Neuerscheinung Zahlenspiegel Frankfurter Innenstadt 2025: Handel bleibt Motor der City – Transformation konsequent weiterdenken


30. Dezember 2025
Mit über 3.200 angesiedelten Unternehmen aus dem Einzelhandel, der Gastronomie, der Finanzwirtschaft sowie der Bau- und Immobilienbranche stellt die Frankfurter Innenstadt einen Wirtschaftsstandort von wesentlicher Bedeutung dar, welche weit über Frankfurt hinaus in die gesamte Region FrankfurtRheinMain ausstrahlt. Der Einzelhandel stellt mit 936 Unternehmen nach wie vor die tragende Säule der Innenstadt dar, sorgt für Wertschöpfung, Beschäftigung und Besucherfrequenz. Das sind zentrale Kernergebnisse der neu erschienenen Ausgabe des Zahlenspiegels Frankfurter Innenstadt 2025 der IHK Frankfurt am Main.
„Die Publikation belegt anhand aktueller Zahlen erneut eindrücklich die Bedeutung des Handels als Zugpferd und Besuchsmagnet der Frankfurter Innenstadt“, fasst Dr. Alexander Theiss, Geschäftsführer Standortpolitik der IHK Frankfurt am Main, die Ergebnisse zusammen.

Schwacher Konsum und weitere Herausforderungen setzen den Handel und die Frankfurter Innenstadt weiter unter Druck

Die Ergebnisse sind umso bedeutender in einer Zeit großer Herausforderungen für den Handel, die durch die verbreitete Kaufzurückhaltung der Bevölkerung geprägt ist. Gleichzeitig hat sich der Vorsprung großer internationaler Marktplattformen aus Drittstaaten im deutschen E-Commerce weiter vergrößert, was den stationären Einzelhandel zusätzlich unter Druck setzt.
Während einige dieser Entwicklungen globalen Ursprungs sind, sind andere Herausforderungen hausgemacht. In diesem Zusammenhang weist Dr. Theiss auf die Ergebnisse der Befragung Vitale Innenstädte hin, die wieder einmal die abnehmende Attraktivität der Frankfurter Innenstadt sowie den bestehenden Handlungsbedarf, insbesondere in den Bereichen Verkehr, Aufenthaltsqualität und Erreichbarkeit, bestätigt haben.
„Die Auswirkungen sind von erheblichem Ausmaß für den innerstädtischen Handel“, führt Dr. Theiss aus. „In der Folge suchen viele Kunden alternative Einzelhandelsstandorte auf oder verlagern ihre Einkäufe zunehmend in den Online-Handel. Dies geht letztlich zulasten der gesamten Innenstadt als Wirtschaftsstandort. Ihre Frequenz, Vielfalt und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit leiden darunter.“

Die Transformation der Zeil und der gesamten Innenstadt sind Daueraufgabe

Die Transformation der Frankfurter Innenstadt ist weiterhin in vollem Gange. Traditionsreiche Handelsunternehmen wie Wormland, Appelrath Cüpper, Eckerle haben ihre Türen geschlossen. Gleichzeitig kam es zu einer spürbaren Neubelegung freiwerdender Flächen durch international bekannte Marken und neue Nutzungskonzepte. So haben unter anderem JD Sports, Foot Locker und Snipes ihre Präsenz auf der Zeil ausgebaut. Ein besonders prägnantes Beispiel für die Umnutzung großflächiger Handelsimmobilien ist das ehemalige Karstadt-Gebäude, in dem seit 2023 der bislang größte deutsche Concept Store von Bershka angesiedelt ist. Auch abseits der Zeil, etwa in der Biebergasse, sorgen die jüngsten Neuansiedlungen von Arket, Søstrene Grene und Uniqlo für regen Kundenzufluss. Unverändert behaupten auch die großen Kaufhäuser und Shoppingcenter an der Zeil – Galeria, P&C und MyZeil – ihre Rolle als zentrale Frequenzbringer der Frankfurter Innenstadt.

Handel stärken, Innenstadt attraktiv und zukunftsfähig gestalten

Vor dem Hintergrund gestiegener Anforderungen an die Sicherheit in Innenstädten ist es umso wichtiger, die Bedeutung der Stadtzentren nicht nur als wirtschaftliche Standorte, sondern auch als soziale Kristallisationspunkte zu betonen. „Wir wollen den Handel als Leitbranche stärken und die Frankfurter Innenstadt als lebendigen Ort des Einkaufens, Arbeitens und Verweilens weiterentwickeln. Dazu ist es essenziell, dass das Stadtmarketing auch nach der Kommunalwahl finanziell und vor allem personell gut aufgestellt sein wird“, so Dr. Theiss.
"Damit dies gelingt und die Frankfurter Innenstadt auch künftig ein attraktiver und wirtschaftsstarker Standort bleibt, ist es erforderlich, nachhaltig in deren Sauberkeit, Sicherheit und Erreichbarkeit mit allen Verkehrsmitteln zu investieren“, betont Theiss. Mit diesem Ziel hat die IHK Frankfurt einen umfassenden Maßnahmenkatalog erarbeitet. Dazu zählen unter anderem die verstärkte Präsenz von Ordnungsdiensten, höhere Reinigungsintervalle sowie ein konsequentes Vorgehen gegen aggressive Bettelei, übermäßige Straßenmusik und Alkoholmissbrauch in Innenstadtlagen. Darüber hinaus fordert die IHK eine spürbare Verbesserung der Aufenthaltsqualität, die zügige Umsetzung des Masterplans „ErlebnisCity Frankfurt“, die Aufwertung zentraler Plätze, die Orchestrierung leerstehender Flächen in zentralen Lagen sowie die Förderung von Nutzungsmixkonzepten ein.
„Für den Einzelhandel und die Gastronomie als Branchen mit direktem Kundenkontakt ist die Erreichbarkeit unverzichtbar“, bringt es Dr. Theiss auf den Punkt. „Die Ergebnisse der oben zitierten Befragung zeigen, dass rund 43 Prozent der Besucher der Frankfurter Innenstadt von außerhalb kommen, die Mehrheit davon mit dem Pkw. Dabei handelt es sich zugleich um besonders kaufkraftstarke Kunden. Auf diese Zielgruppe kann und darf der innerstädtische Handel nicht verzichten.“