Verlässliche Stromnetzanschlüsse sind entscheidend für Investitionen
4. November 2026
Unternehmen in FrankfurtRheinMain brauchen verlässliche Stromnetzanschlüsse, wenn sie neue Anlagen bauen, ihre Produktion elektrifizieren oder bestehende Standorte erweitern wollen. Fehlende Netzkapazitäten und lange Anschlussverfahren können solche Investitionen verzögern. Damit Unternehmen auch bei knappen Netzkapazitäten investieren können, sollten Netzausbau, Anschlussverfahren und die Nutzung vorhandener Kapazitäten besser ineinandergreifen. Das derzeit im Bundestag beratene Netzanschlusspaket bietet die Gelegenheit, die Rahmenbedingungen für Unternehmen zu verbessern. Welche Veränderungen notwendig sind und vor welchen Herausforderungen der regionale Netzausbau steht, diskutierte der Industrieausschuss der IHK Frankfurt am Main am 3. November 2026 bei Kunzlerstrom in Maintal.
Unternehmen in FrankfurtRheinMain brauchen verlässliche Stromnetzanschlüsse, wenn sie neue Anlagen bauen, ihre Produktion elektrifizieren oder bestehende Standorte erweitern wollen. Fehlende Netzkapazitäten und lange Anschlussverfahren können solche Investitionen verzögern. Damit Unternehmen auch bei knappen Netzkapazitäten investieren können, sollten Netzausbau, Anschlussverfahren und die Nutzung vorhandener Kapazitäten besser ineinandergreifen. Das derzeit im Bundestag beratene Netzanschlusspaket bietet die Gelegenheit, die Rahmenbedingungen für Unternehmen zu verbessern. Welche Veränderungen notwendig sind und vor welchen Herausforderungen der regionale Netzausbau steht, diskutierte der Industrieausschuss der IHK Frankfurt am Main am 3. November 2026 bei Kunzlerstrom in Maintal.
„Unternehmen entscheiden heute, wo sie in Zukunft investieren. Dafür brauchen sie Planungssicherheit, auch beim Stromnetzanschluss. Wenn nicht absehbar ist, wann die benötigte Leistung zur Verfügung steht, erschwert das Investitionsentscheidungen und kann die Entwicklung bestehender Standorte bremsen. Gerade für FrankfurtRheinMain als Industrie und Rechenzentrumsregion ist eine leistungsfähige Strominfrastruktur deshalb ein entscheidender Standortfaktor“, erklärt Andrea Eckert, Vorsitzende des Industrieausschusses der IHK Frankfurt am Main.
Wie wichtig der Netzausbau für die regionale Wirtschaft ist, zeigt der steigende Strombedarf durch die Elektrifizierung industrieller Prozesse, den zunehmenden Einsatz Künstlicher Intelligenz und den Ausbau von Rechenzentren. Ein Beispiel für den Ausbau der Strominfrastruktur ist eine rund fünf Kilometer lange Stromleitung, die der Übertragungsnetzbetreiber Amprion zwischen Kriftel und dem Industriepark Höchst baut und die 2027 in Betrieb gehen soll. Tobias Muermann, Projektsprecher Hessen bei Amprion, erläuterte im Industrieausschuss, welche Herausforderungen mit solchen Projekten verbunden sind. Dazu zählen knappe Flächen und konkurrierende Nutzungsansprüche, langwierige Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie technische Anforderungen beim Leitungsbau.
Bis zusätzliche Netzkapazitäten zur Verfügung stehen, vergehen oft Jahre. Nach Angaben von Dr. David Roitman, Geschäftsführer der Argaman Projektmanagement GmbH, dauert es von der Standortsuche bis zur Inbetriebnahme eines neuen Umspannwerks häufig sieben bis zehn Jahre. Dr. Roitman sprach sich deshalb dafür aus, die Flächensicherung durch Netzbetreiber zu erleichtern, Missbräuche beim neuen Reifegradverfahren durch die Netzbetreiber zu korrigieren und flexible Netzanschlüsse so einzusetzen, dass sie Investitionen ermöglichen, statt zu einem neuen Hemmnis zu werden.
Das derzeit im Bundestag beratene Netzanschlusspaket soll die Anschlussverfahren modernisieren und neue Möglichkeiten zur Priorisierung von Netzanschlüssen schaffen. Die Deutsche Industrie und Handelskammer (DIHK) begrüßt diesen Ansatz grundsätzlich, sieht jedoch Verbesserungsbedarf. Wie Dr. Niclas Wenz von der DIHK im Industrieausschuss erläuterte, fordert die DIHK verbindliche und bundesweit einheitliche Vergabekriterien, die berücksichtigen, wie weit Unternehmen ihre Vorhaben bereits konkretisiert haben und wie groß deren räumliche Flexibilität ist. Eine pauschale Bevorzugung einzelner Branchen lehnt die DIHK ab. Zudem sollten Netzbetreiber innerhalb verbindlicher Fristen über Anschlussanträge entscheiden, damit Unternehmen ihre Investitionen verlässlich planen können.
„Es ist dringend erforderlich, dass der Netzausbau mit der wirtschaftlichen Entwicklung Schritt hält und ihr nicht dauerhaft hinterherläuft. Das Netzanschlusspaket bietet jetzt die Gelegenheit, auch die Anschlussverfahren zu verbessern und Unternehmen mehr Planungssicherheit zu geben. Dabei sollte sichergestellt werden, dass die Anforderungen der Unternehmen und die Entwicklung bestehender Wirtschaftsstandorte angemessen berücksichtigt werden“, betont Eckert.
