Transaktionen auf Frankfurter Wohnimmobilienmarkt erneut deutlich unter 2019er Niveau Caspar fordert verlässliche Rahmenbedingungen und leichteren Zugang zu Wohneigentum
3. September 2026
Die neueste Analyse der Frankfurter Immobilienbörse zeigt: Der Wohnimmobilienmarkt im IHK-Bezirk Frankfurt am Main hat sich 2025 gegenüber dem Vorjahr sowohl in Frankfurt, dem Hochtaunuskreis und auch im Main-Taunus-Kreis zwar leicht belebt, von einer Normalisierung kann nach den erheblichen Rückgängen der Verkaufszahlen in den vergangenen Jahren aber keine Rede sein. Sowohl bei Häusern als auch bei Eigentumswohnungen liegen die Transaktionszahlen im gesamten Kammerbezirk weiterhin deutlich unter dem Niveau des Jahres 2019.
„Es kommt jetzt entscheidend darauf an, die Rahmenbedingungen besser und verlässlicher zu machen, um den Zugang zu Wohneigentum wieder zu erleichtern. Die leichte Belebung kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass der regionale Wohnimmobilienmarkt weiterhin deutlich hinter den früheren Jahren zurückbleibt. Hohe Grundstückspreise, gestiegene Bau- und Modernisierungskosten, Zinsen, wirtschaftliche Unsicherheiten und immer komplexere regulatorische Anforderungen bremsen Investitionen und den Erwerb von Wohneigentum“, sagt Ulrich Caspar, Präsident der IHK Frankfurt am Main.
Auf dem Häusermarkt im Kammerbezirk wurden 2025 insgesamt 1.469 Verkäufe registriert, 173 mehr als im Vorjahr. Gegenüber 2019 entspricht dies einem Rückstand von rund 21 Prozent. Bei Eigentumswohnungen stieg die Zahl der Verkäufe auf 4.690 und liegt damit rund 16 Prozent unter dem Wert von 2019. Die leichte Erholung fällt zudem regional und zwischen den jeweiligen Preissegmenten sehr unterschiedlich aus. Die zunehmenden Verkäufe fanden insbesondere in den niedrigeren und mittleren Kaufpreiskategorien statt. Die Finanzierbarkeit einer Transaktion bleibt damit ein entscheidender Faktor für die Marktentwicklung.
Helmut Christmann, Vorstandsvorsitzender der Frankfurter Immobilienbörse, erklärt: „Nach fünf Jahren rückläufiger Verkaufszahlen zeichnet sich nun die erste vorsichtige Tendenz einer Stabilisierung am Markt - allerdings auf sehr niedrigem Niveau - ab. Eine nachhaltige Erholung des Marktes lässt sich daraus aber nicht ableiten. Die gestiegenen Bau- und Finanzierungskosten erschweren den Erwerb von Wohneigentum weiterhin. Auch der Zugang zu Finanzierungen an sich wird immer schwieriger. Gleichzeitig zeigt sich, dass die Bereitstellung neuen Baulands zunehmend durch langwierige und komplexe Bebauungsplanverfahren verzögert wird.“ Diese Verfahren erstreckten sich heute häufig über mehrere Jahre, da eine Vielzahl von Prüfungen und Gutachten erforderlich sei – von Umweltberichten über artenschutzrechtliche Bewertungen bis hin zu hydrologischen Untersuchungen wie Retentions- und Niederschlagswasseranalysen. „Dabei handelt es sich lediglich um einen kleinen Teil der vielen gesetzlichen Vorgaben. Hinzu kommt, dass bei solchen Vorhaben erfahrungsgemäß nahezu immer Bürgerinitiativen entstehen, die zusätzliche Anforderungen oder Einwände erheben“, so Helmut Christmann.
Es brauche mehr Bauland, um die Entwicklung der Grundstückspreise zu dämpfen. Ebenso sollte es wieder einfacher, schneller und kosteneffizienter werden, neue Häuser zu bauen und bestehende Gebäude zu modernisieren. „Ausreichend beziehbarer Wohnraum ist aus Sicht der gewerblichen Wirtschaft ausschlaggebend für die Gewinnung und das Halten von Arbeitskräften in der Region,“ so Christmann weiter. Es sei daher zielführend zu prüfen, wie die regulatorischen Vorgaben und Dokumentationspflichten bei der Vergabe von Wohnimmobilienkrediten nicht nur praxistauglicher, sondern auch verhältnismäßiger gestaltet werden könnten.
Die vollständige Kurzanalyse zu den Transaktionen auf dem Wohnimmobilienmarkt der Frankfurter Immobilienbörse bei der IHK Frankfurt am Main finden Sie hier: www.frankfurt-main.ihk.de/transaktionenaufdemwohnimmobilienmarkt
