Freiwilliger Nachhaltigkeitsberichtsstandard für KMU VSME und VS

Warum ein freiwilliger Standard?
Kleine und mittlere Unternehmen (KMU), die nicht kapitalmarktorientiert sind, unterliegen nicht der gesetzlichen Pflicht zur Nachhaltigkeitsberichterstattung. Dennoch fordern Banken, Investoren, Geschäftspartner oder Kunden zunehmend Nachhaltigkeitsinformationen – ein sogenannter Trickle-Down-Effekt.
Immer mehr KMU entscheiden sich daher, freiwillig über ihre Nachhaltigkeitsaktivitäten zu berichten – um Transparenz zu schaffen, Vertrauen zu stärken und neue Geschäftschancen zu nutzen.
Was ist der VSME?
Der Voluntary SME Standard (VSME) wurde von der European Financial Reporting Advisory Group (EFRAG) im Auftrag der EU-Kommission entwickelt. Ziel ist es, KMU eine praxisnahe, standardisierte und digitale Lösung für freiwillige Nachhaltigkeitsberichte zu bieten. Am 30. Juli 2025 hat die Europäische Kommission eine offizielle Empfehlung zur Anwendung des VSME veröffentlicht.
Aufbau des VSME
Der Standard besteht aus zwei Modulen:
1. Basic Module
  • Für Kleinstunternehmen konzipiert
  • Mindestanforderung für alle KMU
  • Fokus auf zentrale ESG-Themen (Umwelt, Soziales, Unternehmensführung)

2. Comprehensive Module
  • Erweiterung des Basismoduls
  • Enthält zusätzliche Datenpunkte, die häufig von Banken, Investoren oder Großkunden abgefragt werden
Zeitplan
  • Dezember 2024: Veröffentlichung des Entwurfs durch EFRAG
  • Januar–Mai 2025: Öffentliche Konsultation (u. a. mit Beteiligung der IHK-Organisation)
  • Juli 2025: Empfehlung der EU-Kommission zur Anwendung des VSME
  • 2025/2026: Weitere Initiativen zur Förderung der Anwendung durch EFRAG und EU
Am 30. Juli 2025 hat die Europäische Kommission eine Empfehlung zur Anwendung des neuen VSME-Standards für die freiwillige Nachhaltigkeitsberichterstattung kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) veröffentlicht. Der Standard wurde von der European Financial Reporting Advisory Group (EFRAG) entwickelt und richtet sich an nicht börsennotierte KMU und Kleinstunternehmen in der EU.

Die Kommission empfiehlt zudem, dass nachhaltigkeitsberichtspflichtige Unternehmen, Finanzinstitute und Kreditgeber ihre Informationsanfragen an KMU möglichst auf die Inhalte des VSME-Standards beschränken. Auch die Mitgliedstaaten sollen entsprechende Maßnahmen auf nationaler Ebene fördern.

Im Rahmen der Omnibus-Vorschläge vom Februar 2025 plant die EU, berichtspflichtige Unternehmen künftig zu verpflichten, ihre Anforderungen an Unternehmen der Wertschöpfungskette mit bis zu 1.000 Beschäftigten auf den VSME-Standard zu begrenzen – es sei denn, branchenspezifische Anforderungen gehen darüber hinaus.
Digitale Umsetzung

EFRAG hat eine digitale VSME-Vorlage sowie eine XBRL-Taxonomie veröffentlicht. Diese ermöglichen eine Interaktive Eingabe & automatische Berechnungen, Konsistenzprüfungen sowie eine softwareunabhängige digitale Berichterstattung. Bitte beachten Sie, dass laut DNK die Exportfunktion noch nicht zur Verfügung steht. Diese wird voraussichtlich ab 2026 zur Verfügung stehen. Dann wird es Ihnen möglich sein den Bericht in PDF-, Word- und maschinenlesbarem XBRL-Format herunterzuladen, wodurch Sie ihn anschließend weiter bearbeiten können.

Der VS wird den VSME ersetzen
Der neue Voluntary Standard (VS) richtet sich demgegenüber an Unternehmen, die nicht der verpflichtenden Nachhaltigkeitsberichterstattung unterliegen und im vorangegangenen Geschäftsjahr durchschnittlich nicht mehr als 1.000 Beschäftigte hatten.Die EU-Kommission hat die Delegierte Verordnung (EU) 2026/1560 zum neuen Voluntary Standard am 21. September 2026 im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht. Die Verordnung ist am 24. September 2026 in Kraft getreten.
Der neue Voluntary Standard baut auf dem bisherigen VSME auf. Für die Unternehmen bleibt seine Anwendung freiwillig.
Er baut auf dem VSME auf, ist jedoch breiter anwendbar, rechtlich stärker verankert und inhaltlich verschlankt.
Wesentliche Merkmale des VS:
  • Zielgruppe: Alle Unternehmen, die freiwillig berichten möchten, nicht nur KMU
  • Struktur: Basis- und Erweiterungsmodul bleiben erhalten, Inhalte aus VSME werden übernommen
  • Vereinfachungen: Weniger Pflicht-Datenpunkte, klarere Struktur, stärkere Orientierung an Relevanz für Unternehmen
  • Neu: Einführung des Value Chain Cap (1000 Mitarbeiter), der den Umfang von Nachhaltigkeitsdatenanfragen entlang der Lieferkette begrenzt

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