IHK Frankfurt begrüßt Kabinettsbeschluss zur Reform der privaten Altersvorsorge
17. Dezember 2025
Die Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main begrüßt den heutigen Kabinettbeschluss zum Altersvorsorgereformgesetz, mit dem die Bundesregierung die steuerlich geförderte dritte Säule der privaten Altersvorsorge reformieren will.
„Dieses Vorhaben kann nach vielen Jahren ergebnisloser politischer Debatten ein entscheidender Schritt sein, um endlich die Finanzierungsoptionen der Realwirtschaft zu erweitern und gleichzeitig die private Altersvorsorge breiten Bevölkerungsschichten zugänglich zu machen“, erklärt Ulrich Caspar, Präsident der IHK Frankfurt. „Angesichts des enormen Investitionsbedarfes in Deutschland ist es unverzichtbar, den Kapitalmarkt intensiver zu nutzen. Derzeit halten private Haushalte rund zwei Billionen Euro in bar oder auf niedrig verzinsten Konten. Wenn auch nur ein Teil dieses brachliegenden Sparvermögens über attraktive Altersvorsorgeprodukte zusätzlich in Unternehmen investiert werden kann, profitiert unsere Volkswirtschaft enorm.”
Der Gesetzentwurf greift zentrale Forderungen der IHK-Organisation auf, indem er durch neue Produktkategorien die Angebotsvielfalt erhöhen, mehr Wahlfreiheit in der Auszahlung zulassen und auf Garantievorgaben verzichten will. Die geplante beitragsproportionale Zulagenförderung kann zudem die bisherigen komplizierten Berechnungen auf der Anbieterseite ablösen und zusätzliche Sparanreize schaffen.
Die IHK Frankfurt appelliert an die Bundestagsfraktionen, im weiteren parlamentarischen Verfahren Praxishinweise aus der Privatwirtschaft zu berücksichtigen und die Reform zügig zu beschließen. „Entscheidend ist, dass die neuen Regelungen praktikabel sind und den Wettbewerb befördern, statt ihn zu hemmen. Die konkrete Ausgestaltung der Reform sollte nicht zu mehr Bürokratie und unnötigen Markteingriffen führen. Es gilt, eine ausgewogene Balance zwischen sinnvoller Standardisierung und unternehmerischer Freiheit zu wahren.“, so Caspar abschließend.
