Chemische Industrie (FrankfurtRheinMain)

Der Geschäftsklimaindex verdeutlicht die Einschätzung der Unternehmen der chemischen Industrie in der Metropolregion FrankfurtRheinMain zur konjunkturellen Entwicklung.
Erwartungen auf besseres Exportgeschäft haben sich nicht erfüllt
Zum Jahresanfang 2026 hatte die chemische Industrie noch ein wenig Hoffnung auf ein anziehendes Exportgeschäft gehegt. Diese Erwartungen haben sich aber bis zum Frühsommer nicht erfüllt. Vielmehr steht der IHK-Auftragseingangsindikator für das Ausland mit minus 26 Punkten wieder deutlich im negativen Bereich. Von der Binnennachfrage kamen ebenfalls keine Impulse. Die Auftragsrückgänge waren zwar geringer als noch zum Jahresanfang, der IHK-Auftragseingangsindikator für das Inland bleibt aber mit minus 13 Punkten im negativen Bereich. Wieder eingetrübt haben sich die Geschäftserwartungen der Chemie-Unternehmen. Der IHK-Erwartungsindikator sinkt gegenüber dem Jahresanfang um 16 auf nunmehr minus sieben Punkte.
Chemieindustrie besonders vom Nahost-Krieg betroffen
Die chemische Industrie gehört zu den besonders betroffenen Branchen des aktuellen Nahostkonflikts, da sie in besonderem Maße von Energie, Rohstoffen und funktionierenden internationalen Lieferketten abhängig ist. Dies gilt vor allem für die energieintensiven Bereiche wie die Grundstoffchemie, die Kunststoffproduktion sowie die Herstellung von Düngemitteln. Die höheren Produktionskosten schwächen die internationale Wettbewerbsfähigkeit. Dies ist ein wesentlicher Grund, dass der IHK-Indikator der Exporterwartungen kräftig auf nunmehr minus 24 Punkte sinkt. Bereits 2025 waren fast alle wichtigen Exportmärkte der chemischen Industrie rückläufig. Im laufenden Jahr zeichnen sich keine Veränderungen ab. Aufgrund der – im Vergleich zu früheren Jahren – schwächeren Konjunktur und erheblicher Überkapazitäten, wird auch 2026 die chinesische Importnachfrage rückläufig sein. Dies gilt in besonderer Weise für bestimmte Basischemikalien, Kunststoffe und industrielle Vorprodukte. Im (nach der EU) wichtigsten Exportmarkt, den Vereinigten Staaten, belasten die Zollrisiken, die protektionistische Handelspolitik der US-Administration sowie die zunehmend auf heimische Produktion ausgerichtete Industriepolitik das Geschäft der Chemieunternehmen aus FrankfurtRheinMain.
Beschäftigungsabbau zu erwarten
Die hohen Energie- und Rohstoffkosten stellen für 83 Prozent der Chemieunternehmen in der Metropolregion aktuell ein Hauptrisiko für die weitere wirtschaftliche Entwicklung dar. Jedes zweite Unternehmen beklagt jedoch auch die Höhe der Arbeitskosten (Mehrfachnennungen möglich). Die Faktoren „schwache Nachfrage“, „Kosten- und Wettbewerbsfähigkeitsproblem am Standort“ sowie „hohe Arbeitskosten“ wirken sich negativ auf die Einstellungsbereitschaft aus. Der IHK-Beschäftigungsindikator bleibt wie schon zu Jahresbeginn weit im negativen Bereich. Daher ist in den kommenden Monaten mit einem weiteren Stellenabbau zu rechnen. Auch die Investitionsbereitschaft der Unternehmen bleibt gering. Der IHK-Investitionsindikator steigt zwar gegenüber dem Jahresanfang leicht um sechs Punkte; befindet sich aber mit minus 12 Punkten nach wie vor im negativen Bereich. Neben dem Ersatzbedarf bilden Rationalisierungsinvestitionen das Hauptmotiv für die Investitionsentscheidungen (jeweils 46 Prozent der Nennungen, Mehrfachantworten möglich).

Chemische Industrie | FrankfurtRheinMain | IHK-Indikatoren

IHK-Indikatoren
Jan 2026
(2026-I)
Mai 2026
(2026-II)
Veränderung
Auftragseingänge Inland
-33
-13
+20
Auftragseingänge Ausland
+6
-21
-27
Geschäftslage
-29
-18
+11
Geschäftserwartungen
+9
-7
-16
Exporterwartungen
+3
-24
-27
Investitionsvolumen
-18
-12
+6
Beschäftigung
-38
-29
+9

Chemische Industrie | FrankfurtRheinMain | Diagramme

Chemische Industrie | FrankfurtRheinMain | Trendprognose für die nächsten 6 Monate


Produktion

Investitions-
volumen

Beschäftigung

Export
sinkend leicht sinkend sinkend sinkend