Fahrzeugbau (Hessen)

Der Geschäftsklimaindex verdeutlicht die Einschätzung der Unternehmen des Fahrzeugbaus in Hessen zur konjunkturellen Entwicklung.
Anstieg der Auftragseingänge aus dem Inland
Der hessische Fahrzeugbau ist weniger stark von großen Automobilherstellern geprägt als Bayern und Baden-Württemberg. Zugleich spielen auch Bahntechnikunternehmen und der Spezialfahrzeugbau eine wichtige Rolle. Für diese Unternehmen entwickelte sich zuletzt die Inlandsnachfrage günstig. So verfügen Hersteller von Schienenfahrzeugen derzeit vielfach über einen hohen Auftragsbestand. Treiber im Bahn- und Schienenfahrzeugbau sind hohe staatliche Infrastrukturinvestitionen und der Ausbau des öffentlichen Nachverkehrs. Die angespannte geopolitische Lage sowie die erkennbare Abkehr der Trump-Administration vom transatlantischen Verteidigungsbündnis führen zudem zu steigender Nachfrage nach Militärfahrzeugen. Aber auch im Automobilbau zeigte sich in den ersten Monaten des Jahres 2026 gegenüber dem Vorjahr eine leichte Erholung. So stieg die Nachfrage vor allem nach Elektrofahrzeugen zuletzt deutlich. Für den gesamten hessischen Fahrzeugbau stieg der IHK-Auftragseingangsindikator für das Inland deutlich um 17 auf plus 24 Punkte. Hingegen gingen die Auftragseingänge aus dem Ausland leicht zurück. Der IHK-Auftragseingangsindikator sinkt gegenüber dem Jahresanfang um sechs auf minus 13 Punkte. Während der europäische Markt sich zuletzt stabil entwickelte, wird der chinesische Markt zunehmend zu einem Problemmarkt. Zudem erschweren protektionistische Maßnahmen und Förderprogramme für die US-Produktion das Exportgeschäft in die Vereinigten Staaten.
Erheblicher Transformations- und Wettbewerbsdruck
Die aktuelle Geschäftslage wird vom hessischen Fahrzeugbau günstiger eingeschätzt als noch zum Jahresanfang – aber nicht gut. Der IHK-Indikator der Geschäftslage steigt um 30 Punkte, bleibt aber mit minus sechs Punkten im negativen Bereich. Zudem haben sich die Geschäftserwartungen im Automobilbau wieder eingetrübt. Dies führt dazu, dass der IHK-Erwartungsindikator für den gesamten hessischen Fahrzeugbau um 13 auf minus sechs Punkte gesunken ist. Die Branche steht nach wie vor unter einem erheblichen Transformations- und Wettbewerbsdruck. Die Hersteller von Kraftfahrzeugen befürchten durch den Anstieg der Energiepreise einen Nachfragerückgang. Zugleich verteuern höhere Preise für Öl und Gas auch die Produktion. Aktuell geben 77 Prozent der Unternehmen im Fahrzeugbau an, dass die Energie- und Rohstoffkosten für sie ein besonderes Risiko für die weitere wirtschaftliche Entwicklung darstellt. 88 Prozent sehen ein Hauptrisiko in den gesetzlichen Rahmenbedingungen (Mehrfachnennungen möglich).
Verbesserung der Investitions- und Beschäftigungsbereitschaft
Die Investitionsbereitschaft hatte sich bereits zum Jahresanfang deutlich verbessert. Auch im Frühsommer 2026 bleibt das Investitionsklima im hessischen Fahrzeugbau positiv. Der IHK-Investitionsindikator notiert mit plus 18 Punkten deutlich im positiven Bereich. Nach dem Ersatzbedarf spielen aktuell Produktinnovationen bei den Investitionsentscheidungen eine zentrale Rolle. Jeder zweite hessische Fahrzeugbauer nennt derzeit Produktinnovationen als Hauptmotiv für Investitionsentscheidungen (Mehrfachnennungen möglich). Freundlicher zeigte sich zuletzt auch die Einstellungsbereitschaft. Der IHK-Beschäftigungsindikator steigt gegenüber dem Jahresanfang um 19 auf plus 12 Punkte. Für die kommenden Monate ist zumindest mit einer stabilen Beschäftigungsentwicklung im hessischen Fahrzeugbau zu rechnen, nachdem es zuletzt zu einem massiven Arbeitsplatzabbau kam. Die Zahl der Beschäftigten ging von 2024 bis 2025 (Stichtag 30.09.) um über 3.500 Personen zurück.

Fahrzeugbau | Hessen | IHK-Indikatoren

IHK-Indikatoren
Jan 2026
(2026-I)
Mai 2026
(2026-II)
Veränderung
Auftragseingänge Inland
+7
+24
+17
Auftragseingänge Ausland
-7
-13
-6
Geschäftslage
-36
-6
+30
Geschäftserwartungen
+7
-6
-13
Exporterwartungen
-8
+7
+15
Investitionsvolumen
+21
+18
-3
Beschäftigung
-7
+12
+19

Fahrzeugbau | Hessen | Diagramme

Fahrzeugbau | Hessen | Trendprognose für die nächsten 6 Monate


Produktion

Investitions-
volumen

Beschäftigung

Export
stagnierend steigend stagnierend stagnierend