Subunternehmervertrag (Muster)

Muster eines Subunternehmervertrages (allgemein)
Erscheinungsdatum: Januar 2018
Seitenanzahl: 9
  • Mustervertrag (HTML)
  • Rechtliche Hinweise

Vertrag für Subunternehmer, kostenloses Muster

Subunternehmervertrag

 

 

Zwischen der Firma
 

............................................................................................

- Generalunternehmer -


und der Firma
 

............................................................................................

- Subunternehmer -

 

wird folgender Subunternehmervertrag geschlossen:

 

 

§ 1 Gegenstand des Vertrages

 

Gegenstand des Vertrages ist die selbstständige Ausführung der nachstehend spezifizierten Arbeiten durch den Subunternehmer: D ....................................................................................

 

 

§ 2 Vertragsgrundlagen

 

Maßgebend für die Art und den Umfang der auszuführenden Leistungen und Lieferungen sowie für die Abwicklung sind die folgenden rechtlichen und technischen Vertragsbestandteile in der angegebenen Reihenfolge:
 

  1. Rechtliche Bestandteile:
  • das Auftragsschreiben,
  • die Bestimmungen dieses Vertrages,
  • das Angebot des Generalunternehmers vom ……………… einschließlich der vereinbarten Änderungen und Ergänzungen aufgrund der Verhandlungen vom ………………, die in der Niederschrift vom ……………… festgehalten sind,
  • das gesetzliche Werkvertragsrecht des BGB,
  • Werkzeichnungen*,
  • Geschäfts- und Lieferbedingungen des Subunternehmers werden (nicht)* Bestandteil.
     
  1. Technische Bestandteile:
  • das Leistungsverzeichnis, Leistungsbeschreibung, Pläne, Muster, Raumbuch*
  • Vorschriften der Berufsgenossenschaften und der zuständigen Behörden,
  • der Bauzeitenplan,
  • die einschlägigen neusten – auch empfohlenen – DIN-Vorschriften, VDE- und VDI-Richtlinien.
     

Der Subunternehmer bestätigt, sämtliche Ausschreibungsunterlagen erhalten zu haben, insbesondere die Leistungsbeschreibung, die Vormerkungen zum Leistungsverzeichnis, Zeichnungen, Pläne, Muster*. Widersprüche zum Leistungsverzeichnis, zur Leistungsbeschreibung, zu den Plänen usw. gehen zu Lasten des Generalunternehmers. [1]

 

Der Subunternehmer erklärt, dass aufgrund der ihm übergebenen Unterlagen die von ihm geforderte Leistung nach Ausführung, Art und Umfang vollständig kalkuliert worden ist.

 

 

 

§ 3 Vergütung [2]

 

  1. Der Vertragspreis beträgt ..... (ohne/mit Mehrwertsteuer) als Pauschalpreis.

 

  1. Die Vertragspreise sind Festpreise.

 

  1. In den Preisen ist alles enthalten, was zur ordnungsgemäßen, vollständigen und termingerechten Ausführung der Leistung notwendig ist, sowie alle Kosten, die zur Erfüllung der vertraglichen Verpflichtung des Subunternehmers anfallen.

 

  1. Spätere Materialpreiserhöhungen oder sonstige Kostensteigerungen führen nicht zu einer Änderung der vereinbarten Vergütung. [3]

 

 

§ 4 Zahlungsbedingungen

 

  1. Abschlagsrechnungen und die Schlussrechnung sind an ....... zu richten.

 

  1. Abschlagsrechnungen können monatlich gestellt werden. Sie haben alle bis zum Stichtag erbrachten Leistungen nach Positionen getrennt aufzuführen. Die Mehrwertsteuer ist getrennt aufzuführen. Den Abschlagsrechnungen sind prüffähige Nachweise in einfacher Ausfertigung beizulegen.

 

  1. Abschlagsrechnungen werden innerhalb von ...…. Wochen/Tagen unter Abzug von ..….% Skonto bezahlt.

 

  1. Die Schlusszahlung erfolgt auf die Schlussrechnung neben festgelegten Fälligkeitsvoraussetzungen nach restloser, ordnungsgemäßer Erbringung aller Leistungen und nach Anerkennung und Endabnahme der Leistungen.

 

 

§ 5 Terminplan – Vertragsstrafe

 

  1. Vertragstermine sind:
    Arbeitsbeginn               ………………………………
    Zwischentermine          ………………………………
    Fertigstellungstermine  ………………………………

 

  1. Der Generalunternehmer wird gemeinsam mit dem Subunternehmer den genauen Arbeitsablauf und die Erbringung der Einzelleistungen mit Angabe der Einzelfristen in einem noch zu erstellenden Terminplan festlegen. Der Terminplan und die darin genannten Einzelfristen werden Vertragsbestandteil.

