Fokus auf Sicherheit und Sauberkeit ist richtig Koalitionsvertrag setzt richtige Signale für den Einzelhandel


23. Juni 2026
Für mehr Anstrengungen für sichere und saubere Einkaufslagen in Frankfurt hat sich der Ausschuss Einzelhandel der Industrie- und Handelskammer (IHK) Frankfurt am Main in seiner Sitzung am Montag ausgesprochen. „Sicherheit und Sauberkeit sind zentrale Voraussetzungen für einen attraktiven Einzelhandelsstandort. Diese Faktoren entscheiden darüber, ob Kunden zu uns kommen, sich wohlfühlen und hier einkaufen. Deshalb begrüßt unser Ausschuss das Bekenntis der neuen Frankfurter Koalition zu Sicherheit und Sauberkeit als zentrale Aufgaben ausdrücklich“, sagt Markus Buch, IHK-Vizepräsident und Vorsitzender des IHK-Einzelhandelsausschusses.
IHK‑Umfragen belegen, dass sich die Bewertung von Sicherheit und Sauberkeit aus Sicht der Besucher in den vergangenen Jahren kontinuierlich verschlechtert hat – mit spürbaren Folgen für den innerstädtischen Handel. Wie dringlich Verbesserungen sind, verdeutlicht auch der Beitrag von Alexander Brandau, Polizeihauptkommissar und Schutzmann vor Ort im 1. Polizeirevier. Als Gastreferent stellte Brandau die aktuellen Sicherheitsmaßnahmen der Polizei Hessen in der Frankfurter Innenstadt vor – darunter die Einführung von Videoschutzeinrichtungen. Brandau: „Wir setzen mit der Besondere Aufbauorganisation (BAO) Zeil konsequent auf das Null Toleranz Prinzip: Mit einer sehr hohen Präsenz im öffentlichen Raum, auch am Wochenende in den Abendstunden, und gezielten Kontrollen von Gruppen, die das subjektive Sicherheitsgefühl einschränken, wollen wir erreichen, dass sich die Menschen in der Innenstadt wieder gerne aufhalten. Davon profitieren der lokale Handel und die Gastronomie gleichermaßen.“ Der Ausschuss begrüßt das Engagement der Landespolizei ausdrücklich.

Handlungsdruck bleibt hoch – Erreichbarkeit verbessern, Stadtmarketing verstetigen

Der Ausschussvorsitzende Markus Buch betont, dass sich die Maßnahmen der Stadt zur Stärkung des Einzelhandels nicht allein auf die Innenstadt konzentrieren sollten. Einkaufsstraßen in den Stadtteilen – etwa Berger Straße, Leipziger Straße, Schweizer Straße oder Oeder Weg – fungieren als tragende Säulen der Nahversorgung und prägen die lokale Lebensqualität.
„Wir sollten den Blick nicht einengen. Auch in den Stadtteilen entscheiden Sicherheit, Sauberkeit und vor allem die Erreichbarkeit über den Erfolg“, so Buch. Gerade beim Thema Erreichbarkeit bleibe der Koalitionsvertrag vage. Angesichts bereits umgesetzter und geplanter Verkehrsmaßnahmen brauche es hier mehr Klarheit und Verlässlichkeit. „Unsere Umfragen zeigen deutlich: Ein erheblicher Teil der Kundschaft in den Einkaufsstraßen kommt aus dem Umland. Gute Erreichbarkeit ist daher kein Detail, sondern eine zentrale Voraussetzung für funktionierenden Handel“, fasst Buch zusammen.
Kritisch sieht der Handel zudem, dass ein klares Bekenntnis zur Weiterentwicklung des Stadtmarketings fehlt. Der Masterplan „ErlebnisCity Frankfurt“ biete eine gute Grundlage – entscheidend sei nun aber die konsequente Umsetzung. Ebenso bleibe aus Sicht des Handels ein eindeutiges „Nein“ zu einer kommunalen Verpackungsteuer notwendig. Zusätzliche Belastungen würden die ohnehin angespannte Lage vieler Betriebe zudem weiter verschärfen.

Jetzt konsequent umsetzen

„Die Richtung stimmt, wichtig ist den Ankündigungen nun auch Tagen folgen zu lassen“, so Buch abschließend. „Frankfurt kann nur dann ein starker Handelsstandort bleiben, wenn Sicherheit, Sauberkeit, Erreichbarkeit und Aufenthaltsqualität gemeinsam gedacht und konsequent verbessert werden – in der Innenstadt und in den Stadtteilen.“