Neuverschuldung: IHK schreibt an Bundestagsabgeordnete aus Kammerbezirk Caspar: „Die Schulden von heute sind die Steuererhöhungen von morgen“
08. Juli 2026
Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Frankfurt am Main kritisiert die geplante hohe Schuldenaufnahme durch den Bund im Bundeshaushalt 2027. IHK-Präsident Ulrich Caspar sagt: „Die Steuerbelastung für Unternehmen ist bereits sehr hoch. Die jetzt geplante hohe Neuverschuldung erhöht das Risiko, dass die Steuerbelastung mittelfristig weiter steigt. Die Bundesregierung sollte deshalb die geplante Neuverschuldung für 2027 reduzieren und stattdessen Einsparungen vornehmen.“
Für 2027 plant Bundesfinanzminister Lars Klingbeil mit einer Nettokreditaufnahme von insgesamt 203,7 Milliarden Euro. Auch in den weiteren Jahren bis 2030 plant das Bundesfinanzministeriums mit einer jährlichen Neuverschuldung oberhalb der 200 Milliarden Euro. Die IHK weist darauf hin, dass die deutsche Wirtschaft seit 2019 stagniere. Gleichzeitig wachsen andere Volkswirtschaften teils kräftig. Caspar führt aus: „Die hohe Besteuerung gefährdet die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen. Im Standortvergleich sind die Steuern in Deutschland sehr hoch. Dies ist ein Grund für die lange Wachstumsschwäche. Die Bundesregierung sollte deshalb jedes Signal vermeiden, dass in Zukunft weitere Steuererhöhungen zu erwarten sind. Die massive geplante Neuverschuldung sollte deshalb reduziert werden.“
Laut Planung des Bundesfinanzministeriums werden auch die Zinszahlungen kräftig ansteigen auf über 80 Milliarden Euro im Jahr 2030. Im Jahr 2021 hat der Bund dagegen noch rund 4 Milliarden Euro Zinsen bezahlt.
Um die Sorge vor einer mittelfristig weiter ansteigenden Steuerbelastung zum Ausdruck zu bringen, hat IHK-Präsident Caspar heute alle Bundestagsabgeordneten im Kammerbezirk angeschrieben. In dem Brief bittet er die Abgeordneten, die Entwicklung von Verschuldung und Zinsbelastung in den Blick zu nehmen und sich für mehr Einsparungen und eine geringere Nettokreditaufnahme einzusetzen.
