Mehr Tempo für Regionaltangente West und Taunusbahn


30. Oktober 2026

Die IHK Frankfurt sieht deutlichen Handlungsbedarf, um die Regionaltangente West und die Elektrifizierung der Taunusbahn zügig voranzubringen. Zudem sollten Genehmigungsverfahren schneller und digitale Verwaltungsangebote ausgebaut werden. Diese Forderungen standen im Mittelpunkt der Kreisbereisung von IHK-Präsident Ulrich Caspar am Donnerstag (29. Oktober) zu den Unternehmen TINEMA in Steinbach und Jarltech in Usingen.
„Im Hochtaunuskreis gibt es viele erfolgreiche Unternehmen. Damit sie hier wachsen und Arbeitsplätze schaffen, brauchen sie passende Rahmenbedingungen. Der Hochtaunuskreis und seine Städte und Gemeinden sollten deshalb den zügigen Ausbau der Verkehrsinfrastruktur vorantreiben und wichtige Projekte wie die Regionaltangente West und die Elektrifizierung der Taunusbahn konsequent unterstützen“, sagt Caspar.
Für Unternehmen im Hochtaunuskreis ist eine leistungsfähige Straßen- und Schieneninfrastruktur ein entscheidender Standortfaktor. Besonders Unternehmen, deren Geschäftsmodell in hohem Maße vom Warenversand abhängt, sind auf eine zuverlässige Verkehrsanbindung angewiesen. Engpässe und Defizite in der Infrastruktur erschweren nicht nur die betrieblichen Abläufe, sondern beeinträchtigen auch die Erreichbarkeit der Unternehmen für Beschäftigte und potenzielle Fachkräfte.
Die Regionaltangente West soll künftig Bad Homburg, Oberursel und Steinbach direkt an das regionale Schienennetz anbinden. Auch Usingen kann von der Elektrifizierung der Taunusbahn zwischen Friedrichsdorf und Usingen profitieren. Die IHK fordert deshalb, diese Infrastrukturprojekte zügig voranzubringen, um die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu stärken und die Zukunftsfähigkeit der Wirtschaftsstandorte im Hochtaunuskreis zu sichern.
Um Investitionen zu erleichtern und die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu stärken, sollen weniger Regulierung und digitale Genehmigungsverfahren beschleunigen. Denn der bürokratische Aufwand stellt für viele Unternehmen eine erhebliche Belastung dar und hemmt die wirtschaftliche Entwicklung in der Region. Lange Verfahrensdauern und unnötige regulatorische Anforderungen binden Ressourcen, die an anderer Stelle produktiver eingesetzt werden könnten. Die IHK spricht sich zudem dafür aus, ein technologieoffenes, investitionsfreundliches Umfeld in der Verwaltung aufzubauen.
Schnellere Entscheidungen und digitale Verfahren sind ebenso wichtige Voraussetzungen, um internationale Fachkräfte für die regionale Wirtschaft zu gewinnen. Aus Sicht der IHK besteht Handlungsbedarf dabei vor allem bürokratische Hürden abzubauen, Verwaltungsverfahren zu beschleunigen und digitale Prozesse konsequent zu nutzen. „Wer Arbeitskräfte aus dem Ausland gewinnen will, sollte sie nicht monatelang auf einen Bescheid warten lassen. Digitale Prozesse können Abläufe vereinfachen, Bearbeitungszeiten verkürzen und die Kommunikation zwischen Behörden, Unternehmen und Fachkräften erleichtern”, so Caspar.
Die TINEMA GmbH in Steinbach (Taunus) geht auf die 1972 in Frankfurt gegründete KRONE Fisch zurück. Das Unternehmen hat sich seither zu einem bundesweiten Lieferanten von Fisch-, Feinkost- und Tiefkühlprodukten für den Lebensmitteleinzelhandel entwickelt. Seit Juli 2023 gehört KRONE Fisch zur TINEMA GmbH. Mit 35 Beschäftigten arbeitet das Unternehmen mit Partnern unter anderem in Dänemark, Polen, Litauen und den Niederlanden zusammen.
Elektronik-Produkte stehen bei der 1988 gegründete und in Usingen ansässigen Jarltech Europe GmbH im Mittelpunkt. Heute ist Jarltech auf den Großhandel mit Kassensystemen, Barcode-Scannern sowie Etiketten- und Belegdruckern spezialisiert. Mit 420 Beschäftigten an weltweit 14 Standorten beliefert Jarltech Systemhäuser, Fachhändler und Industrieunternehmen in 60 Ländern. Hinzu kommen technische Beratung und Schulungen.
An der Kreisbereisung nahmen auch IHK-Vizepräsidentin Andrea Eckert sowie IHK-Vizepräsident Oliver Schwebel teil.