Chemische Industrie (Hessen)

Der Geschäftsklimaindex verdeutlicht die Einschätzung der Unternehmen der chemischen Industrie in Hessen zur konjunkturellen Entwicklung.
Auftragsrückgang setzt sich fort
Zum Jahresanfang 2026 zeigt sich die Auftragslage in der hessischen Chemieindustrie weiter rückläufig. Gegenüber der Vorumfrage im Herbst 2025 geht der IHK-Auftragseingangsindikator für das Inland nochmals kräftig um 12 auf minus 39 Punkte zurück. Stabilisiert hat sich hingegen das Auslandsgeschäft. Der IHK-Auftragseingangsindikator für das Ausland liegt zwar mit minus neun Punkten noch im negativen Bereich, hat sich aber gegenüber der Vorumfrage um 15 Punkte verbessert. Die starken Rückgänge aus den USA und China im Jahr 2025 haben sich zum Jahresanfang nicht mehr fortgesetzt; die Nachfrage aus diesen beiden wichtigen Handelspartnern bleibt aber schwach. Insgesamt waren aber Auftragsrückgänge in nahezu allen Chemiesparten zu verzeichnen. Besonders stark fielen diese 2025 bei Petrochemikalien und Derivaten sowie Polymeren aus.
Schlechte Stimmung in der hessischen Chemieindustrie
Entsprechend schlecht bleibt die Stimmung in der hessischen Chemieindustrie. Der IHK-Geschäftsklimaindex verharrt gegenüber der Vorumfrage unverändert bei 80 Punkten und damit weit von der 100-Punkte-Marke entfernt. Zur schlechten Stimmung trägt aber nicht nur die schlechte Auftragslage bei, sondern unter anderem auch die Entwicklung der Erzeugerpreise, die in diesem Jahr bislang stagnierten, in einzelnen Bereichen wie den Petrochemikalien und Polymeren sogar deutlich rückläufig waren. Zudem leidet die Branche unter den ungünstigen Wettbewerbsbedingungen. Vor allem die bürokratischen Belastungen werden von den Unternehmen massiv kritisiert. Rund zwei Drittel der hessischen Chemieunternehmen sehen in den rechtlichen Rahmenbedingungen eines der größten Risiken für die weitere wirtschaftliche Entwicklung. Zudem belasten die hohen Energiekosten die energieintensive Branche sowie die hohen Arbeitskosten. Inzwischen sehen 70 Prozent der hessischen Chemieunternehmen in diesen beiden Faktoren jeweils eines der Hauptrisiken für die weitere wirtschaftliche Entwicklung (Mehrfachnennungen waren möglich).
Keine Trendwende erkennbar – Beschäftigungsabbau setzt sich fort
Für die kommenden Monate zeichnet sich keine Trendwende ab. Der IHK-Indikator der Geschäftserwartungen sinkt gegenüber der Vorumfrage nochmals leicht um vier auf nunmehr minus 9 Punkte. Zum 30.06.2025 lag die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Chemieindustrie Hessens mit 25.339 Personen um 2,7 Prozent niedriger als im Vergleich zum Vorjahr. Dieser Beschäftigungsabbau wird sich auch in den kommenden Monaten fortsetzen. Der IHK-Beschäftigungsindikator sinkt zum Jahresanfang 2026 gegenüber dem Herbst 2025 nochmals um fünf Punkte und liegt mit minus 35 Punkten weit im negativen Bereich.

Chemische Industrie | Hessen | IHK-Indikatoren

IHK-Indikatoren
Okt 2025
(2025-III)
Jan 2026
(2026-I)
Veränderung
Auftragseingänge Inland
-27
-39
-12
Auftragseingänge Ausland
-24
-9
+15
Geschäftslage
-33
-31
+2
Geschäftserwartungen
-5
-9
-4
Exporterwartungen
-5
-5
+/-0
Investitionsvolumen
-15
-9
+6
Beschäftigung
-30
-35
-5

Chemische Industrie | Hessen | Diagramme

Chemische Industrie | Hessen | Trendprognose für die nächsten 6 Monate


Produktion

Investitions-
volumen

Beschäftigung

Export
sinkend leicht sinkend sinkend leicht sinkend