedingungen ein Schlüsselmarkt für viele hessische Unternehmen, insbesondere in Bereichen wie intelligenter Produktion, Medizintechnik und Kreislaufwirtschaft. Der große Zuspruch zum Empfang unterstreicht, wie wichtig Austausch, Vertrauen und persönliche Begegnungen weiterhin sind.

Kulturelle Highlights wie der traditionelle Löwentanz sowie kulinarische Spezialitäten aus Changzhou rundeten den Abend ab und verbanden Wirtschaft und Kultur auf besondere Weise.