Fahrzeugbau (FrankfurtRheinMain)

Der Geschäftsklimaindex verdeutlicht die Einschätzung der Unternehmen des Fahrzeugbaus in der Metropolregion FrankfurtRheinMain zur konjunkturellen Entwicklung.
Automobilhersteller in schwierigem Fahrwasser – günstigere Entwicklung im Spezialfahrzeugbau
Die Lage in der deutschen Automobilindustrie bleibt auch im Frühsommer 2026 angespannt. Zwar zeigten sich in den ersten Monaten des Jahres auf dem deutschen Pkw-Markt leichte Erholungstendenzen, insbesondere bei den Elektrofahrzeugen. Nach wie vor aber liegt die Zahl der Neuzulassungen deutlich unter denen der Vor-Corona-Zeit 2020. So bleibt die Bereitschaft privater Haushalte in langfristige Konsumgüter aufgrund hoher Lebenshaltungskosten sowie der derzeitigen wirtschaftlichen Unsicherheit begrenzt. Zudem haben viele Unternehmen aufgrund der schwachen Konjunktur die Erneuerung ihrer Fahrzeugflotten verschoben. Beim Exportgeschäft bleibt Europa für die heimische Automobilwirtschaft derzeit der wichtigste Stabilitätsfaktor. Besonders bei Elektrofahrzeugen profitieren deutsche Hersteller von strengeren Emissionsvorgaben und Fördermaßnahmen in mehreren EU-Staaten. Allerdings nimmt der Wettbewerbsdruck durch asiatische Hersteller – inzwischen vor allem auch aus China – zu. Gleichzeitig entwickelt sich China für deutsche Fahrzeughersteller zunehmend zum Problemmarkt, da bei zuletzt schwacher Nachfrage die Marktanteile der deutschen Unternehmen stark sanken.
Deutlich besser entwickelt sich derzeit der Sonstige Fahrzeugbau. Dazu gehören Schienenfahrzeuge, Bahntechnik, Busse und Anhänger sowie Spezialfahrzeuge (Feuerwehr- und Rettungsfahrzeuge sowie Militärfahrzeuge). Neben den gestiegenen Militärausgaben profitiert aktuell besonders der Bahn- und Schienenfahrzeugbau durch hohe staatliche Infrastrukturinvestitionen und die Modernisierung des Schienennetzes.
Erwartungen deutlich verschlechtert
Für den gesamten hessischen Fahrzeugbau hat sich die Stimmung gegenüber der Vorumfrage zum Jahresbeginn nicht verbessert. Der IHK-Geschäftsklimaindex sinkt um zwei Punkte und befindet sich mit 83 Punkten auf niedrigem Niveau. Dabei hatte sich in den ersten fünf Monaten des Jahres die Auftragslage spürbar verbessert, was zur Folge hatte, dass der IHK-Indikator der Geschäftslage gegenüber dem Jahresanfang um 25 auf nunmehr plus sieben Punkte angestiegen ist. Dass der IHK-Geschäftsklimaindex deutlich gesunken ist, liegt an den stark eingetrübten Erwartungen der Unternehmen. Der IHK-Erwartungsindikator befindet sich mit minus 36 Punkten weit im negativen Bereich. Die Fahrzeughersteller befürchten durch den Anstieg der Energiepreise einen Nachfragerückgang. Zugleich verteuern höhere Preise für Öl und Gas auch die Produktion. Aktuell geben 79 Prozent der Unternehmen im Fahrzeugbau in FrankfurtRheinMain an, dass die Energie- und Rohstoffkosten für sie ein besonderes Risiko für die weitere wirtschaftliche Entwicklung sind. 86 Prozent sehen ein Hauptrisiko in den gesetzlichen Rahmenbedingungen (Bürokratie).
Investitions- und Beschäftigungsbereitschaft hat sich stabilisiert
Auf niedrigem Niveau hat sich die Investitions- und Beschäftigungsbereitschaft der Unternehmen im Fahrzeugbau stabilisiert. Der IHK-Investitionsindikator liegt mit plus sieben Punkten wieder im positiven Bereich. In Bezug auf dem Arbeitsmarkt halten sich die Unternehmen, die neue Stellen schaffen möchten und diejenigen, die Arbeitsplätze streichen wollen, die Waage. Im Automobilbau ist mit einem weiteren Rückgang der Beschäftigtenzahl zu rechnen, während bei Spezialfahrzeugen sowie im Bahn- und Schienenverkehr tendenziell mit einem Beschäftigungsaufbau zu erwarten ist.

Fahrzeugbau | FrankfurtRheinMain | IHK-Indikatoren

IHK-Indikatoren
Jan 2026
(2026-I)
Mai 2026
(2026-II)
Veränderung
Auftragseingänge Inland
-11
+18
+29
Auftragseingänge Ausland
-33
+/-0
+33
Geschäftslage
-29
+7
+36
Geschäftserwartungen
+/-0
-36
-36
Exporterwartungen
-8
-8
+/-0
Investitionsvolumen
-29
+7
+36
Beschäftigung
-22
+/-0
+22

Fahrzeugbau | FrankfurtRheinMain | Diagramme

Fahrzeugbau | FrankfurtRheinMain | Trendprognose für die nächsten 6 Monate


Produktion

Investitions-
volumen

Beschäftigung

Export
leicht steigend konstant konstant leicht sinkend