Industrienahe Dienstleister (Hessen)
Der Geschäftsklimaindex verdeutlicht die Einschätzung der Unternehmen der industrienahen Dienstleister in Hessen zur konjunkturellen Entwicklung.
Stimmung weiter verschlechtert
Im Frühsommer 2026 hat sich die Stimmung bei den industrienahen Dienstleistern weiter verschlechtert. Der IHK-Geschäftsklimaindex fällt kräftig um zehn Punkte auf den historisch niedrigen Wert von 85 Punkten. Inzwischen bewerten 29 Prozent der industrienahen Dienstleister ihre Geschäftslage als „schlecht“. Vor allem aber haben sich die Zukunftserwartungen stark eingetrübt. Der IHK-Erwartungsindikator fällt um elf Punkte und notiert mit 22 Punkten auf sehr niedrigem Niveau. Jeder dritte industrienahe Dienstleister erwartet eine Verschlechterung der eigenen Geschäftssituation in den kommenden Monaten, lediglich jeder neunte eine Verbesserung.
Rückgang der Aufträge aus der Industrie
Die Aufträge aus der Industrie waren zuletzt weiter rückläufig und angesichts der schwachen Konjunktur ist für die kommenden Monate auch keine Besserung in Sicht. Vor diesem Hintergrund sehen auch zwei Drittel der industrienahen Dienstleistungsunternehmen in der schwachen Inlandsnachfrage ein Hauptrisiko für die weitere wirtschaftliche Entwicklung. Doch auch die bürokratischen Hemmnisse belasten. 60 Prozent der Dienstleister sehen in den gesetzlichen Rahmenbedingen ein Hauptrisiko (Mehrfachnennungen möglich).
Beschäftigungsrückgang und geringe Investitionsbereitschaft
Zum 30. September 2025 waren in Hessen 586.310 Menschen bei industrienahen Dienstleistern im engeren Sinne sozialversicherungspflichtig beschäftigt – knapp 1.700 weniger als im Vorjahr. Für die kommenden Monate ist mit einem verstärkten Beschäftigungsabbau zu rechnen: Der IHK-Beschäftigungsindikator fällt um acht Punkte und liegt mit minus 16 Punkten inzwischen deutlich im negativen Bereich. Die Investitionsbereitschaft hat sich ebenfalls verringert: Der IHK-Investitionsindikator sinkt gegenüber dem Jahresanfang um neun auf minus 19 Punkte. Während 39 Prozent der industrienahen Dienstleister planen, ihre Investitionen künftig zu senken, beabsichtigen lediglich 20 Prozent eine Ausweitung des Investitionsvolumens. Nach dem Ersatzbedarf, der für 60 Prozent der Unternehmen das Hauptmotiv für die Investitionsentscheidungen der industrienahen Dienstleister in Hessen darstellt, bilden das Hauptmotiv für 33 Prozent „Rationalisierungsmaßnahmen“ und für 25 Prozent „Produktinnovationen“- (Mehrfachnennungen waren möglich).
Industrienahe Dienstleister | Hessen | IHK-Indikatoren
|
IHK-Indikatoren
|
Jan 2026
(2026-I)
|
Mai 2026
(2026-II)
|
Veränderung
|
|---|---|---|---|
| Geschäftslage |
+1
|
-7
|
-8
|
| Geschäftserwartungen |
-11
|
-22
|
-11
|
| Exporterwartungen |
+9
|
-18
|
-27
|
| Investitionsvolumen |
-11
|
-19
|
-8
|
| Beschäftigung |
-8
|
-16
|
-8
|
Industrienahe Dienstleister | Hessen | Diagramme
Industrienahe Dienstleister| Hessen | Trendprognose für die nächsten 6 Monate
|
Umsätze
|
Investitions-
volumen |
Beschäftigung
|
Export
|
|---|---|---|---|
| sinkend | sinkend | sinkend | sinkend |
