Moving business by design: Veranstaltungsreihe von IHK und German Design Council Event 1: Terminal 3 - Wie Design der Region Prosperität bringt


27. Februar 2026
Gemeinsam mit dem German Design Council setzt die Industrie- und Handelskammer (IHK) Frankfurt am Main mit dem Start der Veranstaltungsreihe „Moving Business by Design“ im Jahr des World Design Capital FrankfurtRheinMain bewusst ein wirtschaftspolitisches Signal. Bei der Auftaktveranstaltung „Terminal 3: Design zwischen Infrastruktur, Identität und Erlebnis“ stand die Fertigstellung des infrastrukturellen Großprojekts an der Schnittstelle von Designfragen im Fokus.
Ulrich Caspar, Präsident der IHK Frankfurt am Main, sagte: „Die Fertigstellung des Terminal 3 stellt eindrucksvoll unter Beweis: Die Region ist in der Lage, komplexe Infrastrukturvorhaben auf internationalem Niveau zu realisieren. Dies gilt nicht nur für das Terminal 3, sondern auch bei der budget- und fristgerechten Fertigstellungen von Datenzentren, die vergleichbare Investitionsvolumen haben. Voraussetzungen sind klare Zielsetzungen, Planungssicherheit für die Unternehmen und Durchsetzungsfähigkeit. Wer im globalen Wettbewerb mithalten will, kann sich keine jahrelangen Verzögerungen, regulatorische Hürden oder politische Unentschlossenheit leisten. Hier braucht es auch eine entsprechende Flexibilität hinsichtlich des Projektdesigns. Terminal 3 steht deshalb nicht allein für architektonische Qualität, sondern für wirtschaftliche Handlungsfähigkeit. Wir diskutieren in Deutschland zu oft über das Ob und zu selten über das Wie. Wer Investitionen will, ist aufgefordert, Projekte auch zu ermöglichen – nicht zu verhindern. Wenn die Rahmenbedingungen stimmen, können Großprojekte effizient umgesetzt werden. Diese Verlässlichkeit erwarten Unternehmen – national wie international. Dazu braucht Deutschland schnellere Genehmigungsverfahren für mehr Planungsbeschleunigung und eine klare Priorisierung wirtschaftlich relevanter Infrastrukturprojekte. Ohne leistungsfähige Verkehrsdrehkreuze, Energie- und Digitalinfrastruktur wird der Standort an Dynamik verlieren.“
Lutz Dietzold, CEO des German Design Council, sagte: „Dass das Projekt Terminal 3 pünktlich und im geplanten Budget realisiert werden konnte, ist kein Zufall. Es ist das Ergebnis klarer Entscheidungen, guter Zusammenarbeit und eines gemeinsamen Verständnisses von Design als strategischem Faktor. Terminal 3 ist damit mehr als ein Infrastrukturprojekt. Es ist ein Beweis dafür, wie Wirtschaft und Design Hand in Hand gehen müssen, wenn Transformation gelingen soll.“
Kaweh Mansoori, Hessischer Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum, sagte: „Der Flughafen ist eine wichtige Visitenkarte unseres Landes. Das Terminal 3 hat dabei weit mehr Funktionen, als die einer Abfertigungshalle: Es ist für Millionen Menschen der erste und letzte Eindruck von Hessen und Deutschland. Design ist bei Verkehrsinfrastruktur also kein ‚schöner Schein‘. Es ist die Kunst, innerhalb komplexer rechtlicher und technischer Rahmenbedingungen etwas zu schaffen, das effizient ist, Akzeptanz findet und international wettbewerbsfähig ist. Mein Anspruch ist, dass Funktionalität das Fundament bildet, auf dem Architektur und Design die Geschichte eines modernen, weltoffenen Hessens erzählen. Ein Infrastrukturprojekt dieser Größe ist nur dann erfolgreich, wenn die Menschen es nicht nur nutzen, sondern sich dort auch willkommen fühlen.“
Stephanie Pudwitz, Geschäftsführung Fraport Ausbau Süd GmbH und Bereichsleiterin Zentrales Infrastruktur Management Fraport AG, sagte: „Der erfolgreiche Abschluss von Terminal 3 zeigt, dass komplexe Bauvorhaben in Deutschland im Kosten- und Terminrahmen realisiert werden können. Dabei haben wir nicht nur Wert auf effiziente Prozesse gelegt und ein funktionierendes Gebäude für unsere Passagiere errichtet. Am Terminal 3 ist es gelungen, ein modernes, erlebnisreiches und identitätsstiftendes Terminal zu schaffen, das sowohl die regionale Verwurzelung als auch die internationale Ausrichtung Frankfurts widerspiegelt. Terminal 3 ist ein öffentlicher Raum, der Menschen zusammenbringt, Aufenthaltsqualität bietet und den hohen Anforderungen an Funktionalität, Nachhaltigkeit und Gestaltung gerecht wird. Es macht mich stolz, dass wir als best-practise-Beispiel vorangehen und zeigen, dass Investitionen in Infrastruktur sinnvoll und machbar sind.“
Prof. Christoph Mäckler, Architekt des Terminal 3 und Gründer MÄCKLER ARCHITEKTEN, sagte: „Terminal 3 ist ein hochkomplexes Verkehrsbauwerk, das technische Präzision mit architektonischer Klarheit und einem einladenden Wohlfühlcharakter verbindet. Seine selbstverständliche Gestalt macht die räumliche Organisation für Reisende intuitiv erfahrbar. Architektur muss Orientierung schaffen. Terminal 3 ist deshalb klar gegliedert, in seinen Materialien robust angelegt und mit dem Konzept des ‚Growing Beetle‘ langfristig erweiterbar gedacht. Infrastruktur braucht architektonische Qualität – gerade weil sie den Alltag so vieler Menschen prägt.“
Sibylle Schlaich, Managing Partner bei Moniteurs, Expertin für Orientierungssysteme und User Experience im Raum, sagte: „Flughäfen gehören zu den komplexesten öffentlichen Gebäuden unserer Zeit. Unterschiedlichste Nutzergruppen, zahlreiche Sprachen und individuelle Erwartungen treffen hier täglich aufeinander. Mit dem Neubau des Terminals 3 setzt der Flughafen ein starkes Zeichen für eine zukunftsorientierte Gestaltung. Zentrales Element und Schlüssel zu Orientierung, Sicherheit und positiven Nutzererfahrung ist das Leitsystem. Das leitet die Passagiere entlang ihres gesamten Weges durch das Gebäude. Eine lückenlose Informationskette bildet die Grundlage für ein stressfreies Ankommen. Klar lesbare, logisch aufgebaute, verständliche und barrierefreie Informationen schaffen Sicherheit in dieser dynamischen Umgebung. In Gebäuden, die täglich von hunderttausenden Menschen genutzt werden, trägt Informationsdesign eine hohe gestalterische Verantwortung. Es prägt das Raumerlebnis durch die richtige Positionierung von Informationen, gut erfassbare Inhalte, präzise grafische Gestaltung und durchdachtes Produktdesign.“
Moderiert wurde die Veranstaltung von Carsten Knop, Herausgeber der FAZ.