Wohnungsmarkt bleibt unter Druck – IHK fordert verlässliche Rahmenbedingungen für mehr Wohnungsbau


26. März 2026
Der Wohnimmobilienmarkt im IHK-Bezirk Frankfurt am Main bleibt auch 2026 angespannt. Zu diesem Ergebnis kommt der neue Wohnungsmarktbericht 2025|2026 der Frankfurter Immobilienbörse bei der IHK Frankfurt am Main.
„Der Wohnimmobilienmarkt im IHK-Bezirk steht weiterhin unter erheblichem Druck. Die Zahl der Neubauvorhaben befindet sich auf historisch niedrigem Niveau. Hauptgründe sind die unzureichende Ausweisung von Bauland, die anhaltend hohen Baukosten sowie umfangreiche regulatorische Vorgaben, die Investitionen und Bautätigkeit spürbar hemmen“, erklärt Ulrich Caspar, Präsident der Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main.
Helmut Christmann, Vorstandsvorsitzender der Frankfurter Immobilienbörse bei der IHK Frankfurt am Main ergänzt: „Eine Umfrage unter den Mitgliedern der Frankfurter Immobilienbörse zeigt, dass die erschwerte Kreditvergabe und hohe Eigenkapitalanforderungen als zentrale Einflussfaktoren für die weitere Marktentwicklung gesehen werden. Viele Haushalte können Wohneigentum dadurch nicht realisieren und verbleiben länger im Mietsegment. Das erhöht den Druck auf den Mietwohnungsmarkt zusätzlich.“
Der Wohnungsneubau bleibt deutlich hinter dem Bedarf zurück. Während bundesweit weiterhin zu wenige Wohnungen fertiggestellt werden, ist die Lage auch im IHK-Bezirk durch eine anhaltende Wohnraumknappheit geprägt. Im Jahr 2025 zeigte sich am Wohnimmobilienmarkt insgesamt eine Seitwärtsbewegung: Die Kaufpreise entwickelten sich vielerorts stabil, teils leicht steigend, während die Mieten weiter anzogen.
Auch innerhalb der Region bleibt das Marktgeschehen stark lageabhängig. In Frankfurt am Main behaupten die innenstadtnahen Premiumlagen ihr hohes Preisniveau, während in periphereren Teilmärkten deutlich niedrigere Werte zu beobachten sind. Im Hochtaunus- und Main-Taunus-Kreis zeigt sich ebenfalls ein überwiegend stabiles, aber klar standortgetriebenes Marktbild.
Helmut Christmann betont: „Aus Sicht der Frankfurter Immobilienbörse braucht es nun zügig politische Impulse, um Investitionen wieder zu erleichtern und die Bautätigkeit zu beleben. Es braucht insbesondere verlässliche wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen, eine spürbare Entlastung bei Bürokratie und Verfahren, die Vereinfachung von Normen und Standards sowie passgenaue Förder- und Finanzierungsinstrumente.“
Die Expertinnen und Experten der Frankfurter Immobilienbörse sehen mehrere Ansatzpunkte, die den Immobilienmarkt kurz-, mittel- und langfristig entlasten können. Ulrich Caspar fordert: „Die Politik sollte jetzt handeln, um den Wohnungsbau wieder anzukurbeln. Entscheidend sind, mehr Baulandausweisung, eine spürbare Entlastung bei Bürokratie und Verfahren, die Beseitigung von Vorgaben und verpflichtenden Standards sowie steuerliche und förderpolitische Impulse. Dazu gehören insbesondere eine degressive Abschreibung und eine Reduzierung der Mehrwertsteuer, um Investitionen wieder attraktiver zu machen.“
Im Wohnungsmarktbericht hat die Frankfurter Immobilienbörse zu allen Gemeinden im IHK-Bezirk Frankfurt am Main (Stadt Frankfurt am Main, Hochtaunus- und Main-Taunus-Kreis) Angaben zu den aktuellen Kaufpreisen von Eigentumswohnungen, Reihenhäusern, Doppelhaushälften, Einfamilienhäusern, Baugrundstücken sowie zu den Jahresmietfaktoren und den Preisen für Mietwohnungen zusammengetragen. Der vollständige Marktbericht kann kostenfrei heruntergeladen werden unter: www.frankfurt-main.ihk.de/wohnungsmarktbericht.