Metallindustrie (FrankfurtRheinMain)
Der Geschäftsklimaindex verdeutlicht die Einschätzung der Unternehmen der Metallindustrie in der Metropolregion FrankfurtRheinMain zur konjunkturellen Entwicklung.
Leichte Verbesserung des Geschäftsklimas
Im Frühsommer 2026 hat sich das Geschäftsklima verbessert. Der IHK-Geschäftsklimaindex steigt gegenüber dem Jahresanfang um 14 auf 93 Punkte, bleibt damit aber unter der wichtigen 100-Punkte-Grenze. Die Geschäftslage wird von den Unternehmen der Metallindustrie in der Metropolregion FrankfurtRheinMain deutlich günstiger eingeschätzt als noch zum Jahresbeginn. Der IHK-Geschäftslageindikator steigt um 19 auf minus drei Punkte. Die Auftragslage aus dem In- und Ausland hat sich stabilisiert, auch wenn die jeweiligen Auftragseingangsindikatoren mit minus vier (Inland) und minus zehn Punkten noch leicht im negativen Bereich bleiben. Innerhalb der Gesamtbranche zeigt sich ein heterogenes Bild. Schwach entwickelten sich zuletzt die Stahl- und Metallerzeugung, Gießereien, Zulieferer für die Automobilindustrie sowie die energieintensive Grundstoffproduktion. Hingegen sorgen staatliche Investitionen, die „Energiewende“ sowie steigende Verteidigungsausgaben in einzelnen Bereichen der Metallindustrie für Nachfrageimpulse.
Exporterwartungen wesentlich pessimistischer
Beim Exportgeschäft entwickelte sich die Nachfrage aus Frankreich, Italien, Spanien, Polen und Tschechien zuletzt positiv, wenn auch mit geringer Dynamik, während die Nachfrage aus China deutlich rückläufig war. Der Protektionismus der Vereinigten Staaten mit Sonderzöllen auf Stahl- und Aluminium belastet die Branche außerdem. Die interessantesten Wachstumsmärkte sind derzeit Indien, Vietnam, Indonesien und Thailand. Die dortige steigende Industrialisierung, Infrastrukturinvestitionen und der Ausbau der Energieversorgung sorgen für steigende Nachfrage nach Metallprodukten. Insgesamt sind die zuletzt genannten Märkte für die heimische Industrie noch von überschaubarer Bedeutung. Für die kommenden Monate erwarten die Unternehmen eher einen Rückgang der Ausfuhren. Der IHK-Indikator der Exporterwartungen sinkt kräftig auf minus 16 Punkte. Dabei spielt in der Einschätzung auch der zum Zeitpunkt der Umfrage gerade gestartete Angriff auf den Iran eine wichtige Rolle.
Hohe Kostenbelastung bereitet Sorgen
Neben den außenwirtschaftlichen Risiken und der anhaltenden Nachfrageschwäche bei wichtigen Kernabnehmern bereitet den Unternehmen die hohe Belastung mit Energie und CO2-Abgaben Sorge. 78 Prozent sehen hierin eines der Hauptrisiken für die weitere wirtschaftliche Entwicklung. Das sind 26 Prozentpunkte mehr als noch zum Jahresanfang. Durch die geringe Kapazitätsauslastung und die damit verbundene Ertragsschwäche wird den Unternehmen die Finanzierung der für die Transformation der Grundstoffproduktion notwendigen Umbauinvestitionen erschwert. Sorgen bereiten den Unternehmen auch die Höhe der Arbeitskosten: 59 Prozent der Betriebe sehen in den hohen Arbeitskosten derzeit eines der Hauptrisiken für die weitere wirtschaftliche Entwicklung. Das sind acht Prozentpunkte mehr als in der Vorumfrage (Mehrfachnennungen waren möglich). Im Zeitraum 2024 bis 2025 (Stichtag 30.09.) ist die Beschäftigung in der Metallindustrie der Metropolregion FrankfurtRheinMain bereits kräftig um 4,3 Prozent gesunken. Dieser Prozess dürfte sich auch in den kommenden Monaten fortsetzen. Der IHK-Beschäftigungsindikator notiert zum Jahresanfang 2026 mit minus 20 Punkten deutlich im negativen Bereich.
Metallindustrie | FrankfurtRheinMain | IHK-Indikatoren
|
IHK-Indikatoren
|
Jan 2026
(2026-I)
|
Mai 2026
(2026-II)
|
Veränderung
|
|---|---|---|---|
|
Auftragseingänge Inland
|
-30
|
-4
|
+26
|
|
Auftragseingänge Ausland
|
-31
|
-10
|
+21
|
|
Geschäftslage
|
-22
|
-3
|
+19
|
|
Geschäftserwartungen
|
-20
|
-10
|
+10
|
|
Exporterwartungen
|
-2
|
-16
|
-14
|
|
Investitionsvolumen
|
-13
|
-5
|
+8
|
|
Beschäftigung
|
-25
|
-20
|
+6
|
Metallindustrie | FrankfurtRheinMain | Diagramme
Metallindustrie | FrankfurtRheinMain | Trendprognose für die nächsten 6 Monate
|
Produktion
|
Investitions-
volumen |
Beschäftigung
|
Export
|
|---|---|---|---|
| leicht sinkend | leicht sinkend | sinkend | sinkend |