 

  1. Bei einer Verzögerung der Anfangstermine bleibt in jedem Fall die Ausführungszeit, d.h. also die hierfür festgelegte Zahl der Werktage, verbindlich.

 

  1. Im Falle der Nichteinhaltung der Vertragstermine haftet der Subunternehmer angemessen für alle Schäden und Nachteile, die dem Generalunternehmer entstehen.

 

  1. Der Generalunternehmer behält sich die Terminplanänderung im Rahmen des Gesamtterminplans vor. Bei rechtzeitiger Bekanntgabe einer Terminänderung durch den Generalunternehmer darf der Subunternehmer die Anzahl der für die Ausführung der Arbeiten vereinbarten Werktage nicht überschreiten, es sei denn, dies ist dem Subunternehmer unzumutbar.

 

  1. Der Generalunternehmer ist berechtigt, für jeden Fall der schuldhaften Überschreitung eine Vertragsstrafe von € .......... für jeden Kalendertag vom Subunternehmer zu fordern, bis zur Höhe von 5 % der Vertragssumme, ohne dass es des Nachweises von Schäden oder Nachteilen bedarf. [4] Die Vereinbarung einer Vertragsstrafe schließt die Geltendmachung weitergehender Ansprüchen nicht aus. Bereits entstandene Vertragsstrafen entfallen nicht durch Vereinbarung neuer Termine. [5]

 

 

§ 6 Ausführung

 

  1. Der Subunternehmer ist verpflichtet, für seine Arbeiten nur einwandfreies Material zu verwenden und die Arbeiten durch geschultes, zuverlässiges Fachpersonal ausführen zu lassen.

 

  1. Der Subunternehmer verpflichtet sich, Mindestlohnvorschriften und Vorschriften über Mindestbedingungen am Arbeitsplatz einzuhalten und bestätigt dies auf Verlangen des Generalunternehmers diesem schriftlich. [6] Gleiches gilt für etwaige Verpflichtungen gegenüber Urlaubs- und Sozialkassen soweit hier eine Ausfallhaftung des Generalunternehmers bestehen kann. [7]

 

  1. Der Subunternehmer ist auf Verlangen des Generalunternehmers verpflichtet, soweit zumutbar, weitere Leistungen für das Vorhaben zu erbringen. Die Vergütung bestimmt sich nach § 7.

 

 

§ 7 Stundenlohnarbeiten

 

  1. Stundenlohnarbeiten werden nur vergütet, wenn sie vorher vom Generalunternehmer ausdrücklich angeordnet sind und entsprechende Stundenberichte spätestens am folgenden Arbeitstag dem Generalunternehmer zur Anerkennung vorgelegt werden. Stellt sich später heraus, dass die im Stundenlohn berechneten Arbeiten bereits in der Vertragsleistung berücksichtigt sind oder zu Nebenleistungen gehören, so werden die Stundenlohnarbeiten nicht vergütet. [8]

 

  1. Bei Stundenarbeiten gelten folgende Preise:
    Facharbeiter               €/Stunde .....……
    Fachwerker                €/Stunde .....……
    ..................                 €/Stunde .....……

 

 

§ 8 Behinderung und Unterbrechung der Ausführung

 

  1. Der Subunternehmer hat seine Arbeiten so durchzuführen, dass andere tätige Unternehmer nicht behindert werden. Er muss rechtzeitig für alle erforderlichen Abstimmungen und Unterrichtungen hinsichtlich des technischen und zeitlichen Arbeitsablaufes sorgen.

 

  1. Der Subunternehmer ist verpflichtet, alle Behinderungen, die die termingerechte Ausführung seiner Arbeiten in Frage stellen, unverzüglich schriftlich anzuzeigen.

 

 

 

§ 9 Gefahrtragung

 

Die Gefahrtragung richtet sich nach § 644 BGB.

 

 

§ 10 Gewährleistung

 

  1. Der Umfang der Gewährleistung richtet sich nach den Bestimmungen der VOB/B / BGB*. Der Subunternehmer übernimmt insbesondere die Gewähr, dass seine Leistung die vertraglich vereinbarte Beschaffenheit aufweist oder, soweit die Beschaffenheit nicht vereinbart ist, sich für die nach dem Vertrag vorausgesetzte, sonst für die gewöhnliche Verwendung eignet und eine Beschaffenheit aufweist, die bei Leistungen der gleichen Art üblich ist und die der Generalunternehmer nach der Art der Leistung erwarten kann.

