Wohnkosten gefährden Frankfurts Standortattraktivität - IHK fordert mehr Bauland und Innenstadtstrategie für den Handel


4. Mai 2026
Die aktuelle Mehrthemenumfrage der Stadt Frankfurt am Main bestätigt: Der Wohnungsmarkt ist seit fünf Jahren das mit Abstand größte Problem der Stadt. Die mittlere Warmmiete überschreitet erstmals die Marke von 1.000 Euro. Für die Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main ist das ein zentrales Standortrisiko: Hohe Wohnkosten erschweren die Fachkräftegewinnung und belasten insbesondere Beschäftigte im Dienstleistungssektor.

Wohnungsmarkt: Standortrisiko Nr. 1

Wohnkosten als größtes Problem
„Wer Fachkräfte gewinnen und halten will, braucht beziehbaren Wohnraum. Solange Baugenehmigungen zu lange dauern, zu wenig neues Bauland ausgewiesen wird und preistreibende kommunale Satzungen die Baukosten zusätzlich erhöhen wird zu wenig gebaut und Frankfurt verliert im Wettbewerb um Talente“, sagt IHK-Präsident Ulrich Caspar.

Weitere Standortfaktoren im Überblick

Weitere Standortfaktoren im Überblick
Auch jenseits des Wohnungsmarktes zeigt die Umfrage Handlungsbedarf: Die Bewertung des Einzelhandels- und Dienstleistungsangebots ist seit 2021 um elf Prozentpunkte gesunken, die ärztliche Versorgung sogar um 19 Prozentpunkte. Der ÖPNV ist mit 54 Prozent täglicher oder wöchentlicher Nutzung zwar das meistgenutzte Verkehrsmittel, doch die Zufriedenheit mit Taktzeiten und Preis-Leistungs-Verhältnis sinkt. Die Stadtverwaltung wird zwar moderner wahrgenommen, gilt aber für 59 Prozent weiterhin als bürokratisch.
Die IHK fordert die neue Stadtregierung auf, Baugenehmigungsverfahren zu beschleunigen und kostentreibende kommunale Satzungen und Vorgaben (Milieuschutzsatzungen, Stellplatzsatzung, Gestaltungssatzung Freiraum und Klima, Baulandbeschluss) zu überprüfen und gegebenenfallss auszusetzen oder im Dialog mit der Wirtschaft zu überarbeiten. Zudem ist eine Innenstadtstrategie zur Stärkung des stationären Handels vorzulegen und die Digitalisierung der Verwaltung konsequent voranzutreiben. „Frankfurt braucht Tempo bei Genehmigungen, eine starke Innenstadt und eine Verwaltung, die Dienstleisterin statt Hürde ist. Die Umfrage zeigt klar, wo die neue Stadtregierung ansetzen sollte“, so Caspar.