Metallindustrie (Hessen)

Der Geschäftsklimaindex verdeutlicht die Einschätzung der Unternehmen der Metallindustrie in Hessen zur konjunkturellen Entwicklung.
Kräftiger Beschäftigungsrückgang setzt sich fort
Gemessen an der Beschäftigtenzahl ist in Hessen die Metallindustrie nach dem Fahrzeugbau der mit Abstand wichtigste Industriezweig. Insofern ist der hessische Arbeitsmarkt in besonderer Weise von dem zurzeit stattfindenden Beschäftigungsabbau in der Metallindustrie betroffen. Zum 30.06.2024 waren noch 57.878 Personen in den hessischen Unternehmen der Metallindustrie sozialversicherungspflichtig beschäftigt; zum 30.06.2025 gab es nur noch 54.153 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Dies entspricht einem Beschäftigungsrückgang um 6,4 Prozent innerhalb nur eines Jahres. Es ist davon auszugehen, dass sich dieser Beschäftigungsrückgang in den kommenden Monaten unvermindert fortsetzen dürfte. Der IHK-Beschäftigungsindikator sinkt gegenüber der Vorumfrage im Herbst 2025 nochmals um drei auf nunmehr minus 24 Punkte. Insbesondere bei den Unternehmen der Metallerzeugung dürfte es zu einem massiven Stellenabbau kommen. Hier plant aktuell jeder zweite hessische Betrieb, in den kommenden Monaten Arbeitsplätze zu streichen. Die klassische Stahlindustrie gibt es seit Herbst letzten Jahres nicht mehr in Hessen. Nach der Zerschlagung des Traditionsunternehmens Buderus Edelstahl endete in Wetzlar eine 300 Jahre lange Industriegeschichte und Hessens einziges klassisches Stahlwerk wurde geschlossen. Doch auch in dem stark mittelständisch geprägten Bereich der Hersteller von Metallerzeugnissen ist die Einstellungsbereitschaft gering. Hier plant fast jedes dritte Unternehmen in den kommenden Monaten einen Stellenabbau, lediglich acht Prozent möchten neue Arbeitsplätze schaffen.
Sonderkonjunktur bei Zulieferern im Verteidigungssektor
Der Arbeitsplatzabbau ist eine Folge der andauernden Nachfrageschwäche. Inzwischen sind die Produktionskapazitäten in der gesamten Metallindustrie nur noch zu knapp 80 Prozent ausgelastet; bei den Unternehmen der Metallerzeugung liegt der Auslastungsgrad sogar häufig bei nur noch 70 Prozent. Für die gesamte Metallindustrie gingen auch zum Jahresanfang die Aufträge weiter zurück. Der Auftragseingangsindikator für das Inland notiert aktuell bei minus 27 Punkten, der Auftragseingangsindikator für das Ausland sogar bei minus 36 Punkten. Entsprechend schlecht ist die Stimmung in der Branche insgesamt. Der IHK-Geschäftsklimaindex liegt mit 86 Punkten deutlich unter der „neutralen“ 100-Punkte-Grenze. Allerdings gibt es innerhalb der Gesamtbranche unterschiedliche Entwicklungen. Die meisten Unternehmen leiden unter der schwachen Industriekonjunktur der wichtigsten Abnehmerbranchen Automobil, Maschinenbau, Bau und Elektro; jedoch profitieren einzelne Unternehmen von der Sonderkonjunktur im Rüstungsbereich.
Schwache Nachfrage, hohe Arbeits- und Energiekosten sowie Bürokratie belasten
Neben der schwachen Binnennachfrage belasten außenwirtschaftliche Risiken die hessischen Unternehmen der Metallindustrie. Dazu zählen unter anderem die erratische Zollpolitik der Trump-Administration sowie der zunehmende Importdruck aus China infolge von Überkapazitäten und Preisunterbietung; hinzu kommt die hohe Belastung mit Energie und CO2-Abgaben. 61 Prozent der Unternehmen der hessischen Metallindustrie sehen hierin eines der Hauptrisiken für die weitere wirtschaftliche Entwicklung. Sorgen bereiten den Unternehmen auch die Höhe der Arbeitskosten: 67 Prozent der Betriebe sehen in den hohen Arbeitskosten derzeit eines der Hauptrisiken für die weitere wirtschaftliche Entwicklung (Mehrfachnennungen waren möglich).

Metallindustrie | Hessen | IHK-Indikatoren

IHK-Indikatoren
Okt 2025
(2025-III)
Jan 2026
(2026-I)
Veränderung
Auftragseingänge Inland
-35
-27
+8
Auftragseingänge Ausland
-34
-36
-2
Geschäftslage
-23
-13
+10
Geschäftserwartungen
-23
-12
+11
Exporterwartungen
-29
-10
+19
Investitionsvolumen
-18
-15
+3
Beschäftigung
-21
-24
-3

Metallindustrie | Hessen | Diagramme

Metallindustrie | Hessen | Trendprognose für die nächsten 6 Monate


Produktion

Investitions-
volumen

Beschäftigung

Export
sinkend sinkend sinkend sinkend