Die Wirtschaftsregion braucht zeitgemäße Berufsschulen Plakataktion zur Kommunalwahl 2026 rückt Lernorte in den Fokus
3. Februar 2026
Im Vorfeld der Kommunalwahl 2026 positioniert sich die Industrie- und Handelskammer (IHK) Frankfurt am Main mit einer Plakataktion zur Stärkung der Berufsschulen. Seit dem 23. Januar macht die IHK an über 70 Standorten in Frankfurt sowie im Hochtaunus- und Main-Taunus-Kreis auf die Bedeutung leistungsfähiger Berufsschulen aufmerksam. Ziel ist, das Thema stärker in den öffentlichen Fokus zu bringen und auf den drängenden Handlungsbedarf bei der Sanierung und Ausstattung der Schulen hinzuweisen.
Die Plakate zeigen den baulichen Zustand von Berufsschulen im IHK-Bezirk und heben die zentrale Rolle dieser Lernorte innerhalb der dualen Ausbildung hervor. Gut ausgestattete Berufsschulen sind eine wichtige Voraussetzung für die Vermittlung von fachlichem Wissen an Auszubildende und damit Unternehmen qualifizierte Fachkräfte ausbilden können. Vielerorts müssen sich engagierte Lehrkräfte und motivierte Schüler mit Rahmenbedingungen arrangieren, die zeitgemäßes Lernen erschweren.
Ulrich Caspar, Präsident der IHK Frankfurt am Main, unterstreicht die Bedeutung des Themas: „Der Erfolg der Wirtschaft in unserem Kammerbezirk hängt entscheidend von gut ausgebildeten Fachkräften ab. Zeitgemäße Berufsschulen legen den Grundstein dafür, junge Menschen praxisnah qualifizieren zu können, damit sie nach Abschluss ihrer Ausbildung den Unternehmen in FrankfurtRheinMain als Fachkräfte zur Verfügung stehen.“
In zahlreichen Berufsschulen des IHK-Bezirks besteht erheblicher Sanierungsstau. Veraltete Fachräume und vielerorts eine unzureichende digitale Infrastruktur erschweren modernes Lernen. Oftmals müssen Lehrkräfte zusätzlich zu ihren eigentlichen Aufgabe auch noch die Administration der IT übernehmen, was den Mangel an Fachunterricht weiter verschärft. Funktionale Gebäude und eine zeitgemäße Ausstattung sind daher entscheidend, damit Lernen unter guten Bedingungen stattfinden kann.
Wie dringend der Handlungsbedarf ist, zeigt auch die Ausbildungsumfrage 2025 der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK). Demnach sprechen sich 68 Prozent der befragten Ausbildungsbetriebe für eine verbesserte personelle Ausstattung und technische Infrastruktur der Berufsschulen aus.
Dr. Brigitte Scheuerle, Geschäftsführerin Aus- und Weiterbildung der IHK Frankfurt am Main, unterstreicht den Stellenwert der Berufsschulen für die duale Ausbildung: „Die duale Ausbildung lebt vom Zusammenspiel zweier Lernorte. Damit Auszubildende ihr Potenzial entfalten können, brauchen sie in den Berufsschulen zeitgemäße Bedingungen, eine moderne Ausstattung und verlässliche digitale Strukturen. Diese Voraussetzungen unterstützen erfolgreiches Lernen und stärken die Qualität der beruflichen Ausbildung insgesamt.“
Gewiss gibt es aufgrund von Investitionen der kommunalen Schulträger einige Schulen, die den zeitgemäßen Anforderungen für IHK-Berufe entsprechen, wie z. B. in die Bergius-Schule in Frankfurt, die Hochtaunusschule in Oberursel oder die Konrad-Adenauer-Schule in Kriftel. Mit ihrer Plakataktion weist die IHK Frankfurt am Main auf die weiterhin vorhandenen schlechten räumlichen Zustände insbesondere an Berufsschulen hin und verbindet konkrete Forderungen an die Verantwortlichen und Schulträger im IHK-Bezirk. Dazu zählen die zügige Sanierung bestehender Berufsschulen wie z. B. der Hauptstelle der Feldbergschule in Oberursel, der Ausbau der digitalen Infrastruktur an Berufsschulen sowie die konsequente Umsetzung bestehender Schulentwicklungspläne. So sind Neubauten für die Paul-Ehrlich-Schule und die Ludwig-Erhard-Schule in Frankfurt-Höchst dringend anzugehen. Vor dem Hintergrund der Kommunalwahl 2026 ruft die IHK die zur Wahl antretenden Parteien dazu auf, die Stärkung der Berufsschulen als zentrale Zukunftsaufgabe für Wirtschaft, Ausbildung und Region auf ihre Agenda zu nehmen.
Plakataktion
