Chemische Industrie (FrankfurtRheinMain)
Der Geschäftsklimaindex verdeutlicht die Einschätzung der Unternehmen der chemischen Industrie in der Metropolregion FrankfurtRheinMain zur konjunkturellen Entwicklung.
Noch keine Trendwende – aber Hoffnung auf besseres Exportgeschäft
Die Inlandsnachfrage hat sich zum Jahresanfang 2026 in der chemischen Industrie der Metropolregion FrankfurtRheinMain nicht belebt, sondern ist weiter rückläufig. Der IHK-Auftragseingangsindikator aus dem Inland sinkt gegenüber der Vorumfrage im Herbst 2025 nochmals um fünf auf nunmehr minus 33 Punkte. Allerdings hat sich das Exportgeschäft wieder etwas belebt. Die Auftragseingänge aus dem Ausland haben zum Jahresanfang wieder leicht zugenommen: Der Auftragseingangsindikator für das Ausland steigt um 18 auf plus sechs Punkte. Verbesserte Exportperspektiven führen auch dazu, dass die Geschäftserwartungen der Unternehmen der chemischen Industrie wieder etwas zuversichtlicher auf die kommenden Monate blicken. Mit plus neun Punkten liegt der IHK-Erwartungsindikator wieder im positiven Bereich.
Wichtige Exportmärkte waren 2025 rückläufig
2025 waren fast alle wichtigen Exportmärkte der chemischen Industrie rückläufig. Vor allem der US-amerikanische sowie der chinesische Markt brachen regelrecht ein. Im Zeitraum Januar bis November 2025 gingen nach Angaben des VCI die Exporte nach China um 10,0 Prozent und in die USA sogar um 14,2 Prozent zurück. Aber auch die Nachfrage aus wichtigen EU-Nachbarländern wie Frankreich und Belgien war schwach. Leichte Wachstumsimpulse kamen aus Japan, Großbritannien und den Niederlanden. Doch nicht nur die schwache Nachfrage aus dem In- und Ausland hat dazu geführt, dass die Geschäftslage überwiegend negativ beurteilt wird: Der IHK-Geschäftslageindikator liegt mit minus 38 Punkten weit im negativen Bereich. Sorge bereitet den Unternehmen auch die hohe Kostenbelastung und Wettbewerbsfähigkeitsprobleme am Standort. 62 Prozent der Betriebe der chemischen Industrie sehen aktuell in den hohen Energie- und Rohstoffkosten die Hauptrisiken für die weitere wirtschaftliche Entwicklung, 59 Prozent in der Höhe der Arbeitskosten (Mehrfachnennungen waren möglich). Dies verschärft den Margendruck; steigende Kosten können nur schwer an die Kunden weitergegeben werden.
Starke Investitionszurückhaltung
Die Faktoren „schwache Nachfrage“, „Kosten- und Wettbewerbsfähigkeitsproblem am Standort“ sowie der „Margendruck“ wirken sich negativ auf die Investitionsbereitschaft aus. Der IHK-Investitionsindikator bleibt mit minus 18 Punkten deutlich im negativen Bereich. Nach dem Ersatzbedarf bilden Rationalisierungsmaßnahmen für 44 Prozent der Chemieunternehmen in FrankfurtRheinMain das Hauptmotiv für die Investitionsentscheidungen. In den kommenden Monaten ist mit einem deutlichen Stellenabbau zu rechnen; der IHK-Beschäftigungsindikator bleibt gegenüber der Vorumfrage mit minus 38 Punkten weit im negativen Bereich.
Chemische Industrie | FrankfurtRheinMain | IHK-Indikatoren
|
IHK-Indikatoren
|
Okt 2025
(2025-III)
|
Jan 2026
(2026-I)
|
Veränderung
|
|---|---|---|---|
| Auftragseingänge Inland |
-28
|
-33
|
-5
|
| Auftragseingänge Ausland |
-12
|
+6
|
+18
|
| Geschäftslage |
-29
|
-29
|
+/-0
|
| Geschäftserwartungen |
-3
|
+9
|
+12
|
| Exporterwartungen |
-19
|
+3
|
+22
|
| Investitionsvolumen |
-27
|
-18
|
+9
|
| Beschäftigung |
-38
|
-38
|
+/-0
|
Chemische Industrie | FrankfurtRheinMain | Diagramme
Chemische Industrie | FrankfurtRheinMain | Trendprognose für die nächsten 6 Monate
|
Produktion
|
Investitions-
volumen |
Beschäftigung
|
Export
|
|---|---|---|---|
| sinkend | sinkend | sinkend | stagnierend |
