IHK Frankfurt am Main erwartet zügige Sondierungs- und Koalitionsgespräche Caspar: „Die Anliegen der Wirtschaft gehören ins Zentrum der Verhandlungen“
19. März 2026
Die IHK Frankfurt am Main erwartet nun zügige Sondierungs- und Koalitionsgespräche in den Städten, Gemeinden und Landkreisen des Kammerbezirks. IHK-Präsident Ulrich Caspar gratulierte den neu gewählten Mitgliedern in den Stadtverordnetenversammlungen, Gemeindevertretungen und Kreistagen zu ihren Mandaten und rief sie zu einer wirtschaftsfreundlichen Kommunalpolitik auf: „Nur mit einer erfolgreichen regionalen Wirtschaft gibt es eine starke Zukunft für unser Gemeinwesen. Investitionen, Arbeitsplätze und Wohlstand hängen direkt von kommunalpolitischen Entscheidungen ab. Die Anliegen der Wirtschaft sollten zu den zentralen Verabredungen in den Sondierungsgesprächen und nachfolgenden Koalitionsverhandlungen gehören.“
Als Schwerpunkte und Anliegen der Wirtschaft in der Kommunalpolitik der Stadt Frankfurt sowie im Hochtaunuskreis und im Main-Taunus-Kreis nannte der IHK-Präsident:
Erreichbarkeit und Mobilität sicherstellen:
- Sicherstellen, dass Innenstädte und Einkaufslagen für Unternehmen, Kunden und Pendler erreichbar bleiben bzw. mit allen verfügbaren Verkehrsträgern besser erreichbar werden; insbesondere Autofahrer sollten zum Beispiel in Frankfurt nicht länger benachteiligt werden.
- Baustellenmanagement und -kommunikation einschließlich frühzeitiger Beteiligung von Unternehmen umsetzen.
Rahmenbedingungen für Digitalwirtschaft stärken:
- Planung der Kommunen auf eine zunehmend digitale Zukunft ausrichten und insbesondere in Frankfurt die Flächen für neue Rechenzentren nicht länger künstlich verknappen.
- Smart-City-Konzepte an den Erfordernissen der Unternehmen ausrichten, etwa durch Umsetzung intelligenter Parkraumkonzepte.
Industrie und Gewerbe unterstützen:
- Anschlüsse an Fernwärme für Unternehmen attraktiver machen
- Lokale Stromverteilnetze zügig ausbauen
- Sanierung der Industriestraßen in Frankfurt vorantreiben
Flächen für Wirtschaft und Wohnen schaffen:
- Investitionshemmnisse abbauen und kommunale Satzungen und Förderrichtlinien im Dialog mit der Wirtschaft überarbeiten.
- Neue Baugebiete zügiger ausweisen, damit neuer Wohnraum für Fach- und Arbeitskräfte geschaffen wird.
- Mehr Gewerbeflächen zur Ansiedlung und Erweiterung von Unternehmen bereitstellen.
Handel und Tourismus stärken und bewerben:
- Sicherheit und Sauberkeit in Frankfurt in der Innenstadt, den Einkaufsstraßen und weiteren Einzelhandelsstandorten, deutlich steigern und für den Oberbürgermeister zur Chefsache machen.
- Die Multifunktionsarena in Frankfurt zügig umsetzen.
- Den Tourismus rund um den Taunus stärken.
Finanzplatz, Gründung und Start-ups unterstützen:
- Vorschläge des Hessischen Finanzplatzkabinetts zur Verbesserung der Standortbedingungen für Unternehmen am Finanzplatz Frankfurt konstruktiv begleiten.
- Kampagne zur Stärkung des Venture-Capital-Standorts Frankfurt mit Land Hessen starten.
Abbau von Überregulierung und Steuerbelastung:
- Gewerbesteuerhebesätze senken, möglichst auf das Niveau jenes Hebesatzes, bei dem die Gewerbesteuer vollständig bei der Einkommensteuer angerechnet werden kann.
- Systematisches Überprüfen der Aufgaben und Ausgaben auf Einsparpotenziale.
Aus- und Weiterbildung modernisieren:
- Schulentwicklungspläne für berufliche Schulen zügig umsetzen und Sanierung und Digitalisierung priorisieren.
- In Frankfurt allen voran Paul-Ehrlich-Schule, Julius-Leber-Schule, Ludwig-Erhard-Schule und Bertha-Jourdan-Schule modernisieren, im Hochtaunus den Standort Bleibiskopf der Feldbergschule sanieren.
Das Forderungspapier der IHK Frankfurt am Main findet sich unter: www.frankfurt-main.ihk.de/wirtschaftwaehltzukunft
