Arbeitslosigkeit im September 2023: Saisonüblicher Rückgang könnte stärker sein

IHK-Bewertung
Im IHK-Bezirk Frankfurt am Main ist die Zahl der Arbeitslosen im September 2023 im Vergleich zum Vormonat gesunken (-1,9 Prozent). Gegenüber dem Vorjahresmonat September 2022 fällt die Zahl der Arbeitslosen jedoch um 4,4 Prozent höher aus. Der saisonübliche Rückgang gegenüber dem Vormonat fällt nicht so deutlich wie in den Vorjahren aus. Insbesondere in den Vorkrisenjahren waren im September höhere Rückgänge gegenüber dem Vormonat realisiert worden. Üblicherweise sorgte das Ende der Sommerpause und die Eintritte in Ausbildungen für einen deutlicheren Rückgang der Arbeitslosigkeit im IHK-Bezirk.
Aktuelle Arbeitsmarktzahlen aus dem IHK-Bezirk


Arbeitslosigkeit Veränderung zum

Arbeitslosenquote¹
in Prozent


Sep
23

Aug
23

Sep
22

Vormonat

Vorjahresmonat
Sep
23

Aug
23

Sep
22

absolut
in Prozent
absolut
in Prozent
FFM
25.729
26.461
25.461
-732
-2,8
268
1,1
5,9
6,1
6,0
HTK
5.350
5.268
4.806
82
1,6
544
11,3
4,4
4,3
4,0
MTK
6.984
7.075
6.188
-91
-1,3
796
12,9
5,3
5,3
4,7
IHK-Bezirk
38.063
38.804
36.455
-741
-1,9
1.608
4,4
5,5
5,6
5,4
¹ bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen
Datenquelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit
Auch im Land Hessen und im Bund steigt die Zahl der Arbeitslosen gegenüber dem Vorjahr an (+7,4 bzw. +5,7 Prozent). Die Arbeitslosenquote im IHK-Bezirk sinkt leicht auf 5,5 Prozent. Vom Vorkrisenwert ist die Arbeitslosenquote noch entfernt (Februar 2020: 4,6 Prozent). Innerhalb des IHK-Bezirks liegen die Arbeitslosenquoten in den beiden Landkreisen unverändert auf einem niedrigeren Niveau als in der Stadt Frankfurt am Main. Zuletzt sind jedoch die Arbeitslosenquoten in den beiden Landkreisen – insbesondere im Main-Taunus-Kreis – gestiegen und liegen mittlerweile merklich über dem Vorjahreswert, während sie in der Stadt Frankfurt am Main nahezu unverändert ist. Das hängt mit der weiterhin hohen Aufnahme von Geflüchteten aus der Ukraine in den Rechtskreis SGB II zusammen. Die Anzeigen auf Kurzarbeit bewegen sich seit März 2023 auf einem so niedrigen Niveau, dass aus Gründen des Datenschutzes viele Zahlen in der amtlichen Statistik unkenntlich gemacht wurden und eine genaue Auswertung derzeit nicht möglich ist.
Die Mischung aus hoher Inflation und stagnierender Wirtschaft macht sich am regionalen Arbeitsmarkt bemerkbar. Nicht auf den ersten Blick, wenn man sich die Entwicklung der Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vormonat anschaut oder das Niveau der Arbeitslosenquoten. Blickt man auf die Entwicklung gegenüber dem Vorjahr, so kann man für das Jahr 2023 durchgehend höhere Arbeitslosenzahlen beobachten. Den Arbeitsagenturen werden zudem weniger offene Stellen gemeldet. Insgesamt lässt die Dynamik am Arbeitsmarkt nach. Die IHK-Konjunkturumfrage zum Herbst 2023 unterstreicht diese Beobachtung. Dort stehen die Zeichen für die Gesamtwirtschaft derzeit auf Stagnation, wenn nicht sogar auf Rezession. Auch die Beschäftigungsplanungen fallen zurückhaltender aus, sind insgesamt aber noch leicht positiv. Hier wirkt der ungebrochen hohe Fachkräftemangel dämpfend auf die konjunkturell bedingte Anspannung am Arbeitsmarkt. Der Fachkräftemangel bleibt trotz der unsicheren wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen und einer schwächeren Inlandsnachfrage eines der größten Risiken für die wirtschaftliche Entwicklung in den kommenden Monaten.
Fazit
Der saisonübliche Rückgang der Arbeitslosigkeit könnte stärker ausfallen. Die Zeichen am regionalen Arbeitsmarkt stehen derzeit – wie auch in der Gesamtwirtschaft – auf Stagnation. Die aktuellen Mitarbeiter*innen sollen angesichts des Fachkräftemangels gehalten werden, bei neuen Stellenausschreibungen sind die Unternehmen jedoch zurückhaltend. In den kommenden Monaten ist daher nur mit wenig Bewegung am Arbeitsmarkt zu rechnen, zum Jahreswechsel dürfte die Arbeitslosigkeit saisonüblich ansteigen.
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