Gewerbemarktbericht 2026: Mietpreise weitgehend stabil trotz schwierigem Marktumfeld


29. September 2026
Eine schwache Konjunktur, hohe Bau- und Finanzierungskosten sowie wirtschaftspolitische Unsicherheiten bremsen Investitionen und Projektentwicklungen. Auch der Neubau bleibt zurückhaltend. Gleichzeitig zeigt sich bei den Gewerbemieten über weite Teile des Marktes eine weitgehend stabile Entwicklung. Das sind die Ergebnisse des jetzt vorgestellten Gewerbemarktberichts der Frankfurter Immobilienbörse bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) Frankfurt am Main.
„Der Markt für Gewerbeimmobilien steht unter erheblichem Druck. Neben der schwachen Binnenkonjunktur wirken sich auch geopolitische Unsicherheiten und schwierige Finanzierungsbedingungen aus. Hinzu kommen hohe Baustandards und langwierige Genehmigungsverfahren. Die Branche braucht deshalb umso mehr verlässliche Rahmenbedingungen und mehr Planungssicherheit“, sagt Ulrich Caspar, Präsident der IHK Frankfurt am Main.
Auf dem Büromarkt bleiben die Mieten in den meisten Teilmärkten stabil. Lediglich im Frankfurter Central Business District steigt die Spitzenmiete auf 55 Euro pro Quadratmeter. Die Schwerpunktmiete, also die Miete, zu der eine größere Zahl standorttypischer Objekte vermietet wird, erhöht sich leicht auf 35 Euro pro Quadratmeter. In der Innenstadt liegt sie weiterhin bei 24,50 Euro. Auch im Hochtaunus- und Main-Taunus-Kreis bleiben die Mieten weitgehend stabil – am unteren und oberen Ende der Preisspanne ebenso wie beim Schwerpunktpreis. Zugleich konzentriert sich die Nachfrage auf moderne, ESG-konforme und flexibel nutzbare Flächen, während ältere Bestandsgebäude unter zunehmendem Anpassungsdruck stehen.
Auch bei Einzelhandelsflächen ändern sich die Mieten kaum: Auf der Zeil liegt die Schwerpunktmiete unverändert bei 260 Euro pro Quadratmeter, in der Goethestraße und auf der Fressgass bei 250 Euro. Bei Logistik- und Produktionsflächen bleibt das Mietniveau ebenfalls im Bereich von jeweils 4,50 Euro bis 10,00 Euro in Frankfurt und 2,50 Euro bis 7,50 Euro in den Landkreisen weitgehend konstant. Am Flughafen liegt die Schwerpunktmiete bei 8,00 Euro pro Quadratmeter. Moderne und kurzfristig verfügbare Flächen in gut angebundenen Lagen bleiben in allen Regionen knapp.
„Die stabilen Mieten dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich der Markt qualitativ stärker ausdifferenziert. Moderne, gut angebundene und flexibel nutzbare Immobilien behaupten sich, während bei nicht mehr zeitgemäßen Bestandsobjekten der Handlungsdruck wächst“, erläutert Helmut Christmann, Vorstandsvorsitzender der Frankfurter Immobilienbörse.
Die Analyse macht deutlich, dass nicht allein die Entwicklung der Mieten über die Wettbewerbsfähigkeit des Gewerbeimmobilienmarktes maßgeblich sind. „Standortqualität wird zunehmend zum Wettbewerbsfaktor. Leistungsfähige Infrastruktur, marktfähige Flächen und investitionsfreundliche Rahmenbedingungen gewinnen immer mehr an Bedeutung, damit Frankfurt und die gesamte Metropolregion für Unternehmen attraktiv bleiben“, unterstreicht Caspar.
Der vollständige Gewerbemarktbericht 2026 der Frankfurter Immobilienbörse bei der IHK Frankfurt am Main bietet Einblicke in die Preisentwicklung und Markttrends für Büro-, Einzelhandels-, Logistik- und Produktionsflächen im IHK-Bezirk Frankfurt am Main. Er steht jetzt kostenfrei zum Download bereit unter: http://www.frankfurt-main.ihk.de/gewerbemarktbericht