IHK-Sommerempfang: Austausch stärkt Region als Wirtschaftsmotor Präsident Caspar: „Flächenverfügbarkeit und Fachkräftesicherung sind Schlüsselfragen für Standort“


19. Juli 2026
Beim diesjährigen Sommerempfang „Wirtschaft trifft Politik“ der Industrie- und Handelskammer (IHK) Frankfurt am Main auf dem Weingut Joachim Flick in Flörsheim am Main hat IHK-Präsident Ulrich Caspar die Region Frankfurt als wirtschaftliches Kraftzentrum Deutschlands gewürdigt. In seiner Begrüßung griff Caspar die Einschätzung der IHK zum kürzlich geschlossenen Koalitionsvertrag im Hochtaunuskreis auf. Die Kammer begrüßt ausdrücklich die darin getroffenen Aussagen zur beruflichen Bildung, zu Straßen- und Schienenverkehr und zum flächendeckenden Ausbau schnellen Internets. Zugleich vermisst die IHK aber klare Festlegungen zum Beispiel hinsichtlich der Ausweisung dringend benötigter Wohn- und Gewerbeflächen. Mit Blick auf die bevorstehende Veröffentlichung des neuen Koalitionsvertrags im Main-Taunus-Kreis erwartet die IHK klare Aussagen zum Abbau von Regulierungen, zu effizienteren Abläufen bei Genehmigungen zum Bau von Wohnraum und eine Zusage zur Ausweisung von mehr Gewerbeflächen.
„Flächenverfügbarkeit ist und bleibt eine der zentralen Voraussetzungen für Wachstum und Ansiedlung“, erklärt Ulrich Caspar. Die IHK erhofft sich daher vom Koalitionsvertrag für den Main-Taunus-Kreis ein klares Bekenntnis zur konsequenten Ausweisung neuer Gewerbe- und Bauflächen in enger Zusammenarbeit mit den Kommunen. Auch die Unterstützung von Unternehmen bei der Gewinnung internationaler Fachkräfte sollte sich in dem Koalitionsvertrag wiederfinden. IHK-Präsident Caspar: „Der zunehmende Mangel an qualifizierten Fachkräften wird immer mehr zu einer strukturellen Wachstumsbremse. Inzwischen rechnet bereits jedes dritte Unternehmen im Kammerbezirk mit Auftragsverlusten oder Angebotsengpässen. Zusätzlich ist mehr beziehbarer Wohnraum aus Sicht der Kammer ein valides Mittel, um die Region für den Zuzug sowie den Verbleib von Fachkräften attraktiver zu machen.
Einen Einblick, mit welchen Maßnahmen die Hessische Landesregierung in Wiesbaden dem Fachkräftemangel im Land entgegenwirkt, gab Heike Hofmann, Hessische Ministerin für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales, die als Gastrednerin zum Thema „Fachkräftesicherung in Hessen – Perspektive für Wirtschaft und Arbeitsmarkt“ sprach. Dabei betonte Ministerin Hofmann: „Die Landesregierung hat die Fachkräftegewinnung und -sicherung zu einem Schwerpunkt ihrer Arbeit gemacht. Wir heben inländische Potenziale, stärken Vereinbarkeit, bauen Qualifizierung aus und schaffen echte Willkommensstrukturen für ausländische Fach- und Arbeitskräfte.“ Diese Zukunftsaufgabe gehe die Landesregierung gemeinsam mit den zentralen Gestaltungspartnern an – insbesondere mit der Wirtschaft und den Industrie- und Handelskammern. „Gute Arbeit, starke Betriebe und sozialer Zusammenhalt gehören untrennbar zusammen“, sagte Hofmann.
Die IHK Frankfurt am Main bietet mit ihrem jährlichen Sommerempfang eine Plattform für den Austausch zwischen Wirtschaft und Politik. Auch in diesem Jahr nutzten die Gäste aus dem Main-Taunus-Kreis, dem Hochtaunuskreis und der Stadt Frankfurt den Abend zum Austausch über aktuelle Standortfragen und zur Vernetzung über Kreis- und Parteigrenzen hinweg.