Konjunktur im Bezirk verbessert sich: Geschäftsklima steigt auf 98 Punkte. IHK-Präsident Caspar: „Leichte Stabilisierung ist erfreulich. Investitionsfreundliche Politik bleibt das Gebot der Stunde.“
28. Januar 2026
Die Unternehmen im Bezirk der Industrie- und Handelskammer (IHK) Frankfurt am Main starten mit verhaltener Zuversicht ins Jahr 2026: Seit mehr als einem Jahr – also über fünf Befragungen hinweg – wechseln sich steigende und sinkende Einschätzungen ab. Zu Jahresbeginn 2026 steigt der Geschäftsklimaindex nun um zwei auf jetzt 98 Punkte.
„Die Verbesserung des Geschäftsklimaindexes ist erfreulich, bedeutet aber noch längst keine Entwarnung. Eine investitionsfreundliche Politik bleibt weiter das Gebot der Stunde. Damit wir mehr Wachstum erreichen, brauchen Unternehmen spürbare Entlastungen bei Steuern und Sozialabgaben, wettbewerbsfähige Energiepreise sowie einen konsequenten Abbau von Überregulierung und Bürokratie. Ebenfalls nötig sind schnellere Planungen und Genehmigungen sowie ein beschleunigter Ausbau der digitalen und verkehrlichen Infrastruktur“, betont Ulrich Caspar, Präsident der IHK Frankfurt am Main.
Gesamtergebnis zeigt verhaltenen Optimismus
Die Schere zwischen der aktuellen und der zukünftigen Geschäftslage geht weiter auseinander. Die Bewertung der aktuellen Geschäftslage steigt deutlich um sechs auf sieben Punkte. Die Erwartungen verbleiben bei einem Wert von minus neun Punkten weiterhin im negativen Bereich. Die Investitionsbereitschaft verändert sich kaum: Hier steigt der Saldo um einen auf null Punkte. Die Beschäftigungsaussichten verbessern sich: von minus sechs auf minus zwei Punkte. Ebenfalls mit einer leichten Verbesserung zeigen sich die Exporterwartungen mit einer Veränderung von minus sieben Punkten auf minus drei Punkte, wenngleich der Wert im negativen Bereich verbleibt.
Branchen bestätigen den Trend
In der Branchenbetrachtung verbessern sich die Werte aller betrachteten Branchen. Die für den IHK-Bezirk besonders bedeutsame Dienstleistungsbranche steigt von 102 auf 104 Indexpunkte. Auch die Bau- und Immobilienwirtschaft stabilisiert sich über der Wachstumsschwelle und verbessert sich von 100 auf 102 Indexpunkte. Die Industrie legt ebenfalls zu: von 88 auf 92 Indexpunkte. Der Handel kann auf niedrigem Niveau von 77 auf 82 Indexpunkte zulegen. Auch das Kredit- und Versicherungsgewerbe (mit Finanzdienstleistern) verbessert sich leicht von 122 auf 123 Indexpunkte.
Risiken bleiben bestehen
Die Risikobewertungen der Unternehmen bleiben zur vorhergehenden Befragung nahezu unverändert. Nach den größten Risiken für die eigene wirtschaftliche Entwicklung befragt, liegen unverändert die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen mit 58 Prozent an der Spitze des Rankings. Auf Platz zwei folgen die Inlandsnachfrage und die Arbeitskosten mit jeweils 54 Prozent. Der Fachkräftemangel belegt mit 50 Prozent der Nennungen nur noch den vierten Platz.
„Ob Betriebe im Inland investieren, entscheidet sich auch an verlässlichen Standortbedingungen. Eine Verschärfung der Erbschaft und Schenkungsteuer auf Betriebsvermögen würde eher abschreckend wirken: Sie würde Nachfolgeregelungen in vielen Unternehmen verteuern und dazu führen, dass Betriebe Kapital für eine zukünftige Erbschaftsteuer ansammeln, statt im Unternehmen zu investieren. Damit kann eine Erbschaftsteuererhöhung auch Arbeitsplätze bedrohen“, sagt Caspar und betonte aber auch die lokalen Standortbedingungen: „Der Reformstau an den Frankfurter Berufsschulen ist erheblich und erfordert zügig Lösungen. Moderne Lernorte sichern Fachkräfte und motivieren Lehrkräfte wie auch Berufsschüler. Bei Verkehrsprojekten gilt: Betroffene früh einbinden, Erreichbarkeit sichern, Belastungen für Betriebe minimieren“, betont Caspar.
Rahmenangaben zur Erhebung
Die IHK Frankfurt am Main befragt dreimal jährlich rund 1.500 Mitgliedsunternehmen im Hochtaunus- und im Main-Taunus-Kreis sowie in der Stadt Frankfurt am Main zur aktuellen wirtschaftlichen Lage und zu ihren Erwartungen für die konjunkturelle Entwicklung. Die aktuelle Umfrage wurde im Zeitraum vom 7. bis 26. Januar 2026 durchgeführt. Weitere Ergebnisse – auch branchenspezifisch – werden im Konjunkturbericht der IHK Frankfurt am Main erläutert, der Mitte Februar 2026 veröffentlicht wird.
