Elektroindustrie (Hessen)
Der Geschäftsklimaindex verdeutlicht die Einschätzung der Unternehmen der Elektroindustrie in Hessen zur konjunkturellen Entwicklung.
Geschäftsklima leicht verbessert
Gegenüber dem Jahresanfang 2026 hat sich das Geschäftsklima in der hessischen Elektroindustrie zum Frühsommer 2026 leicht verbessert. Der IHK-Geschäftsklimaindex steigt gegenüber der Vorumfrage um drei Punkte, bleibt aber mit 92 Punkten unter der 100-Punkte-Marke. Insgesamt zeigt sich die Stimmung bei den Herstellern von Datenverarbeitungsgeräten sowie optischen und elektrischen Geräten deutlich freundlicher als bei den Herstellern elektrischer Ausrüstungen. Für die gesamte Branche beurteilen 26 Prozent ihre aktuelle Geschäftslage als „schlecht“, lediglich 21 Prozent als „gut“ (53 Prozent als „befriedigend“). Damit hat sich die Lagebeurteilung gegenüber der Vorumfrage deutlich verbessert. Der IHK-Geschäftslageindikator steigt gegenüber der Vorumfrage um 12 Punkte. Allerdings haben sich die Erwartungen wieder eingetrübt. Der IHK-Indikator der Geschäftserwartungen sinkt um sechs Punkte auf minus elf Punkte. Noch stärker rückläufig ist der Indikator der Exporterwartungen. Dieser fällt sogar um 13 auf minus 12 Punkte.
Nahost-Konflikt trägt zur Eintrübung der Exporterwartungen bei
Die heimische Elektroindustrie ist vom Nahost-Konflikt zwar weniger direkt betroffen als beispielsweise die Chemieindustrie, spürt die Folgen aber über mehrere Kanäle deutlich. Besonders problematisch sind steigende Energiepreise, höhere Transportkosten sowie Risiken für internationale Lieferketten. Zudem verzögern die gestiegenen Unsicherheiten die Investitionsentscheidungen der Kunden, und schließlich sind wichtige, zuletzt stark dynamische Absatzmärkte, wie Indien und die südostasiatischen Tiger-Staaten besonders von den Folgen des Iran-Krieges betroffen. Auch aus diesem Grund befürchten die Unternehmen eine Abschwächung des Exportgeschäftes.
Energie- und Rohstoffpreise sowie Bürokratie bleiben die größten Herausforderungen
Die schwache Binnennachfrage sowie die Unsicherheiten über die weitere Entwicklung der Ausfuhren bereiten den Unternehmen der hessischen Elektroindustrie derzeit Sorgen. Die größten Herausforderungen aber sieht man gegenwärtig in den Bereichen Bürokratie sowie Energie- und Rohstoffkosten. 77 Prozent der Betriebe gehen als Hauptrisiko die Höhe der Energie- und Rohstoffkosten an, 68 Prozent die gesetzlichen Rahmenbedingungen bzw. die bestehende Bürokratie. Zudem stellt die Entwicklung der Arbeitskosten die Unternehmen zunehmend vor Herausforderungen. Inzwischen nennen 57 Prozent der Betriebe der hessischen Elektroindustrie die Höhe der Arbeitskosten als eines der Hauptrisiken (Mehrfachnennungen möglich). Dies führt auch dazu, dass sich trotz einer aktuell stabilisierenden Auftragslage mit einem weiteren leichten Abbau von Beschäftigten zu rechnen ist. Der IHK-Beschäftigungsindikator steigt nur geringfügig um drei Punkte und bleibt mit minus neun Punkten im negativen Bereich.
Elektroindustrie | Hessen | IHK-Indikatoren
|
IHK-Indikatoren
|
Jan 2026
(2026-I)
|
Mai 2026
(2026-II)
|
Veränderung
|
|---|---|---|---|
| Auftragseingänge Inland |
-19
|
-7
|
+12
|
| Auftragseingänge Ausland |
-16
|
-8
|
+8
|
| Geschäftslage |
-17
|
-5
|
+12
|
| Geschäftserwartungen |
-5
|
-11
|
-6
|
| Exporterwartungen |
+1
|
-12
|
-13
|
| Investitionsvolumen |
-18
|
-9
|
+9
|
| Beschäftigung |
-12
|
-9
|
+3
|
Elektroindustrie | Hessen | Diagramme
Elektroindustrie | Hessen | Trendprognose für die nächsten 6 Monate
|
Produktion
|
Investitions-
volumen |
Beschäftigung
|
Export
|
|---|---|---|---|
| leicht sinkend | leicht sinkend | leicht sinkend | leicht sinkend |
