Caspar: IHK begrüßt CDU-SPD-FDP-Koalitionsvertrag im Main-Taunus-Kreis. Schnelle Umsetzung würde den heimischen Wirtschaftsstandort stärken
22. Juni 2026
Als “erfreuliches Signal an die rund 18.000 Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft im Main-Taunus-Kreis” bewertet die IHK Frankfurt am Main den Koalitionsvertrag der Kreistagsfraktionen von CDU, SPD und FDP für die Wahlperiode 2026 bis 2031. Der Vertrag greift zentrale Forderungen der IHK auf: wirtschaftsfreundliches Verwaltungshandeln, beschleunigte Genehmigungsverfahren und mehr neue Wohnbauflächen. Nachbesserungsbedarf sieht die IHK allerdings bei der Ausweisung von Gewerbeflächen.
Ulrich Caspar, Präsident der IHK Frankfurt am Main, zu deren Kammerbezirk der Main-Taunus-Kreis (ohne die Stadt Hochheim am Main) gehört, sagt: „Wir begrüßen den Koalitionsvertrag von CDU, SPD und FDP im Main-Taunus-Kreis. Er sollte schnell umgesetzt werden, um den heimischen Wirtschaftsstandort zu stärken. Der Vertrag benennt zurecht zügige und planbare Genehmigungen, den Abbau vermeidbarer Bürokratie, leistungsfähige digitale Netze und verlässliche Ansprechpartner als Voraussetzungen für einen wettbewerbsfähigen Standort. Dass die Koalition den digitalen Bauantrag, die durchgängige Digitalisierung von Verwaltungsprozessen, die Stärkung von Gründernetzwerken und eine intensive Kreiswirtschaftsförderung priorisiert, sind aus Sicht der IHK genau die richtigen Hebel, um den Unternehmen im Main-Taunus-Kreis Rückenwind zu geben.“
Ebenso würdigt die IHK, dass die Koalition den Mangel an Wohnraum ausdrücklich als eines der zentralen Zukunftsprobleme des Kreises anerkennt und einen unmittelbaren Zusammenhang zur Fachkräftegewinnung herstellt. „Der Ansatz, Bauen schneller, einfacher und digitaler zu machen, Planungs- und Genehmigungsverfahren zu beschleunigen und den Kreis als Dienstleister in Bau- und Planungsfragen zu stärken, trifft ein zentrales Anliegen der Unternehmen“, sagt Caspar
„Die neue Koalition hat erkannt, dass Standortentwicklung, schnelle Verfahren und beziehbarer Wohnraum keine getrennten Themen sind, sondern zusammengehören“, sagt Caspar und ergänzt: „Entscheidend wird nun sein, dass aus den richtigen Absichten auch spürbares Handeln wird.“
In der Flächenpolitik sieht die IHK noch Nachbesserungsbedarf. Die Koalition stellt die Entwicklung bestehender Flächen klar vor die Ausweisung neuer Flächen und betont, neue Wohnbauflächen müssten mit Naherholung, Klimafunktionen und Landwirtschaft in Einklang gebracht werden. So nachvollziehbar der sparsame Umgang mit Flächen ist, sollte er nach Auffassung der Kammer nicht dazu führen, dass die in Zusammenarbeit mit den Kommunen zu erfolgende Ausweisung dringend benötigter Gewerbeflächen ins Hintertreffen gerät. Caspar: „Gerade ein so dicht besiedelter und wirtschaftsstarker Kreis ist darauf angewiesen, dass auch künftig ausreichend Flächen für die Ansiedlung und Erweiterung von Betrieben zur Verfügung stehen.“
Insgesamt bewertet die IHK die Koalitionsvereinbarung als tragfähige Grundlage, welche die Anliegen der Wirtschaft an vielen Stellen aufgreift.
