250 Jahre USA: Impulsgeber und starker Partner – IHK Frankfurt gratuliert zum Geburtstag
03. Juli 2026
Die USA feiern am 4. Juli 2026 das 250-jährige Jubiläum ihrer Staatsgründung. Politisch, kulturell und vor allem wirtschaftlich waren die vergangenen zweieinhalb Jahrhunderte für die USA ganz überwiegend eine Erfolgsgeschichte: Die USA sind die größte Volkswirtschaft der Welt, stehen allein für rund ein Viertel der weltweiten Wirtschaftsleistung und weisen regelmäßig die höchste Wachstumsdynamik unter den großen Industrienationen auf. Die Wirtschaftsleistung pro Kopf der USA liegt weit vor allen anderen führenden Volkswirtschaften - mit zunehmendem Abstand. Die USA sind zudem der größte Kapitalmarkt der Welt, rund 40 Prozent des globalen Anleihemarktes und ihre Unternehmen repräsentieren für gut die Hälfte der weltweiten Börsenkapitalisierung.
„Die Grundlagen dieser Erfolgsgeschichte haben die Gründerväter schon vor 250 Jahren gelegt. Die USA stehen seither für ein einzigartiges Zusammenspiel aus individueller Freiheit, Eigenverantwortung und wirtschaftlicher Offenheit in einem demokratischen und föderalen Rechtsstaat“, kommentiert Ulrich Caspar, Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Frankfurt am Main.
Für Hessen und die Region FrankfurtRheinMain sind die USA ein Wirtschaftspartner von überragender Bedeutung. So ist das Land klar wichtigster Auslandsmarkt der hessischen Industrie. Deren Exporte über den Atlantik beliefen sich 2025 auf 11,8 Mrd. Euro. Das ist mehr als die beiden folgenden Top-Auslandsmärkte Frankreich und Niederlande zusammen aufnehmen und steht für knapp 14 Prozent der hessischen Ausfuhren. Auch im Bundesländervergleich ist dieser Wert überdurchschnittlich: deutschlandweit liegt der Anteil bei 9,4 Prozent. Dabei kann Hessen seine industriellen Stärken ausspielen, gut zwei Drittel der Lieferungen in die USA stammen aus dem Pharma- und Chemiebereich. Auch beim Dienstleistungsexport aus Hessen spielen die USA als Zielland eine besondere Rolle. Das gilt insbesondere für den Finanzplatz Frankfurt und den Logistik-, IT- und Beratungssektor in der Region.
Vor Ort in den USA sind hessische Unternehmen ebenfalls stark präsent: Rund ein Drittel aller hessischen Auslands-Direktinvestitionen fließen in die USA. Als besonders aktiv erweisen sich dabei Unternehmen aus der Metropolregion FrankfurtRheinMain, die in den USA mit ihren Geschäftseinheiten, Produktionsstätten sowie Forschungs-und-Entwicklungsaktivitäten Zehntausende von Arbeitsplätzen sichern. Zugleich stärkt das ertragreiche US-Geschäft das Unternehmensergebnis insgesamt und sichert Arbeitsplätze bei uns. Umgekehrt präferieren zahlreiche US-Unternehmen die Region FrankfurtRheinMain als Standort in Deutschland. Allein die IHK Frankfurt zählt über 1.200 Mitgliedsunternehmen mit US-Hintergrund.
IHK-Präsident Ulrich Caspar sagt: „Unsere Region profitiert dank Flughafen, Finanzplatz, Börse, Messe und Rechenzentren ganz besonders von einer engen transatlantischen Wirtschaftspartnerschaft, die sich aber mit neuen Herausforderungen konfrontiert sieht. Aber die aktuelle US-Zollpolitik und das Infragestellen der regelbasierten Ordnung durch die amerikanische Regierung schaden der Wirtschaft weltweit. Die Komplexität des US-Geschäfts hat angesichts zusätzlicher Zölle, neuer Handelshürden und erhöhter Rechtsunsicherheit zugenommen.“
Caspar ergänzt: „Wir unterstützen die EU-Kommission in dem Bestreben, auch und gerade gegenüber einem so wichtigen Partner wie den USA die Interessen Europas zu wahren. Die EU-USA Zollvereinbarung wirkt zwar mit dem US-Pauschalzoll von 15 Prozent auf fast alle EU-Waren einseitig zulasten europäischer Unternehmen. Aber zugleich besteht damit die Chance, eine weitere Eskalation zu vermeiden. Deshalb ist es gut, dass das Abkommen zum 1. Juli nun endlich in Kraft getreten ist. Gleichzeitig sollte die EU auf die Beseitigung bestehender oder drohender Sonderzölle auf bestimmte Warengruppen hinwirken und mittelfristig auch die Rückführung der WTO-widrigen branchenübergreifenden Zollerhöhungen versuchen zu erreichen. Im Falle einer etwaigen weiteren Eskalation ist es wichtig, dass die EU entschlossen reagiert und notfalls Gegenzölle oder andere Gegenmaßnahmen erwägt und anwendet.“
Aus Sicht des IHK-Präsidenten sollte die EU in einer Wirtschaftsbeziehung auf Augenhöhe mit den USA ihre Interessen selbstbewusst vertreten. Es gelte die Potentiale der Zusammenarbeit zu nutzen und globalen Herausforderungen möglichst gemeinsam zu begegnen. Umfangreiche Potenziale lassen sich laut IHK z.B. durch den Abbau nicht-tarifärer Hemmnisse heben. Solche resultieren aus Unterschieden, etwa bei technischen Produktanforderungen, Regulierungen und Kennzeichnungssystemen.
Abschließend gab Caspar zu bedenken: „Eine Partnerschaft auf Augenhöhe setzt voraus, dass die EU und speziell Deutschland ihre strukturelle Wachstumsschwäche überwinden und neue, anhaltende Wachstumskräfte entfesseln. Das erfordert mehr individuelle Freiheit, mehr Eigenverantwortung und mehr wirtschaftliche Offenheit sowie die Bereitschaft, Marktkräfte wirken zu lassen und die staatliche Einflussnahme auf Märkte zu reduzieren. Ein Blick über den Atlantik liefert hierfür wertvolle Anregungen.“
Happy Birthday USA!