 

  1. Der Subunternehmer ist verpflichtet, alle während der Gewährleistungsfrist auftretenden Mängel, die auf seine vertragswidrige Leistung zurückzuführen sind, auf seine Kosten zu beseitigen, wenn der Generalunternehmer dies vor Ablauf der Gewährleistungsfrist schriftlich verlangt. [9]

 

  1. Die Gewährleistungsfrist beginnt mit Abnahme der Subunternehmerleistung und beträgt ........ Jahre. [10]

 

 

§ 11 Kündigung

 

Der Generalunternehmer kann bis zur Vollendung des Werkes jederzeit den Vertrag kündigen. Kündigt der Generalunternehmer, so ist der Subunternehmer berechtigt, die vereinbarte Vergütung zu verlangen; er muss sich jedoch dasjenige anrechnen lassen, was er infolge der Aufhebung des Vertrags an Aufwendungen erspart oder durch anderweitige Verwendung seiner Arbeitskraft erwirbt oder zu erwerben böswillig unterlässt.

 

 

§ 12 Weitervergabe

 

Dem Subunternehmer ist es nicht gestattet, den ihm erteilten Auftrag ganz oder teilweise weiter zu vergeben.

 

 

§ 13 Mediationsklausel [11]

 

Die Parteien verpflichten sich, im Falle einer sich aus diesem Vertrag ergebenden Streitigkeit vor Klageerhebung bei einem ordentlichen Gericht oder Schiedsgericht eine Mediation gemäß der Mediationsordnung der IHK Wiesbaden durchzuführen.

 

 

 

§ 15 Schiedsklausel [11]

 

Sollte die Mediation gescheitert sein, so werden alle Streitigkeiten, die sich im Zusammenhang mit diesem Vertrag oder über seine Gültigkeit ergeben, nach der Schiedsgerichtsordnung der Industrie- und Handelskammer Wiesbaden unter Ausschluss des ordentlichen Rechtsweges endgültig entschieden. Das gerichtliche Mahnverfahren bleibt aber zulässig.

 

 

 

……………………………………

Ort, Datum

 

 

……………………………………       …………………………………

Unterschrift Generalunternehmer     Unterschrift Subunternehmer

 

 

 

Anmerkungen:

 

Dieses Muster ist bemüht, den Interessen beider Vertragspartner gerecht zu werden. Vereinzelte Formulierungen können je nach Bedarf zu Gunsten der einen oder anderen Vertragspartei abgeändert werden.

 

* nicht zutreffendes streichen!

 

 

D Herstellung unvertretbarer Sachen

(z.B. Errichtung, Renovierung an Bauwerken, geistige Leistung, soweit kein Dienstvertragsrecht eingreift)

 

[1] Formulierungen sind eher subunternehmerfreundlich.
 

[2] Formulierungen sind eher generalunternehmerfreundlich.

 

[3] Bei extremen und unvorhersehbaren Änderungen kann nach § 313 BGB und der hierzu bestehenden Rechtsprechung eine Anpassung des Vertrages dennoch erfolgen. Auf diese Möglichkeit kann ausdrücklich hingewiesen werden. Ein Ausschluss von § 313 BGB durch AGB oder Formularverträge ist wohl nicht möglich. Soweit durch Einzelverhandlung der Subunternehmer ausdrücklich auch für solch extreme Fälle das Risiko übernehmen will und dies rechtlich aufgrund der Art des Geschäfts zulässig ist, sollte eine entsprechende Individualvereinbarung getroffen werden.

 

[4] Die Obergrenze von 5% der Vertragssumme ist nur dann zu beachten, wenn Sie diesen Mustervertrag bei einer Vielzahl von Verträgen verwenden und ihm damit den Charakter von Allgemeinen Geschäftsbedingungen verleihen.

Durch Aushandeln im Einzelfall kann immer eine andere Obergrenze vereinbart  werden.

 

[5] Heben die Parteien einen urspr. vereinbarten jedoch überschrittenen Fertigstellungstermin einverständlich auf und vereinbaren, dass die Restarbeiten bis zu einem neuen Termin zum vertraglich vereinbarten Preis fertig gestellt werden sollen, ist davon auszugehen, dass die ursprüngliche Vertragsstrafenregelung nicht mehr gelten soll, es sei denn, es wurde dazu eine neue Regelung getroffen.

 

[6] Wegen der Nachunternehmerhaftung für den Mindestlohn kann es sich anbieten, mit dem Subunternehmer eine Freistellungsklausel zu vereinbaren. (Diese gilt dann nur im Innenverhältnis.)  Dabei sollte der Generalunternehmer auch die eventuell folgende Nachunternehmerkette und deren Zahlung des Mindestlohns berücksichtigen.

