Geschäftsfklimaindex: Zuversicht steigt, Investitionspläne bleiben verhalten


6. Oktober 2026
Die Unternehmen im Bezirk der Industrie- und Handelskammer (IHK) Frankfurt am Main blicken zuversichtlicher auf die kommenden Monate. Der Geschäftsklimaindex steigt in der Herbstumfrage von 92 auf 98 Punkte. Auch die Investitionspläne verbessern sich. Von einer breiten wirtschaftlichen Erholung kann jedoch noch keine Rede sein: Der Saldo der Beschäftigungsabsichten liegt weiter im Minus. Die aktuelle Geschäftslage bewerten die Unternehmen wie bereits im Frühsommer mit einem Saldo von vier Punkten. Deutlicher verbessern sich die Erwartungen der zukünftigen Geschäftslage: Ihr Saldo steigt von minus 19 auf minus neun Punkte. Der Pessimismus lässt nach, doch die Vorsicht bleibt.
„Die Erwartungen haben sich spürbar verbessert. Das ist ein positives Signal. Für eine Trendwende reicht es aber noch nicht: Die Investitionspläne liegen erst bei null, die Beschäftigungsabsichten weiter im Minus“, sagt Ulrich Caspar, Präsident der IHK Frankfurt am Main. „Entscheidend ist, ob aus positiveren Erwartungen auch wieder konkrete Investitionen werden. Sie sind der eigentliche Indikator für eine erstarkende wirtschaftliche Dynamik.“

Investitionen bleiben entscheidend

Der Saldo der Investitionspläne der befragten Unternehmen steigt von minus sechs auf null Punkte. Das ist eine Verbesserung im Vergleich zur Befragung im Frühsommer, aber noch kein deutlicher Investitionsschub. Der Saldo der Beschäftigungsabsichten sinkt um einen Punkt auf minus acht. Die Unternehmen planen damit weiterhin zurückhaltend.
Auch beim Auslandsgeschäft hellen sich die Erwartungen auf: Der Saldo der Exporterwartungen steigt um 33 Punkte auf plus acht. Im Frühsommer hatte er noch bei minus 25 Punkten gelegen.

Industrie entwickelt sich besser als Handel

Hinter dem Gesamtergebnis stehen Unterschiede zwischen den Branchen. Die Industrie entwickelt sich besonders positiv, der Handel bleibt unter Druck. Die Entwicklung der Dienstleistungsbranche zeigt wiederum eine Aufwärtstendenz. Damit bleibt die wirtschaftliche Lage im IHK-Bezirk uneinheitlich. Eine breite Erholung über alle Branchen hinweg ist bislang nicht erkennbar.

Nachfrage und Standortbedingungen belasten die Unternehmen

Als größte Risiken für die weitere wirtschaftliche Entwicklung nennen die Unternehmen die Inlandsnachfrage (57 Prozent), dicht gefolgt von den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen (55 Prozent) sowie den Arbeitskosten (49 Prozent). Für die Unternehmen kommen offenbar klassische konjunkturelle Sorgen wieder verstärkt zur strukturellen Standortdebatte hinzu.
IHK-Präsident Caspar resümiert aus den Umfrageergebnissen: „Die Unternehmen brauchen jetzt beides: bessere wirtschaftliche Perspektiven und einen Standort, an dem sich Investitionen langfristig lohnen. Nur wenn beides zusammenkommt, kann aus der vorsichtigen Zuversicht wieder nachhaltiges Wachstum werden.“
An der Herbstumfrage der IHK Frankfurt am Main beteiligten sich 370 Unternehmen aus Frankfurt am Main sowie dem Hochtaunus- und Main-Taunus-Kreis.