IHK Frankfurt fordert stärkere Anerkennung der wirtschaftlichen und städtebaulichen Bedeutung von Rechenzentren
29. Dezember 2025
„Die in der kürzlich veröffentlichten Studie Rechenzentren in Frankfurt am Main und der Region des Instituts der deutschen Wirtschaft herausgearbeitete zentrale Bedeutung von Rechenzentren für den digitalen Wandel, die Schaffung von Arbeitsplätzen, die Ansiedlung neuer Unternehmen sowie für das Gewerbesteueraufkommen macht deutlich, dass eine Abschaffung der bislang zu restriktiven Vorgaben für die Ansiedlung und den Neubau von Rechenzentren in Frankfurt am Main notwendig ist. Es bedarf mehr Flächenangebote für Rechenzentren, die beispielsweise durch Neuausweisung von Gewerbegebieten bereitgestellt werden können. Nur so kann FrankfurtRheinMain seine Vorreiterrolle bei digitalen, zukunftsweisenden Technologien sichern und seine Position als europäische Digitalisierungshauptstadt weiter ausbauen“, erklärt IHK-Präsident Ulrich Caspar.
Wertschöpfung, Beschäftigung und Innovationsimpulse
2024 existieren in der Region FrankfurtRheinMain 76 Rechenzentrumsstandorte, davon 55 im Stadtgebiet Frankfurt. Damit befinden sich rund 30 Prozent aller deutschen Rechenzentren in der Region, die eine Schlüsselrolle für die digitale Transformation einnimmt. Diese schaffen direkt rund 2.900 Arbeitsplätze, leisten einen Beitrag zum Bruttoinlandsprodukt von etwa 1,3 Milliarden Euro, erzielen einen Produktionswert von rund 2 Milliarden Euro und generieren jährliche Steuereinnahmen von 405 Millionen Euro. Zusätzlich entstehen erhebliche indirekte Wertschöpfungseffekte durch das digitale Innovationsökosystem, das für 20 Prozent der Unternehmen in der Region von hoher Bedeutung ist.
Restriktive Vorgaben bremsen Investitionen
Auch wenn die Nähe zum Internetknoten DE-CIX für einzelne Anwendungen an Bedeutung verliert, bleibt sie laut Studie ein wichtiger Standortfaktor – etwa als Imagefaktor, für die standortübergreifende Ausfallssicherung, durch spezialisierte Zulieferer und einen gemeinsamen Fachkräftepool. Das Rechenzentrumskonzept der Stadt Frankfurt sendet nach Auffassung der IHK jedoch investitionshemmende Signale. Die IHK fordert daher, bestehende Standortvorteile konsequent zu nutzen und restriktive Vorgaben abzubauen. Neben dem Flächenangebot scheitern Neuansiedlungen häufig an unzureichenden Netzanschlusskapazitäten. Hier besteht dringender Handlungsbedarf.
Zudem führt die Flächenverknappung zu verpassten Chancen bei der Nutzung von Abwärme. Gerade in neu entstehenden Quartieren könnten Rechenzentren einen wichtigen Beitrag zur Energieversorgung und zum Klimaschutz leisten. So ließe sich etwa im neu beschlossenen Stadtteil der Quartiere mit rund 6.800 geplanten Wohnungen ein integriertes Rechenzentrum sinnvoll in die kommunale Wärmeplanung einbinden. Leistungsfähige Strom- und Glasfaseranschlüsse sind dort bereits vorhanden. Die ablehnende Haltung der Stadt gegenüber Gesprächen mit potenziellen Betreibern ist aus Sicht der IHK ökologisch und städtebaulich nicht nachvollziehbar.
Rahmenbedingungen verbessern, Wettbewerbsfähigkeit sichern
Die Studie sieht große Chancen durch die fortschreitende digitale Transformation, insbesondere im Bereich der Künstlichen Intelligenz. „Rechenzentren sind weit mehr als reine Infrastrukturbauten. Sie sind zentrale Bausteine für Innovation, Resilienz sowie digitale Transformation und Souveränität“, betont Caspar. Leistungsfähige Rechenzentrums-Cluster seien entscheidend für neue digitale Produkte, Prozesse und Geschäftsmodelle.
Bis 2030 wird die Zahl der Rechenzentrumsstandorte in FrankfurtRheinMain laut Studie um 47 Prozent auf 112 steigen. „Die Region kann davon profitieren, wenn bestehende Standortvorteile durch attraktive politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen ergänzt werden“, so Caspar. „Nur so lassen sich die digitale Vorreiterrolle Frankfurts sowie Wohlstand und Wettbewerbsfähigkeit langfristig sichern.“
Bis 2030 wird die Zahl der Rechenzentrumsstandorte in FrankfurtRheinMain laut Studie um 47 Prozent auf 112 steigen. „Die Region kann davon profitieren, wenn bestehende Standortvorteile durch attraktive politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen ergänzt werden“, so Caspar. „Nur so lassen sich die digitale Vorreiterrolle Frankfurts sowie Wohlstand und Wettbewerbsfähigkeit langfristig sichern.“
Die am 8. Dezember 2025 vorgestellte Studie Rechenzentren in Frankfurt am Main und der Region: Standort- und regionalökonomische Wirkungszusammenhänge vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln Consult GmbH unterstreicht die große wirtschaftliche und städtebauliche Bedeutung von Rechenzentren für Frankfurt und die Region. Auch das Land Hessen hat diese strategische Relevanz erkannt. Nach Einschätzung der IHK Frankfurt am Main ist sie jedoch auf kommunaler Ebene noch nicht überall angekommen.
