Umbau des P&C Hauses ist Meilenstein für Revitalisierung der Frankfurter City Bessere Rahmenbedingungen für Innenstadt gefordert
11. März 2026
In seiner jüngsten Sitzung vom 10. März hat sich der Einzelhandelsausschuss der Industrie- und Handelskammer (IHK) Frankfurt am Main schwerpunktmäßig mit dem Umbau des P&C-Weltstadthauses an der Zeil und der zukünftigen Positionierung der Frankfurter Innenstadt befasst. Die markante Handelsimmobilie wird von dem Unternehmen midstadt b.v. zu einem Mixed-Use-Objekt mit Handel, Büros und Freizeitangeboten weiterentwickelt.
„Der Umbau des P&C-Hauses stellt eines der wichtigsten Bauprojekte auf der Zeil dar und ist zugleich Paradebeispiel für die Transformation des Handels. Aufgrund seiner Lage wird dieses Projekt die Frankfurter Innenstadt prägen und eine starke Signalwirkung für die Bedeutung des Wirtschaftsstandortes Frankfurter Innenstadt haben – insbesondere in einer Zeit, in der der Handel häufig totgesagt wird. Zwar erlebt der Handel derzeit gewaltige Veränderungen, unsere Umfragen zeigen aber, dass der Einzelhandel weiterhin Besuchsgrund Nummer eins ist und insbesondere in den Top-Einzelhandelsstandorten eine zentrale, identitätsstiftende Leitfunktion in den Innenstädten einnimmt“, betont Markus Buch, Vizepräsident und Vorsitzender des Einzelhandelsausschusses der IHK Frankfurt am Main.
Weiterhin angespannte Lage im Einzelhandel
Die Ausschussmitglieder machten deutlich, dass der Handel in einem extrem anspruchsvollen Umfeld operiert. Zum einen drückt die durch die jüngsten internationalen Krisen und Konflikte ausgelöste anhaltende Verunsicherung der Verbraucher weiter auf die Kauflaune. Zum anderen setzten die aggressiven Direktvertriebsmodelle aus Drittstaaten die lokalen Händler stark unter Druck. Das Thema stand ebenfalls auf der Agenda der Sitzung des Einzelhandelsausschusses.
Im Eckpunktepapier „Für einen fairen E-Commerce” hat die IHK-Organisation bereits konkrete Maßnahmen vorgeschlagen, darunter die Stärkung der Marktüberwachung und des Zolls, sowie die konsequente Durchsetzung der Pflichten von Online-Handelsplattformen gemäß dem Digital Services Act (DSA). Nachdem diese Maßnahmen sowohl im Aktionsplan der Bundesregierung zu E-Commerce als auch in der einschlägigen Kommunikation der Europäischen Kommission aufgegriffen wurden, ist bald mit der Umsetzung der ersten Maßnahmen zu rechnen. Der Rat der Europäischen Union hatte im Februar 2026 die Aufhebung der 150 Euro-Zollfreigrenze für Kleinsendungen ab Juli beschlossen. Ab diesem Zeitpunkt wird ein vorläufiger Pauschalzoll von drei Euro pro Warenkategorie erhoben.
Bekenntnis zur Innenstadt und Aufruf an die Politik aktiv zu werden
Unter diesen erschwerten Voraussetzungen ist der Handel nach wie vor auf die Unterstützung der Politik, auch im lokalen Umfeld, angewiesen. Es bedarf eines klaren Bekenntnisses der Politik zur Innenstadt und deren Rolle als Einzelhandelsstandort. „Frankfurt hat sich aufgrund seiner strategisch günstigen Lage als Messe- und Handelsstadt etabliert und sich zu einer weltweit bedeutenden Metropole entwickelt“, erinnert Buch. „Um den Wandel der Innenstadt erfolgreich zu gestalten und den Handel in seiner Leitfunktion zu stärken ist die Stadt Frankfurt aufgefordert die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen: mehr Sauberkeit und Sicherheit, bessere Erreichbarkeit und eine Aufenthaltsqualität, die Menschen anzieht“. Die IHK fordert die künftige Römer-Koalition daher auf, nach der Kommunalwahl zügig die ersten Schritte und Maßnahmen einzuleiten. „Frankfurts Innenstadt benötigt jetzt Entscheidungen, die Investitionen ermöglichen, statt verhindern. Die kommenden Monate sind entscheidend dafür, wie attraktiv unsere Stadt in Zukunft sein wird“, so Buch.