 

[7] Die Vorschriften bezüglich der Urlaubskassen und die Vorschriften nach dem Arbeitnehmerentsendegesetz verpflichten bislang nur bestimmte Branchen. Soweit eine Beauftragung in einer solchen Branche gegeben ist, empfiehlt sich aus Haftungsgründen die Einholung einer entsprechenden Erklärung des Subunternehmers, da sonst direkte Haftung des Generalunternehmers droht. Sofern der Generalunternehmer sicher ist, dass eine Verpflichtung nach den angeführten Vorschriften nicht vorliegt, kann auf die Klausel auch verzichtet werden.

 

[8] Bitte darauf achten, dass auch beim Stundenlohn die Mindestlohnvorschriften eingehalten werden.

 

[9] Je nach Art der in Auftrag gegebenen Leistungen kann sich zusätzlich anbieten, auch die Pflicht zu einer branchenüblichen Versicherung mit aufzunehmen. Hier sollte gegebenenfalls in Absprache mit dem Subunternehmer oder der eigenen Versicherung zuvor geklärt werden, was gefordert werden kann oder muss.

 

[10] a) Die Gewährleistungsfrist nach VOB beträgt 2 Jahre und für Bauwerke 4 Jahre.

b) Die Gewährleistungsfrist nach BGB beträgt:

  • soweit es sich nicht um Bauwerke (siehe nächster Spiegelstrich) handelt – 2 Jahre bei einem Werk, dessen Erfolg in der Herstellung, Wartung oder Veränderung einer Sache oder in der Erbringung von Planungs- oder Überwachungsleistungen hierfür besteht,
  • 5 Jahre bei Bauwerken und einem Werk, dessen Erfolg in der Erbringung von Planungs- oder Überwachungsleistungen hierfür besteht,
  • im Übrigen 3 Jahre.


Arglistiges Verschweigen kann zur Veränderung der Verjährungsfristen führen.

 

[11] Sowohl Mediationsklausel als auch Schiedsgerichtsklauseln können vereinbart werden, sollten sie nicht gewünscht werden, empfiehlt es sich, eine Gerichtsstandsvereinbarung aufzunehmen.

Der Unternehmer schließt im Laufe seiner Geschäftstätigkeit eine Vielzahl von Verträgen ab. Um eine Orientierungshilfe zu bieten, stellen die hessischen Kammern Musterverträge zur Verfügung.

 

Bei vertragsrechtlichen Einzelfragen sollte jedoch grundsätzlich fachkundiger Rat eingeholt werden. Rechtsanwälte oder die Industrie- und Handelskammern helfen weiter:

» Jetzt zuständige IHK finden

 

 

Hinweis zur Benutzung des Mustervertrages:

 

Dieses Vertragsformular wurde mit größter Sorgfalt erstellt, erhebt aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit und Richtigkeit. Es ist als Checkliste mit Formulierungshilfen zu verstehen und soll nur eine Anregung bieten, wie die typische Interessenlage zwischen den Parteien sachgerecht ausgeglichen werden kann. Dies entbindet den Verwender jedoch nicht von der sorgfältigen eigenverantwortlichen Prüfung. Aus Gründen der sprachlichen Vereinfachung wird auf die Nennung beider Geschlechter verzichtet, wo eine geschlechtsneutrale Formulierung nicht möglich war. In diesen Fällen beziehen die verwendeten männlichen Begriffe die weiblichen Formen ebenso mit ein. Der Mustervertrag ist nur ein Vorschlag für eine mögliche Regelung. Viele Festlegungen sind frei vereinbar. Der Verwender kann auch andere Formulierungen wählen. Vor einer Übernahme des unveränderten Inhaltes muss daher im eigenen Interesse genau überlegt werden, ob und in welchen Teilen gegebenenfalls eine Anpassung an die konkret zu regelnde Situation und die Rechtsentwicklung erforderlich ist. Auf diesen Vorgang hat die Industrie- und Handelskammer natürlich keinen Einfluss und kann daher naturgemäß für die Auswirkungen auf die Rechtsposition der Parteien keine Haftung übernehmen. Auch die Haftung für leichte Fahrlässigkeit ist grundsätzlich ausgeschlossen. Falls Sie einen maßgeschneiderten Vertrag benötigen, sollten Sie sich durch einen Rechtsanwalt Ihres Vertrauens beraten lassen.

 

Ansprechpartner

Anfragen aus dem IHK-Bezirk beantwortet:
Christine Seitz Recht und Steuern
Telefon: 069 2197-1314Fax: 069 2197-1575
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