Mehr Investitionen durch Stadt Frankfurt am Main in Osthafen-Infrastruktur dringend erforderlich
05. August 2026
Im Rahmen eines gemeinsamen Besuchs von Unternehmen im Osthafen durch die Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main (IHK) und die Gemeinschaft Frankfurter Hafenanlieger (GFH) fordert IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Clemens Christmann mehr Investitionen durch die Stadt Frankfurt in die Osthafen-Infrastruktur. „Der Osthafen ist ein wichtiger Standort für die Produktion und den Umschlag von Gütern. Damit die hier ansässigen Unternehmen möglichst effizient wirtschaften können, sollte ausreichend Mittel für die Instandhaltung der Straßen-, Schienen- und Wasserstraßeninfrastruktur vor Ort bereitgestellt werden. Das beinhaltet auch die zeitnahe Sanierung der Industriestraßen im Osthafen, die bereits seit Jahren in einem schlechten Zustand sind. Das schränkt die Erreichbarkeit der anliegenden Unternehmen ein und führt zudem immer wieder zu Schäden an Fahrzeugen und Gütern. Darüber hinaus benötigen die Unternehmen vor Ort eine Sicherung des Osthafens als Gewerbestandort über das Jahr 2050 hinaus. Nur so entsteht ausreichend Planungssicherheit, die Investitionen in den Standort nach sich zieht“, so Dr. Christmann.
Zusätzliche Dringlichkeit erhält die Forderung durch die aktuelle Niedrigwasserlage. Anhaltende Trockenheit hat die Pegelstände am Rhein auf historische Tiefstände fallen lassen. Am Pegel Kaub, der für die Verbindung zwischen dem Rhein-Main-Gebiet und den Nordseehäfen maßgeblich ist, wurde der bisherige Tiefstwert aus dem Jahr 2018 unterschritten. Binnenschiffe können deshalb nur noch einen Bruchteil ihrer üblichen Ladung aufnehmen, die Transportkosten steigen entsprechend. Die IHK fordert den Bund auf, die Abladeoptimierung Mittelrhein zügig fertigzustellen um Binnenschiffen auch bei Niedrigwasser mehr Zuladung zu ermöglichen. „Das Niedrigwasser führt vor Augen, wie verwundbar die Lieferketten der Region sind. Wer Güterverkehr auf das Wasser verlagern will, muss die Wasserstraßen zuverlässig befahrbar halten. Dazu gehört auch ein leistungsfähiger Osthafen in Frankfurt“, sagt Dr. Christmann.
Christian Eichmeier, Vorsitzender GFH: „Der Frankfurter Osthafen besticht durch seine Stadtnähe und gut ausgebaute Infrastruktur und dient somit der Ver- und Entsorgung der Stadt mit den trimodalen Möglichkeiten der Abbildung von Güterverkehren. Die Transportmodi Binnenschifffahrt und Bahn bedienen umweltfreundlich die langen Distanzen, und die Abholung und Zustellung der Güter reduziert sich für den Straßenverkehr auf die sogenannte ‚erste und/oder letzte Meile‘. Dieser Vorteil sollte unbedingt erhalten bleiben, damit die Verkehrsströme auch zukünftig nachhaltig in und aus der Region und der Stadt Frankfurt gesteuert werden können.“
Daniel Imhäuser, Vorstand GFH und Geschäftsführer Blasius Schuster: „Der Frankfurter Osthafen ist in seiner heutigen Struktur ein Standort, den viele Metropolregionen weltweit erst noch entwickeln möchten. Hier ist über Jahrzehnte ein bemerkenswertes Ökosystem entstanden. Güter wechseln unkompliziert zwischen Straße, Schiene und Wasserstraße. Viele Unternehmen im Hafen arbeiten sogar intensiv zusammen, was die regionalen Wertschöpfungskreisläufe verbessert. Davon profitiert am stärksten die Frankfurter Bauwirtschaft: Baustellen werden nach kurzen Transportwegen versorgt und entsorgt – und die Straßen im Stadtgebiet extrem entlastet.“
Kawus Khederzadeh, Managing Director Contargo Rhein-Main: „Der Osthafen leistet einen wichtigen Beitrag zur Versorgung der Region, zur Entlastung der Straßen und zum klimafreundlichen Gütertransport. Der Frankfurter Osthafen ist weit mehr als ein Umschlagplatz: Er ist das Tor der Region zu den europäischen Seehäfen, entlastet Straßen, reduziert CO₂ und sichert Wertschöpfung sowie Arbeitsplätze in Frankfurt.“
Die Wirtschaftsvertreter besuchten den Osthafen, um sich vor Ort einen Überblick über dessen besondere Lage zu verschaffen und auf dessen zentrale Bedeutung für die Wirtschaft in Frankfurt und der Region aufmerksam zu machen. Als Resultat aus den gesammelten Eindrücken appellieren sie einstimmig an die Stadt Frankfurt den Osthafen langfristig als trimodalen Standort für Verlader und Gewerbe auch über das Jahr 2050 hinaus zu sichern und entsprechend in die vorhandene Verkehrsinfrastruktur zu investieren. Die aktuelle Niedrigwasserlage unterstreicht diese Forderung.
Dr. Alexander Theiss, Dr. Clemens Christmann, Daniel Imhäuser, Sarah Conrad, Thorsten Hölser, Christian Eichmeier, Kawus Khederzadeh (v. l.)
