Steuerbelastung für Unternehmen senken: IHK Frankfurt Präsident Ulrich Caspar fordert Reduzierung von Gewerbesteuerhebesätzen zum Jahreswechsel
30. Dezember 2025
Die IHK Frankfurt am Main plädiert für Entlastungen bei den Gewerbesteuerhebesätzen in den Kommunen des IHK-Bezirks. Angesicht der aktuellen angespannten wirtschaftlichen Lage sollte die Steuerbelastung für Unternehmen reduziert werden. Die Betriebe kämpfen derzeit mit enormen Kosten, Fachkräftemangel und dem Druck tiefgreifender Transformationsprozesse.
„Eine Senkung der Gewerbesteuersätze wäre gerade jetzt ein wichtiges Signal. Damit würde der Anreiz für Investitionen der Unternehmen am Standort gesteigert. Denn zahlreiche Unternehmen denken wegen des hohen Kostendrucks über Teilverlagerungen ins Ausland nach“, sagt Ulrich Caspar, Präsident der IHK Frankfurt am Main. „Entlastungen sind realisierbar, wie das Beispiel Bad Vilbel zeigt.“ Die Stadt wird den Hebesatz der Gewerbesteuer zum Jahreswechsel um 30 Punkte auf 327 Prozent mindern.
Auch die Kommunen im Main-Taunus-Kreis und dem Hoch-Taunus-Kreis sowie die Stadt Frankfurt am Main könnten nach Ansicht der IHK Frankfurt am Main handeln und den Gewerbesteuersatz senken. Bereits heute zählt zum Beispiel Frankfurt mit einem Hebesatz von 460 Prozent zu den höchst belasteten Wirtschaftsstandorten in Hessen. Zudem erwartet die Stadt für das Jahr 2026 ein weiter steigendes Aufkommen bei der Gewerbesteuer, wie im Dezember veröffentlicht wurde. „Das Vorhaben Frankfurts, den Hebesatz der Gewerbesteuer auch im Jahr 2026 auf hohem Niveau konstant zu halten, ist aus Sicht der Unternehmen enttäuschend und sollte nochmals überdacht werden“, betont Caspar. „Auch die Kommunen im Main-Taunus und Hoch-Taunus-Kreis sollten über eine Reduzierung der Steuerbelastung intensiv nachdenken.“
Auf Bundesebene wurde bereits beschlossen, dass der Körperschaftsteuersatz ab dem Jahr 2028 in fünf Jahresschritten von 15 auf zehn Prozent reduziert wird. „Auch wenn diese Steuersenkung aus Sicht der Wirtschaft bereits im Jahr 2027 - und damit ein Jahr früher - umgesetzt werden könnte, ist das der richtige Weg, um Unternehmen steuerlich zu entlasten. Im Zuge dessen sollte insbesondere Frankfurt eine Reduzierung des in der Region relativ hohen Gewerbesteuersatzes folgen lassen, um den Standort für Investitionen attraktiver zu machen“, so Caspar.
Frankfurt und auch die Kommunen im Main-Taunus-Kreis und dem Hoch-Taunus-Kreis sollten zudem laut Caspar keine neuen kommunalen Steuern einführen. Eine Entscheidung für eine Verpackungsteuer – wie zum Beispiel in Frankfurt - sollte grundsätzlich nochmals überdacht werden. Denn sie bedeutet nicht nur eine zusätzliche Steuer, sondern auch mehr Bürokratie und höhere Kosten für die Unternehmen wie auch für die Verwaltung. Eine Verpackungsteuer bindet Ressourcen in Betrieben und in der Verwaltung, die an anderer Stelle dringender gebraucht werden. Statt zusätzliche Bürokratie aufzubauen, sollte die Politik entschiedener Bürokratie abbauen.
