Metallindustrie (Hessen)
Der Geschäftsklimaindex verdeutlicht die Einschätzung der Unternehmen der Metallindustrie in Hessen zur konjunkturellen Entwicklung.
Abwärtstrend schwächt sich ab – aber keine Trendwende in Sicht
Im Frühsommer 2026 ist in der hessischen Metallindustrie keine Trendwende in Sicht. Zwar gehen die Auftragseingänge aus dem Inland- und Ausland weniger stark zurück als noch zum Jahresanfang, aber die Produktion dürfte auch in den kommenden Monaten preisbereinigt rückläufig sein. Die Geschäftserwartungen für die kommenden Monaten sind pessimistisch. Der IHK-Erwartungsindikator sinkt um 12 auf minus 24 Punkte. Von der Binnennachfrage erwarten die Unternehmen keine Belebung, und in Bezug auf das Exportgeschäft blickt die hessische Metallindustrie außerordentlich skeptisch auf die kommenden Monate.
Exporterwartungen wesentlich pessimistischer
Beim Exportgeschäft entwickelte sich die Nachfrage aus Frankreich, Italien, Spanien, Polen und Tschechien zuletzt positiv, wenn auch mit geringer Dynamik, während die Nachfrage aus China deutlich rückläufig war. Der Protektionismus der Vereinigten Staaten mit Sonderzöllen auf Stahl- und Aluminium belastet die Branche außerdem. Die interessentasten Wachstumsmärkte sind derzeit Indien, Vietnam, Indonesien und Thailand. Die dortige steigende Industrialisierung, Infrastrukturinvestitionen und der Ausbau der Energieversorgung sorgen für steigende Nachfrage nach Metallprodukten. Insgesamt sind dies zuletzt genannten Märkte für die heimische Industrie noch von überschaubarer Bedeutung. Für die kommenden Monate erwarten die Unternehmen eher einen Rückgang der Ausfuhren. Der IHK-Indikator der Exporterwartungen sinkt kräftig auf minus 32 Punkte. Dabei spielt in der Einschätzung auch der zum Zeitpunkt der Umfrage gerade gestartete Angriff auf den Iran eine wichtige Rolle.
Anhaltender Arbeitsplatzabbau in der hessischen Metallindustrie
Neben den außenwirtschaftlichen Risiken und der anhaltenden Nachfrageschwäche bei wichtigen Kernabnehmern bereitet den Unternehmen die hohe Belastung mit Energie und CO2-Abgaben Sorge. 79 Prozent sehen hierin eines der Hauptrisiken für die weitere wirtschaftliche Entwicklung. Durch die geringe Kapazitätsauslastung und die damit verbundene Ertragsschwäche wird den Unternehmen die Finanzierung der für die Transformation der Grundstoffproduktion notwendigen Umbauinvestitionen erschwert. Sorgen bereiten den Unternehmen auch die Höhe der Arbeitskosten: 65 Prozent der Betriebe sehen in den hohen Arbeitskosten derzeit eines der Hauptrisiken für die weitere wirtschaftliche Entwicklung. Das sind acht Prozentpunkte mehr als in der Vorumfrage (Mehrfachnennungen waren möglich). Im Zeitraum 2024 bis 2025 (Stichtag 30.09.) ist die Beschäftigung in der hessischen Metallindustrie bereits kräftig um 5,7 Prozent gesunken. Dieser Prozess dürfte sich auch in den kommenden Monaten fortsetzen. Der IHK-Beschäftigungsindikator notiert zum Frühsommer 2026 mit minus 25 Punkten deutlich im negativen Bereich.
Metallindustrie | Hessen | IHK-Indikatoren
|
IHK-Indikatoren
|
Jan 2026
(2026-I)
|
Mai 2026
(2026-II)
|
Veränderung
|
|---|---|---|---|
| Auftragseingänge Inland |
-27
|
-10
|
+17
|
| Auftragseingänge Ausland |
-36
|
-17
|
+19
|
| Geschäftslage |
-13
|
-10
|
+3
|
| Geschäftserwartungen |
-12
|
-24
|
-12
|
| Exporterwartungen |
-10
|
-32
|
-22
|
| Investitionsvolumen |
-15
|
-13
|
+2
|
| Beschäftigung |
-24
|
-26
|
-2
|
Metallindustrie | Hessen | Diagramme
Metallindustrie | Hessen | Trendprognose für die nächsten 6 Monate
|
Produktion
|
Investitions-
volumen |
Beschäftigung
|
Export
|
|---|---|---|---|
| sinkend | sinkend | sinkend | sinkend |
