Reformstau an Frankfurter Berufsschulen wächst


16. Januar 2026
Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Frankfurt am Main warnt vor einem wachsenden Reformstau an den Frankfurter Berufsschulen. Seit über zehn Jahren wird über eine Schulrochade diskutiert, die dringend benötigte Flächenkapazitäten schaffen sollte – insbesondere für die kaufmännischen Berufsschulen Wilhelm-Merton-Schule und Stauffenbergschule. Mit dem Aus für den geplanten Umzug der Bertha-Jourdan-Schule, der diese Rochade ermöglicht hätte, droht nun eine Verschärfung der angespannten Situation.
Besonders deutlich zeigt sich der Handlungsbedarf an der Wilhelm-Merton-Schule: Chronischer Raummangel, das Fehlen einer Sporthalle und die begrenzte Nutzungsmöglichkeiten der Klassenräume erschweren einen zeitgemäßen Schulbetrieb. Notwendige Anpassungen an moderne pädagogische Konzepte rücken damit erneut in weite Ferne.
„Attraktive und modern ausgestattete Berufsschulen sind nicht nur ein zentraler Standortfaktor für die duale Ausbildung und die Fachkräftesicherung. Die Unternehmen brauchen dringend ausgebildete Fach- und Arbeitskräfte“, betont Ulrich Caspar, Präsident der IHK Frankfurt am Main. Marode Gebäude, unzureichend ausgestattete Fachräume und fehlende Entwicklungsflächen beeinträchtigen nicht nur die Qualität des Unterrichts, sondern schwächen auch die Attraktivität der beruflichen Bildung insgesamt.
Die IHK appelliert daher an die Stadt Frankfurt, zeitnah tragfähige Lösungen für die Sanierung und Weiterentwicklung der Berufsschulstandorte vorzulegen. „Wer junge Menschen für die Berufswelt gewinnen will, sollte Lernorte schaffen, die den Anforderungen moderner Berufe gerecht werden“, so Ulrich Caspar abschließend.