Elektroindustrie (FrankfurtRheinMain)

Der Geschäftsklimaindex verdeutlicht die Einschätzung der Unternehmen der Elektroindustrie in der Metropolregion FrankfurtRheinMain zur konjunkturellen Entwicklung.
Uneinheitliche Entwicklung in der Elektroindustrie
Im Frühsommer 2026 hat sich die Situation in der Elektroindustrie der Metropolregion FrankfurtRheinMain weiter stabilisiert. Der IHK-Geschäftsklimaindex steigt gegenüber dem Jahresanfang geringfügig um zwei auf 92 Punkte. Insgesamt handelt es sich also um eine Stabilisierung auf niedrigem Niveau. Von einer konjunkturellen Trendwende kann noch nicht gesprochen werden. Nach einer längeren Schwächephase sind die Auftragseingänge aus dem In- und Ausland stabil geblieben. Dabei zeigt sich aber innerhalb der Branche ein uneinheitliches Bild. Die Geschäftsentwicklung verlief zuletzt bei den Herstellern von Datenverarbeitungsgeräten, elektrischen und optischen Geräten wesentlich günstiger als bei den Herstellern von elektrischen Ausrüstungen. Bei letztgenannten liegt der IHK-Geschäftslageindikator mit minus 20 Punkten deutlich im negativen Bereich, während er bei den Herstellern von DV-Geräten sowie elektrischen und optischen Geräten mit fünf Punkten leicht im positiven Bereich liegt. Auch in Bezug auf die Geschäftserwartungen sind die Hersteller elektrischer Ausrüstungen wesentlich pessimistischer. Besonders profitieren derzeit Unternehmen der Automatisierungstechnik und Industrie 4.0 von einer steigenden Nachfrage, da durch die schwache Konjunktur und die nachlassende preisliche Wettbewerbsfähigkeit die deutsche Industrie verstärkt in Rationalisierungsmaßnahmen investiert. Zudem führen gestiegene Verteidigungsausgaben in Europa zu zusätzlichen Aufträgen für Elektronikhersteller und Zulieferer. Der Ausbau der Stromnetze, der verstärkte Einsatz erneuerbarer Energien, die Elektrifizierung von Industrieprozessen sowie Investitionen in Speichertechnologien sorgen ebenfalls für hohe Nachfrage. Nachfrage besteht zwar im Zuge der Transformation zur Elektromobilität, gleichzeitig belasten die schwachen Fahrzeugabsätze in Europa und China sowie der hohe Kostendruck zahlreiche Autozulieferer aus der Elektroindustrie. Schwach bleibt die Nachfrage nach Komponenten des Maschinen- und Anlagenbaus.
Schwierige Exportperspektiven
Zum Frühsommer 2026 verlief das Exportgeschäft zwar stabil, gleichzeitig befürchten die Unternehmen der Elektroindustrie jedoch, dass sich dieser positive Trend in den kommenden Monaten nicht mehr fortsetzen könnte. Der IHK-Exportindikator sinkt deutlich um 15 auf minus acht Punkte. Neben den handelspolitischen Unsicherheiten in den Vereinigten Staaten belastet der zunehmende Aufbau eigener Produktionskapazitäten in China die heimische Elektroindustrie. China ist inzwischen nicht nur in der Standardisierten Elektrotechnik zu einem ernst zu nehmenden Rivalen geworden. Günstiger ist zurzeit die Entwicklung auf dem europäischen Binnenmarkt. Besonders Frankreich, die Niederlande, Polen, Tschechien und weitere osteuropäische EU-Staaten sorgen für eine stabile Nachfrage. Zu den dynamischsten Wachstumsmärkten weltweit gehört gegenwärtig Indien. Auch wenn der Marktanteil deutscher Unternehmen zurzeit noch relativ gering ist, profitiert die heimische Elektroindustrie derzeit von massiven Investitionen in Indien in Industrie, Energieversorgung, Digitalisierung und Infrastruktur.
Stellenabbau schwächt sich ab
In der Elektroindustrie in FrankfurtRheinMain ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten 2025 gegenüber 2024 (Stichtag: 30.06.) um über 1.200 Personen gesunken. Dies entspricht einem Rückgang um 2,9 Prozent. Der Beschäftigungsrückgang dürfte sich auch in den kommenden Monaten fortsetzen, jedoch in abgeschwächter Form: 21 Prozent der Betriebe planen einen Stellenabbau, lediglich 13 Prozent möchten neue Arbeitsplätze schaffen. Wie in der gesamten Industrie belasten steigende Arbeitskosten die Branche. 57 Prozent der Unternehmen sehen darin eines der Hauptrisiken für die weitere wirtschaftliche Entwicklung (Mehrfachnennungen möglich).

Elektroindustrie | FrankfurtRheinMain | IHK-Indikatoren

IHK-Indikatoren
Jan 2026
(2026-I)
Mai 2026
(2026-II)
Veränderung
Auftragseingänge Inland
-28
-8
+20
Auftragseingänge Ausland
-21
+/-0
+21
Geschäftslage
-13
-5
+8
Geschäftserwartungen
-8
-12
-4
Exporterwartungen
+7
-8
-15
Investitionsvolumen
-18
-10
+8
Beschäftigung
-14
-8
+6

Elektroindustrie | FrankfurtRheinMain | Diagramme

Elektroindustrie | FrankfurtRheinMain | Trendprognose für die nächsten 6 Monate


Produktion

Investitions-
volumen

Beschäftigung

Export
leicht sinkend leicht sinkend leicht sinkend leicht sinkend