Nahrungs- und Futtermittelindustrie (Hessen)

Der Geschäftsklimaindex verdeutlicht die Einschätzung der Unternehmen der Nahrungs- und Futtermittelindustrie in Hessen zur konjunkturellen Entwicklung.
IHK-Geschäftsklimaindex fällt auf 73 Punkte
Die Stimmung in der hessischen Nahrungs- und Futtermittelindustrie hat sich im Frühsommer 2026 gegenüber dem Jahresanfang nochmals deutlich verschlechtert. Gegenüber der Vorumfrage notiert der IHK-Geschäftsklimaindex mit 73 Punkten um 15 Punkte und liegt deutlich unterhalb der neutralen Marke von 100 Punkten. Die Auftragseingänge gingen zuletzt stark zurück. Der IHK-Auftragseingangsindikator für das Inland liegt mit minus 50 Punkten weit im negativen Bereich. Auch das Exportgeschäft war zuletzt rückläufig. Der IHK-Auftragseingangsindikator für das Ausland notiert bei minus 20 Punkten
Struktureller Wandel in der Lebensmittelindustrie
Innerhalb der Branche vollzieht sich derzeit ein massiver Strukturwandel. Dazu gehören die Verschiebung von Marken zu Handelsmarken, eine stärkere Konzentration im Lebensmitteleinzelhandel sowie die wachsende unternehmensstrategische Bedeutung von Kostenführerschaft. Dies setzt vor allem kleinere Unternehmen zunehmend unter Wettbewerbsdruck. Hinzu kommt eine deutlich gestiegene Preissensitivität der Konsumenten, die voraussichtlich längerfristig anhalten dürfte. Zudem verringert sich der Fleischkonsum, häufig zugunsten von hochverarbeiteten vegetarischen oder veganen Ersatzprodukten. Zugleich hat sich aber auch das Wachstum des Bio-Segments spürbar verlangsamt. Ebenfalls deutlich rückläufig ist derzeit der Bierabsatz. Aktuell sehen 58 Prozent der Hersteller von Nahrungs- und Futtermitteln in der Binnennachfrage ein Hauptrisiko für die weitere wirtschaftliche Entwicklung. Zudem belasten unter anderem steigende Kosten für Energie, Verpackung und Logistik. Im Frühsommer 2026 sehen 88 Prozent der Unternehmen in den Energie- und Rohstoffpreisen ein Hauptrisiko. Zudem nennen 54 Prozent der Unternehmen die gesetzlichen Rahmenbedingungen als eines der Hauptrisikofaktoren (Mehrfachnennungen möglich). Dabei spielen unter anderem die regulatorischen Anforderungen in Bezug auf Kennzeichnungspflichten und Nachhaltigkeits- bzw. Tierwohlvorschriften sowie andere bürokratische Lasten eine wesentliche Rolle.
Beschäftigungsabbau zu erwarten
Zudem belasten hohe Arbeitskosten die Branche. Aktuell geben 71 Prozent der Unternehmen an, dass die Höhe der Arbeitskosten eines der Hauptrisiken für die weitere wirtschaftliche Entwicklung darstellt. Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, dass die Unternehmen verstärkt Arbeitsplätze abbauen möchten. Der IHK-Beschäftigungsindikator liegt mit minus 24 Punkten deutlich im negativen Bereich. Auch das Investitionsvolumen wird aller Voraussicht zurückgehen: Der IHK-Investitionsindikator verschlechtert sich gegenüber der Vorumfrage um 26 Punkte und notiert mit minus 38 Punkten weit im negativen Bereich. Dabei beschränken sich die Unternehmen im Wesentlichen auf den Ersatzbedarf. Für 87 Prozent der Betriebe stellt er das Hauptmotiv für die Investitionsentscheidungen dar (Mehrfachnennungen möglich).

Nahrungs- und Futtermittelindustrie | Hessen | IHK-Indikatoren

IHK-Indikatoren
Jan 2026
(2026-I)
Mai 2026
(2026-II)
Veränderung
Auftragseingänge Inland
-8
-50
-42
Auftragseingänge Ausland
-20
-22
-2
Geschäftslage
-16
-25
-9
Geschäftserwartungen
-8
-29
-21
Exporterwartungen
0
-14
-14
Investitionsvolumen
-12
-38
-26
Beschäftigung
-24
-21
+3

Nahrungs- und Futtermittelindustrie | Hessen | Diagramme

Nahrungs- und Futtermittelindustrie | Hessen | Trendprognose für die nächsten 6 Monate


Produktion

Investitions-
volumen

Beschäftigung

Export
sinkend sinkend sinkend leicht sinkend