Start-up-Strategie 2030 als wichtiger Schritt – Frankfurt ist Zugpferd
18. Juni 2026
Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Frankfurt am Main bewertet die neue Start-up-Strategie 2030 des Landes Hessen grundsätzlich positiv, die heute im Rahmen einer Pressekonferenz vorgestellt wurde. Viele Ansätze greifen Forderungen auf, die der Runde Tisch Startup-Ökosystem FrankfurtRheinMain und der Ausschuss Startups der IHK Frankfurt am Main in den vergangenen Jahren vorgebracht haben: eine klare Governance, ein zentraler Entry Point, stärkerer Hochschultransfer, mehr Zusammenarbeit zwischen Start-ups und etablierten Unternehmen sowie ein besserer Zugang zu Wachstumskapital.
„Die Strategie setzt an den richtigen Stellschrauben an. FrankfurtRheinMain hat das Potenzial, einer der führenden Start-up-Standorte in Deutschland und Europa zu werden. Jetzt braucht es eine handlungsfähige Struktur, klare Zuständigkeiten und eine konsequente Einbindung der Wirtschaft“, sagt IHK-Präsident Ulrich Caspar.
Positiv bewertet die IHK Frankfurt, dass Frankfurt als zentrales Drehkreuz vorgesehen ist. Die Region verfügt über starke Hochschulen, internationale Unternehmen, eine breite industrielle Basis, exzellente digitale Infrastruktur und einen international bedeutenden Finanzplatz. Zudem bietet sie mit ihrer zentralen Lage im Herzen Europas und ihre sehr gute interkontinentale Anbindung Startsups beste Voraussetzungen ihre Geschäftsmodell international zu skalieren. Mit Futury und dem TechQuartier sind zudem zwei wichtige Ökosystem-Akteure in Frankfurt ansässig. Gleichzeitig bleibt das Start-up-Ökosystem bislang noch zu fragmentiert und nach außen zu wenig erkennbar.
Kritisch sieht die IHK allerdings den starken Hessen-Fokus bei der geplanten Vermarktung. „International ist Frankfurt die bekannte Marke. Wer Investoren, Talente und Scale-ups erreichen will, sollte Frankfurt als Zugpferd nutzen, um Hessen darüber sichtbar zu machen“, so Caspar. Eine reine Hessen-Marke greife zu kurz. Für die internationale Positionierung sollte FrankfurtRheinMain stärker in den Mittelpunkt rücken – auch, weil das Start-up-Ökosystem der Metropolregion nicht an Landesgrenzen endet, sondern Rheinhessen und den Bayerischen Untermain einbezieht.
Ein weiterer Schwerpunkt sollte aus Sicht der IHK Frankfurt auf Wagniskapital liegen. Frankfurt bietet mit Banken, Börse, Vermögensverwaltern, Kanzleien, Beratungshäusern und internationalen Investoren beste Voraussetzungen, um nicht allein Finanzplatz zu sein, sondern künftig auch zum Wagniskapital-Zentrum zu werden.
„Start-ups folgen Kapital, Kunden und Talenten. Frankfurt kann all diese Faktoren bieten und miteinander verbinden. Deshalb begrüßen wir, dass Wagniskapital in der Strategie ausdrücklich aufgegriffen wird. Jetzt sollte das Thema konsequent in die Umsetzung einfließen“, betont Caspar.
Aus Sicht der IHK Frankfurt kann die Start-up-Strategie 2030 ein Wendepunkt für den Standort Hessen sein – wenn sie mit ausreichenden Ressourcen, klarer Steuerung und einem starken FrankfurtRheinMain-Fokus umgesetzt wird.
